Kriegsmaterial

29. April 2010 13:22; Akt: 29.04.2010 15:08 Print

Schweiz exportiert mehr Waffen denn je

Die Schweiz hat im ersten Quartal mehr Kriegsmaterial exportiert als vor Jahresfrist. Stark zugenommen haben die Lieferungen nach Pakistan.

storybild
Zum Thema
Fehler gesehen?

Hauptabnehmer waren in diesem ersten Quartal Deutschland, Grossbritannien und Pakistan. 2009 hatte der Waffenexport einen neuen Höchststand erreicht.

Die Güter brachten der Schweiz rund 148 Millionen Franken ein, wie aus der am Donnerstag publizierten Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung hervorgeht. Das sind knapp 3 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Das Gewicht des exportierten Kriegsmaterials hingegen ging um gut 52 Tonnen zurück.

Hauptabnehmer waren Deutschland, Grossbritannien und Pakistan. Mit starken Zunahmen fallen drei Staaten in der Statistik besonders auf: Pakistan importierte Material für 13,6 Millionen Franken (Vorjahr 7574 Franken) Schweden für 10,7 Mio. (Vorjahr 3,9 Mio.) und die Türkei für 8 Mio. Franken (Vorjahr 3320 Franken).

Schiessübungen in der Türkei

Der Löwenanteil Pakistans geht vor allem auf Munition für Fliegerabwehrgschütze zurück. Dies sagte Simon Plüss, Ressortleiter Exportkontrollen Kriegsmaterial im SECO, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA.

Der Bundesrat hatte am 23. März 2009 mehrere Gesuche für die Ausfuhr von Kriegsmaterial an Pakistan, Ägypten und Saudi-Arabien abgelehnt, aufgrund der «unbefriedigenden innenpolitischen Situation und der Menschenrechtslage» in diesen Ländern.

Laut Plüss sind jedoch Lieferungen von Ersatzteilen und Munition für bestehendes Schweizer Material von dieser Massnahme ausgenommen, da es sich dabei nicht um Aufrüstung handle.

Auch in die Türkei wurde laut Plüss Munition für Fliegerabwehrgeschütze ausgeführt. Im Rahmen eines Geschäfts zwischen einer Schweizer Firma und Deutschland hätten die Deutschen Schiessversuche in der Türkei unternommen. Der Anstieg des Exports nach Schweden betrifft zum grössten Teil Ladungen für Panzerabwehrwaffen.

2009 trotz Krise auf Höchststand

Im letzten Jahr hatte der Waffenexport trotz der Wirtschaftskrise einen neuen Höchststand erreicht. Die Schweiz exportierte Material für rund 728 Millionen Franken - 0,8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Zu den grossen Geschäften gehörte die Lieferung von Fliegerabwehrsystemen und Munition nach Saudi-Arabien für rund 132 Millionen Franken. Die Schweiz exportierte Kriegsmaterial in 74 Länder. 64 Prozent aller Ausfuhren gingen nach Europa, 10 Prozent nach Amerika und 25 Prozent nach Asien.

(sda)