Nach Wasserschlacht

02. Juni 2013 20:46; Akt: 03.06.2013 18:18 Print

Schweiz hat die Flut gut bewältigt

Die Wetter-Situation beruhigt sich langsam, aber sicher. Unterdessen ist die Autobahn A4 zwischen Goldau und Brunnen wieder offen. Doch die Gotthard-Bahnlinie ist wegen eines Steinschlags teils unbefahrbar.

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Zwischen Arth-Goldau und Immensee im Kanton Schwyz hat ein Steinschlag am 2. Juni die Bahnlinie verschüttet. Die Strecke bleibt sicher bis Montagmorgen geschlossen. In Bühler AR ist ein Erdrutsch niedergegangen Dabei wurde ein Haus teilweise verschüttet. Die Garage wurde arg in Mitleidenschaft gezogen. In Rheinfelden AG steht das Wasser sehr hoch. Überschwemmung bei Uster am Greifensee. Böses Erwachen für die Besucher und Bewohner des Campingplatz Seemattli in Seewen im Kanton Schwyz. Der über die Ufer gestiegene Pegel des Lauerzersees hat die ganze Anlage unter Wasser gesetzt. Auch der Keller des Gasthauses Kreuz steht unter Wasser. Doch trotz Überschwemmung wollen die Leute was zu Essen: Der Wirt des Restaurants watet mit Lebensmittel durch das Wasser. Ein freundlicher Tag im Seebad Seewen sieht anders aus. Der ehemalige Bademeister Joe Reichmuth schaut gen Himmel – wohl in der Hoffnung doch noch einen klitzekleinen Sonnenstrahl zu erspähen. So sah der Sonntagmorgen im St. Gallischen Widnau aus. Die Prognosen für Sonntag stimmen zwar optimistisch ... ... dennoch ist die Lage vielerorts noch heikel, denn es hat die ganze Nacht geregnet. Unser Leser-Reporter bekommt es am Sonntagmorgen auf dem Weg von Zürich zum Gotthard mit überschwemmten Strassen zu tun. Samstagnacht, 22.45 Uhr: Der Rhein kommt in Basel noch immer bedrohlich nah ans Ufer. So sah es in der Nacht auf Samstag im St. Galler Rheintal aus. Der Leser-Reporter Andrea Ammann weiss das beste aus der Situation zu machen - und ging am Samstag kurzerhand Kitesurfen. Weniger erfreulich ist dieses Bild vom Kraftwerk in Koblenz. In Meiringen BE standen die Strassen unter Wasser. In Rheinfelden AG steht das Wasser schon gefährlich hoch. Der Flybach in Weesen zeigt sich von seiner wilden Seite. Die Töss bei Winterthur trägt viel Wasser. Die Emme in Wolhusen. Ein Bild aus Wülflingen. Der See in Rapperswil kommt ebenfalls über die Ufer. In Utzenstorf... ...in Bremgarten AG... ...in Erlinsbach AG... ...in Mumpf AG... ...in Affoltern a.A.... ...in Laufen BL... ...in Basel... ... ...in Thun... ...in Burgdorf... ...beim campen in Ottenbach... ...am Rheinufer in Rheinfelden... ...in der Aare bei Bern... oder in Lauerz SZ. Überall ähneln sich die Bilder. Das Wasser in den Schweizer Flüssen steigt und steigt. Hoher Wasserpegel auch am Seebad Schönboden in Wildhaus (SG). Pontonierhaus unter Wasser: Die Reuss in Ottenbach. Hier könnte sich ein Spaziergang schwierig gestalten: Der Aareweg bei der Badi Brugg. Auch in Bern steigt der Wasserpegel immer höher. So sieht das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt heute aus. Am Emmenspitz, wo die Ilfis und die Emme zusammenfliessen, sah es kürzlich noch so aus... ...heute hingegen steht der Pegel viel höher. (1. Juni 2013) Aufgrund eines Erdrutsches kann dieser Zug zwischen Wohlhusen und Schachen LU zurzeit nicht verkehren. Die Strecke sollte ab 18 Uhr wieder befahrbar sein. In Bischofszell steigt der Pegel der Thur weiter an. In Gänsbrunnen SO sind die Gleise überschwemmt. Laut dem Leser-Reporter musste der Lokführer aussteigen und die Weichen von Hand bedienen. Auch in Luzern ist das Wasser der Reuss über das Ufer getreten. Ein ganzer Kinderspielplatz steht unter Wasser und auf dem Trottoir schwimmen sogar Enten und Schwäne. Der Lattenbach in Rapperswil-Jona ist normalerweise ein harmloser Bach. Nicht am 1. Juni. Die Sihlcity-Unterführung einmal anders. Die Murg bei Frauenfeld am 1. Juni 2013. Die Thur ist bei Bürglen ein unbändiger Strom, der aus seinem Bett drängt. (1. Juni 2013) Ein Damm schützt das Aare-Bistro bei Olten. (1. Juni 2013) Der Ridlibach bei Beckenried schwillt zum Fluss an. (1. Juni 2013) Die Töss bei Schönenberg: Ein reissender Strom. Zwischen Bischofszell und Kradolf-Schönenberg hat die Thur das Ufer überschwemmt. Das Wasserkraftwerk Schönenberg an der Thur kann die Wassermassen am 1. Juni 2013 nicht mehr eindämmen. In Schwyz werden in der Nacht auf Samstag Strassen zu Bächen. (1. Juni 2013) In Uznach kann die Kanalisation das Wasser nicht mehr fassen. (1.6.2013) Bedrohlich hoher Pegelstand beim Kraftwerk Aarau in der Nacht auf den meteorologischen Sommerbeginn. Die Aare in Olten am 31. Mai 2013 Die Pegel steigen bedrohlich hoch. Auch in Rupperswil AG kommt viel Wasser flussab. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Ufer überflutet werden. Selbes Bild in Schönenwerd SO. Auch hier steigt die Aare bedrohlich hoch.

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Dank trockenem Wetter hat sich die Hochwassersituation in der ganzen Schweiz am Montag entspannt.

Bei den meisten Bächen und Flüssen sank der Pegelstand. In der Ost- und Zentralschweiz kam es jedoch weiterhin zu Verkehrsbehinderungen.

Nach einem Steinschlag bleibt die Gotthard-Bahnlinie zwischen Immensee SZ und Arth-Goldau SZ voraussichtlich bis Donnerstag gesperrt. Wegen des durchnässten Bodens war am Sonntagabend eine Schutzmauer aus Stein ins Rutschen geraten.

Über Zug umgeleitet

Rund 30 Kubikmeter Gestein hätten die beiden Geleise verschüttet, sagte SBB-Sprecherin Lea Meyer am Montag der Nachrichtenagentur SDA. Die Züge von Luzern nach Arth-Goldau werden über Zug umgeleitet.

Auch auf den Strassen muss im Kanton Schwyz noch mit Behinderungen gerechnet werden. Der Wasserspiegel des Lauerzersees sank zwar in der Nacht auf Montag soweit, dass die Autobahn A4 zwischen Goldau und Brunnen wieder einspurig befahrbar ist. Wegen des hohen Wasserstandes bleiben jedoch die Autobahnausfahrten in Seewen sowie die Kantonsstrasse zwischen Lauerz und Seewen weiterhin gesperrt.

Aufräumarbeiten in Alpthal. (Video: Keystone)

«Mit einem blauen Auge davongekommen»

In der Ostschweiz, die am stärksten von den Folgen des intensiven Regen betroffen war, waren am Montagmorgen ebenfalls noch verschiedene Strassen gesperrt. Zudem ist die Bahnlinie von Rorschach nach Heiden wegen eines Erdrutsches unterbrochen.

In Widnau SG, das nach einem Dammbruch des Rhein-Binnenkanals am Wochenende teilweise überflutet worden war, floss das Wasser inzwischen weitgehend ab. Gegen Mittag standen rund um Widnau nur noch wenige Flächen unter Wasser, wie die Kantonspolizei mitteilte.

Man sei «mit einem blauen Auge davon gekommen», sagte Fredy Koller vom kantonalen Führungsstab der Nachrichtenagentur SDA. Zwar wurde viel Kultur- und Ackerland überschwemmt. Die Bauernhöfe selbst seien aber zum Glück verschont geblieben. Eine Schadenbilanz sei frühestens in einigen Tagen möglich.

Die Kantonspolizei schrieb, die Fluss- und Bachläufe seien wieder erkennbar. Weil die Böden überall wasserdurchtränkt seien, bestehe aber weiterhin die Gefahr von Erdrutschen. Vom 72-jährigen Mann, der in Kaltbrunn SG in den Dorfbach stürzte und vom Wasser mitgerissen wurde, fehlt jede Spur.

Pegel des Bodensees weiter gestiegen

Im Kanton Zürich beruhigte sich die Lage ebenfalls weitgehend: Nur noch beim Rhein stieg der Wasserstand, wie die Hochwasser-Fachstelle am Montag mitteilte. Grund ist der Pegel des Bodensees, der bei Berlingen TG innert 24 Stunden um weitere 30 Zentimeter anstieg. Wie beim Zürich- und Vierwaldstättersee gilt die Gefahrenstufe drei.

Bei Zürich-, Greifen- und Pfäffikersee steigt der Pegelstand seit dem frühen Montagmorgen hingegen nicht mehr weiter an. Die Normalwerte würden sich jedoch erst in einigen Tagen wieder einstellen, heisst es in der Mitteilung. Bis dahin seien punktuell Uferpartien weiterhin überschwemmt.

Auf der Aare bleibt die Kursschifffahrt mindestens bis kommenden Freitag eingestellt, wie die Bielersee Schifffahrt (BSG) am Montag mitteilte. Der hohe Wasserstand der Aare lasse eine Durchfahrt der BSG-Schiffe nicht zu.

Diese Bilder boten sich am vergangenen Wochenende:

Wasser statt Camper: Der Campingplatz Gütighausen in Thalheim an der Thur ‎ wurde vom Fluss komplett weggespült.

Böses Erwachen am Sonntag in Widnau (SG): Dutzende von Kellern standen unter Wasser. (Videos: Keystone)

Lesen Sie hier die Entwicklungen der vergangenen Stunden im Liveticker nach:

Zum Liveticker im Popup

(kub/sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

An dieser Stelle moechte ich mich bei all den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in der ganzen Schweiz bedanken, fuer den Einsatz... Dank unserer Feuerwehr, die uns Tag und Nacht zur Seite steht, und besonders die Freiwillige Feuerwehren, die ihre Freizeit fuer uns alle Opfern, koennen wird diese Situation Meistern. – Souichi Sugano

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • St. Galler am 03.06.2013 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich vorbei

    Zum Glück hat das Ganze ein Ende gefunden! Von Glück kann man auch sagen das keine grosse Sommergewitter in Anmarsch sind denn das hätte uns in der Schweiz den Gnadenstoss gegeben. Für die die es getroffen hat wünsche ich viel Kraft wobei sie ja bereit gewähnt sein müssen wenn sie in Nähe von Gewässern leben.

  • Souichi Sugano am 03.06.2013 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Feuerwehr...

    An dieser Stelle moechte ich mich bei all den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in der ganzen Schweiz bedanken, fuer den Einsatz... Dank unserer Feuerwehr, die uns Tag und Nacht zur Seite steht, und besonders die Freiwillige Feuerwehren, die ihre Freizeit fuer uns alle Opfern, koennen wird diese Situation Meistern.

  • Nicola Hodel am 03.06.2013 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beileid

    An alle die die Überschwemmungen betrifft mein Beileid.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Souichi Sugano am 03.06.2013 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Feuerwehr...

    An dieser Stelle moechte ich mich bei all den Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren in der ganzen Schweiz bedanken, fuer den Einsatz... Dank unserer Feuerwehr, die uns Tag und Nacht zur Seite steht, und besonders die Freiwillige Feuerwehren, die ihre Freizeit fuer uns alle Opfern, koennen wird diese Situation Meistern.

  • St. Galler am 03.06.2013 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich vorbei

    Zum Glück hat das Ganze ein Ende gefunden! Von Glück kann man auch sagen das keine grosse Sommergewitter in Anmarsch sind denn das hätte uns in der Schweiz den Gnadenstoss gegeben. Für die die es getroffen hat wünsche ich viel Kraft wobei sie ja bereit gewähnt sein müssen wenn sie in Nähe von Gewässern leben.

  • Nicola Hodel am 03.06.2013 13:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beileid

    An alle die die Überschwemmungen betrifft mein Beileid.

  • Florian Meier am 03.06.2013 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    Binnenkanal, nicht Rhein!

    In diesem Beitrag schrieb 20 min fälschlicherweise, dass es sich in Widnau SG um den Rhein handelte, welcher einen Dammbruch erlitt. Wie aber bereits in anderen Artikeln dieser Zeitung geschrieben wurde, war es der Rheintaler Binnenkanal, welcher über die Ufer trat und provisorische Dämme durchbrach. Denn eigentliche Dämme gibt es dort gar nicht, da der Kanal nur ein in den Boden gegrabenes Flussbett hat.

  • Kaspar Scheidegger am 03.06.2013 09:40 Report Diesen Beitrag melden

    GEO-Engeneering! Chemtrails!

    GEO-Engeneering! Chemtrails! Den ganzen Herbst/Winter 2012 konnte es am Himmel gesehen werden, wann immer es nicht total Wolkenverhangen war und Neiderschlag gab. Es geht fröhlich weiter mit heute wieder 9°C, der Frühling fand nicht statt und der Sommer...? Die richtigen Fragen an unsere Volksvertreter aus der Bevölkerung wären schon lange überfällig aber wir schweige, denn wir wollen es gar nich mehr wissen. Sprüche "ja das hat es immer gegeben" kann man immer klarer mit NEIN! kommentieren. Wüssten wir was da auf uns zu kommt, es gäbe morgen eine Revolution!

    • jst ob am 03.06.2013 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Fremdwörter und die Wirkung

      Super was sie da schreiben. Die Aneinanderreihung von Fremdwörter ist absolut überzeugend, nur versteht keiner was sie sagem wollen.

    • Mr.Bilderberg am 03.06.2013 13:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      NWO

      AAAAMEN. Wann und wo gehts los?Hahaa schön wärs. Die grosse Masse ist doch garnicht mehr in der Lage zu erfassen und zu verstehen was passiert.In welcher Realität wir leben, wie und was manipuliert wird. Der grosse Teil der Gesellschaft ist nur noch in der Lage zu produzieren... Müll,Lärm und nochmehr Scheiss der uns ablenkt und verblödet.

    • Peter Müller am 03.06.2013 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      Kondensstreifen...

      Ich rate ihnen eine Fachperson aufzusuchen. Das ganze Gerede um die Chemtrails ist nichts mehr als eine weitere Verschwörungstheorie. Kondensstreifen sind und bleiben nichts weiter als Kondensstreifen.

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