27. April 2005 11:06; Akt: 27.04.2005 12:29 Print

Schweiz hat neue Vizekanzler

Der 61-jährige Oswald Sigg, bisher Stabschef im UVEK, und die 49-jährige Corina Casanova werden neue Vizekanzler.

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Der Sozialdemokrat Sigg arbeitet gegenwärtig als Stabschef von Bundesrat Moritz Leuenberger im UVEK. Die mit Achille Casanova nicht verwandte, der CVP nahestehende Corina Casanova ist Stellvertretende Generalsekretärin im EDA. Die Neugewählten treten ihr Amt am 1. August an.

Die sozialdemokratische Vizekanzlerin Hanna Muralt Müller wird bis zu ihrem Ausscheiden aus dem Bundesdienst im November 2007 mit Spezialaufgaben (insbesondere OECD und E-Government) betraut. In der Bundeskanzlei betreute sie die den gesamten Rechts- und administrativen Bereich. 2007 geht sie in Pension.

Wie der Bundesrat mitteilte, entschloss sich die 57-jährige Muralt Müller im Zuge der Rücktrittserklärung von Achille Casanova auf Ende Juli, ihr Amt gleichzeitig zur Verfügung zu stellen.

Medienprofi Sigg

Der gebürtige Zürcher Sigg ist Sozialdemokrat und Mitglied der Gewerkschaft Comedia. Sein Studium der Soziologie, Volks- und Betriebswirtschaft schloss er mit dem Doktortitel ab. Er bekleidete bereits diverse Ämter in Kommunikation und Information bei verschiedenen Departementen und Bundesräten.

Zwischen 1975 und 1980 war er stellvertretender Informationschef der Bundeskanzlei, 1980 bis 1988 Informationschef im Finanzdepartement. Dann wechselte er für zwei Jahre als Chefredaktor zur Nachrichtenagentur sda.

Bis 1997 fungierte er als Unternehmenssprecher der Generaldirektion SRG und stiess dann als Informationschef zum Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Seit dem 1. April 2004 arbeitete er als Stabschef für Bundesrat Moritz Leuenberger im Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Vielsprachige Auslandspezialistin

Corina Casanova wurde in Ilanz geboren. Sie studierte Rechtswissenschaften und schloss mit dem Lizentiat ab. In der Folge arbeitete sie ab 1984 zwei Jahre als Anwältin in Graubünden im Büro des heutigen Bundesrichters Giusep Nay. Von 1986 bis 1990 war sie Delegierte des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Südafrika, Angola, Nicaragua und El Salvador.

1992 wurde sie Informationsbeauftragte der Parlamentsdienste, 1996 wechselte sie ins Eidgenössiche Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und seit 2002 ist sie dort stellvertretende Generalskretärin. Neben allen Landessprachen spricht sie Englisch und Spanisch.

(sda)