Gleichberechtigung

12. Oktober 2010 09:13; Akt: 12.10.2010 11:37 Print

Schweiz in den Top Ten

Lange in den hinteren Rängen, hat sich die Schweiz punkto Gleichstellung zwischen Mann und Frau hochgearbeitet. Doch bei der Lohngleichheit haperts bei uns immer noch gewaltig.

storybild

Verbesserungswürdig sei in der Schweiz die Lohngleichheit.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Schweiz holt bei der Gleichstellung der Geschlechter auf. Sie hat sich im «Global Gender Gap Report» des World Economic Forum auf Rang 10 von 134 Ländern «vorgearbeitet». Lange Jahre war sie zwischen Rang 20 und 40.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten Report 2010 halten die skandinavischen Länder weiterhin die ersten Ränge bei der Gleichstellung von Mann und Frau. Vor der Schweiz auf Rang 8 und 9 liegen Lesotho und die Philippinen.

Der Gender Gap Report untersucht in 134 Ländern, in denen über 93 Prozent der Weltbevölkerung leben, die Gleichstellung von Frau und Mann in der Wirtschaft (punkto Lohngleichheit, Aufstiegschancen), beim Zugang zur Grundbildung und höheren Ausbildung, bei der politischen Beteiligung, sowie bei Gesundheit und Lebenserwartung.

Schweiz: Nachholbedarf bei der Wirtschaft

Die Schweiz hatte 2006 Rang 26 belegt, war dann aber 2007 auf Rang 40 «abgerutscht» - dies in erster Linie wegen des Aufholens von Ländern Osteuropas und der Dritten Welt.

2010 habe sich die Schweiz vor allem hinsichtlich der Frauenvertretung in Parlamenten und Regierungen verbessert, heisst es in der Studie. Dabei wird in dem Report, der sich auf Daten vom Juli stützt, die Frauenmehrheit im Bundesrat noch nicht berücksichtigt. Auch in der Bildung habe sich die Gleichstellung verbessert.

Verbesserungswürdig sei in der Schweiz die Lohngleichheit, heisst es weiter. Auch seien Frauen nur schwach im höheren Wirtschafts- Management und in Verwaltungsräten vertreten. Schliesslich sei der Mutterschaftsurlaub im europäischen Vergleich «wenig grosszügig» geregelt.

Fortschritte in fast allen Ländern

Spanien, Südafrika und Deutschland folgen der Schweiz auf den Plätzen 11 bis 13. Die USA stiegen von Rang 31 auf Rang 19 auf. In Frankreich nahm dagegen die Ungleichheit - vor allem in der politischen Beteiligung - zu, das Land fiel vom 18. auf den 46. Rang. Weit hinten liegen die meisten afrikanischen und islamischen Länder, Jemen hält das Schlusslicht.

Laut dem jüngsten WEF Gender Gap Report haben 86 Prozent der 134 untersuchten Länder in den letzten fünf Jahren für mehr Gleichberechtigung gesorgt, bei 14 Prozent verschlechterte sich die Lage. Erfreulich sei, dass einige Länder in den hinteren Rängen wie Angola, Bangladesch oder die Vereinigten Arabischen Emirate grosse Anstrengungen bei der Gleichstellung unternahmen.

Während allgemein in den Bereichen Bildung und Gesundheit die meisten Unterschiede zwischen den Geschlechtern beseitigt werden konnten, wurden nur 60 Prozent der Unterschiede bei Teilnahme der Frauen in der Wirtschaft eliminiert.

Interview mit Co-Autorin Saadia Zahidi

(Video: WEF/YouTube)

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 12.10.2010 11:25 Report Diesen Beitrag melden

    Frauen und Gleichberechtigung

    Frauen, die Leistuing zeigen und Motivation, haben in unseren drei Betrieben (Schweiz/Deutschland/Ungarn) auch entsprechende Löhne. Und wir haben langjährige Mitarbeiter. Aber eben, von Nichts kommt Nichts. Wer nur den Alltagstrott bewältigt, drängt sich auch nicht auf für höhere Aufgaben.

  • James am 12.10.2010 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    kann nicht sein

    Frauen müssen nach wie vor keinen Militärdienst leisten und dürfen da trotzdem politisch mitreden.

    einklappen einklappen
  • ursus am 12.10.2010 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechter Lohn für jede Arbeit

    Ich weiss auch nicht ob die Studien bz Gleicher Lohn für gleiche Arbeit stimmen , aber ich glaube eigentlich keiner Studie die ich nicht selber in Auftrag gegeben habe ! Mein Mitleid gegenüber einer Bankerin die nur 12500 Fr verdient , wo ihr Kollege doch 13000 Fr erhält hält sich in grenzen . Man könnte doch auch sagen , wir einen fairen Lohn für jede vollzeit stelle wollen. Den nicht die "Frauen" verdienen schlecht ,woll aber die Kassiererin / Friseurin / Putzfrau . Ueber eine solch Diskusion wäre ich dankbar , wird aber auch von den Frauen in der Teppichetage nicht gewünscht .

Die neusten Leser-Kommentare

  • ursus am 12.10.2010 19:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gerechter Lohn für jede Arbeit

    Ich weiss auch nicht ob die Studien bz Gleicher Lohn für gleiche Arbeit stimmen , aber ich glaube eigentlich keiner Studie die ich nicht selber in Auftrag gegeben habe ! Mein Mitleid gegenüber einer Bankerin die nur 12500 Fr verdient , wo ihr Kollege doch 13000 Fr erhält hält sich in grenzen . Man könnte doch auch sagen , wir einen fairen Lohn für jede vollzeit stelle wollen. Den nicht die "Frauen" verdienen schlecht ,woll aber die Kassiererin / Friseurin / Putzfrau . Ueber eine solch Diskusion wäre ich dankbar , wird aber auch von den Frauen in der Teppichetage nicht gewünscht .

  • Rita Stähli am 12.10.2010 14:58 Report Diesen Beitrag melden

    Na klar!

    Ah, die Väter werden während der Wks der Frauen/Mütter auf die Kinder aufpassen. Na klar, da hat ja wohl jede Firma Verständnis dafür wenn sich ihre Arbeitnehmer für diesen Zweck frei nehmen. Na ja und die ständige Verschiebung des Wks wegen Schwangerschaft und Stillzeit ist sicher vom finanziellen Aufwand auch kein Problem. Der finanzielle Rahmen fürs Militär wird für Kinderkrippen auch sicher erhöht. Und was passiert bei einer nicht berufstätigen Frau? Da nur ein Gehalt vorhanden ist, wird der finanzielle Ersatz doppelt bezahlt. Das einzig richtige wäre eine Berufsarmee!

  • Plutonium am 12.10.2010 14:27 Report Diesen Beitrag melden

    @Melanie (weiter unten)

    Es gibt keine Gebär- oder Haushaltsführpflicht für Frauen; wie kannst du da mit praktisch freiwilliger Arbeit als Rechtfertigung für gesetzliche Diskriminierung kommen? Und was ist mit all den Single-Frauen, die nie Kinder bekommen werden? Sind die in deiner alle abdeckenden selber gemachten "Statistik" miteinbegriffen?

  • Gedankenblitz am 12.10.2010 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    Militär-Kinderkrippe

    heisst die Lösung.

  • Nina am 12.10.2010 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    M vs. F oder M und F?! Krieg o. Familie?

    Warum immer dieses: "ach die Frau... Aber der Mann..."usw. daher könnte der einte ohne den anderen gar nicht leben!! Warum immer Anschuldigungen? Und Runtermachereien von beiden Fronten?! M wollen F im Militärdienst? Ist es ihnen, ohne, zu langweilig? Abgesehen davon unterstützen die meisten F ihre M und sind die ersten die sich gegen einen obl.Militärd. erklären. Mütter, Frauen und Freundinnen. Pensionsalter? Einverstanden mit der Gleichstellung aber nur wenn M die körperl. Anstrengung von Schwangersch, Entbindung, Stillen, Kinder- und Haushaltspflege neben job auch noch teilen würden!!