CS-Barometer

06. Dezember 2018 07:59; Akt: 06.12.2018 09:50 Print

Das sind die grössten Sorgen der Schweizer

45 Prozent der Schweizer machen sich Sorgen um ihre Altersvorsorge, 37 Prozent wegen der Migration. Weniger Angst haben sie vor der Arbeitslosigkeit.

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Die Schweizer machen sich weiterhin am meisten Sorgen um ihre Altersvorsorge. Laut dem neuesten Credit-Suisse-Sorgenbarometer gehört allerdings die Arbeitslosigkeit nicht mehr zu den grössten Problemen bei der Bevölkerung.

1. Altersvorsorge/AHV

45 Prozent der Schweizer machen sich Sorgen um ihre künftige Altersvorsorge. Auch politisch gesehen möchten am meisten Leute die AHV behandeln. 86 Prozent sind laut dem neuen Sorgenbarometer der Meinung, dass alle einen Beitrag zur Sicherung dieser Institution leisten müssen. Auch das Drei-Säulen-Modell kriegt von den Befragten Zuspruch. 72 Prozent finden, dass dieses gut funktioniert. Weiter würden sechs von zehn Befragten einer Mehrwertsteuer-Erhöhung in den nächsten fünf Jahren von einem Prozent zustimmen. Für gut die Hälfte ist die Flexibilisierung des Rentenalters sowie die Erhöhung des Rentenalters der Frauen auf 65 ein gangbarer Weg. Chancenlos bleibt die Erhöhung des Rentenalters auf 67.

2. Gesundheit/Krankenkassen

Laut dem Sorgenbarometer machen sich zudem 41 Prozent Sorgen um ihre Gesundheit und die Krankenkassen. Mit einem Zuwachs von 15 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr liegt das Thema damit auf dem zweiten Platz. Auch bei der Frage nach den politischen Zielen, die prioritär zu behandeln sind, liegt das Thema mit 13 Prozent auf dem zweiten Platz.

3. AusländerInnen

Der Bereich Ausländer bleibt wie im Vorjahr auf dem Podest. 37 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich Sorgen in diesem Bereich machen.

4. Flüchtlinge/Asylfragen

Knapp hinter dem Bereich Ausländer positioniert sich der Bereich zu Flüchtlingen und Asylfragen (31 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr ist allerdings ein leichter Rückgang festzustellen.

5. Umweltschutz

Zurück in den Top-fünf-Sorgen findet sich die Umweltthematik wieder. Für rund einen Fünftel der Schweizer ist die Sorge um den Zustand der Umwelt eines der wichtigsten Themen (23 Prozent). Ein solch hoher Wert auf der Sorgenskala wurde zuletzt 2006 erreicht. Mitunter ein Grund dafür war wahrscheinlich der aussergewöhnliche Hitzesommer, der viele Diskussionen rund um das Klima und den Klimawandel auslöste.

6. Arbeitslosigkeit

Aus den fünf vorderen Plätzen verabschiedet, hat sich die Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Mit einem Minus von 22 Prozent ist das Thema laut dem CS-Bericht regelrecht eingebrochen. Von 2003 bis 2016 war die Arbeitslosigkeit unangefochten die grösste Sorge in der Schweiz. 85 Prozent schätzen ihren Arbeitsplatz heute als sehr oder eher sicher ein. 75 Prozent der Befragten erachten es trotz Digitalisierung als unwahrscheinlich, dass ihr Job in den nächsten 20 Jahren durch einen Roboter oder neue Technologien wegautomatisiert wird.

7. EU/Bilaterale/Integration

Kaum eine Veränderung gab es bei den Sorgen rund um Europa, die Bilateralen und die EU-Integration. Gerade einmal 17 Prozent bejahten die Frage, dass Europa beim Zugehörigkeitsgefühl eine marginale Rolle spielt. 16 Prozent sehen sich als Weltbürger. Trotzdem interessieren sich 29 Prozent sehr und weitere 45 Prozent eher für politische Fragen. Das sind gemäss CS so viele wie noch nie.

8. Neue Armut

Neu in den Top 10 zu finden ist die neue Armut, die um 18 Prozent zugelegt hat. Obwohl die Sorgen ansteigen, war die Problemwahrnehmung dazu in den Vorjahren höher als heute.

9. Löhne

Auch bei Fragen zu Löhnen waren die Problemwahrnehmung früher höher. Insbesondere zu Beginn der Nullerjahre. Trotzdem sind die Sorgen diesbezüglich ansteigend. Mit einem Anstieg von 15 Prozent rutscht auch dieser Bereich neu zu den grössten Sorgen auf.

10. Bundesfinanzen

Auffällig: Die Entwicklung bei den Bundesfinanzen wird als vergleichsweise problematisch wahrgenommen. Obwohl das Finanzdepartement in den letzten zehn Jahren neun Mal einen Budgetüberschuss präsentierte (auch 2018), sorgt sich die Schweiz um ihren Staatshaushalt.

(nzy/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Nicole am 06.12.2018 08:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts wert

    Was nützt der Erfassung dieser Daten, wenn die Politik sie Ignoriert?

    einklappen einklappen
  • Mozart am 06.12.2018 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ungefragt?

    Bei dem Thema Arbeitslosigkeit wurden die Ü50 wohl eher nicht gefragt, dort wärs Top 3...

  • Jonny am 06.12.2018 08:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das hängt ja alles zusammen

    Die AHV wird künftig vermehrt im Ausland bezogen, somit fehlt die Kaufkraft in der Schweiz. Es gibt immer mehr Bezüger und es kommen noch weitere hinzu.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • ST am 06.12.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder

    Solche Umfragen gibt es seit Jahren mit etwa ähnlichen Resultaten. Es wäre schön wenn die Politik sich um diese Sorgen statt um ihre Lobbyisten kümmern würde.

  • Spaghetti Putanesca am 06.12.2018 11:16 Report Diesen Beitrag melden

    Guet's mörgeli mit neue Sörgeli

    Die 2 neuen Bundesrätinnen, dann erst mal lange nichts mehr.

  • Realdenker am 06.12.2018 10:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Viola A.

    Meine grösste Sorge ist der neue Bundesrat.

  • giorgio1954 am 06.12.2018 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Altersvorsorge

    So, so. Die grössten 2 Sorgen sind also Migration und Altersvorsorge. Interessant wäre nun aufzuzeigen, wie diese beiden Probleme zusammenhängen und sich gegenseitig verschärfen bzw. grösser werden.

  • Pesche Wäber am 06.12.2018 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ewige Gejammer ....

    Ich kann das Gejammer zu den Krankenkassenprämien nicht mehr hören. Jede Initiative und jeder Vorstoss zur Einheitskasse wird ja doch von den Jammern wieder wuchtig abgelehnt!