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22. Februar 2011 13:24; Akt: 22.02.2011 13:24 Print

Schweiz verkauft weniger Waffen ins Ausland

Nach Rekorden in den letzten beiden Jahren zeigt die Schweizer Rüstungsindustrie Schwäche: Die Waffen- und Munitionsverkäufe sind um 12 Prozent zurückgegangen.

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Im vergangenen Jahr wurden Kriegsgeräte im Wert von 640,5 Millionen Franken ins Ausland verkauft, wie aus der Statistik der Kriegsmaterialexporte hervorgeht, die das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) am Dienstag veröffentlichte. Mit Exporten im Umfang von rund 728 Millionen Franken hatte die Schweiz 2009 noch einen Höchststand erreicht. Die Waffen- und Munitionsverkäufe der Rüstungsfirmen ins Ausland sind 2010 um 87,2 Millionen Franken oder 12 Prozent zurückgegangen.

Grosse Einzelaufträge in den letzten Jahren

Ein einzelner Grund für den Rückgang sei nicht auszumachen, sagte Simon Plüss, der beim SECO für Exportkontrolle und Kriegsmaterial zuständig ist, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Eine Rolle habe gespielt, dass in den letzten Jahren grosse Einzelaufträge die Exporte hätten anschwellen lassen.

Möglicherweise habe die Rezession nun auch die Rüstungsbranche erfasst, die wegen der langwierigen Geschäfte eher langsam reagiere, sagte er. Auch die Frankenstärke oder die seit 2009 gültigen Ausfuhrverbote für Saudi-Arabien, Pakistan und Ägypten hätten sich vielleicht ausgewirkt.

Weitere Lieferungen nach Saudi-Arabien

Trotz dem Ausfuhrverbot ging das grösste Einzelgeschäft nach Saudi-Arabien. Es handelt sich um eine Teillieferung von Fliegerabwehrsystemen im Wert von 132,6 Millionen Franken. Das Geschäft wurde bereits 2006 bewilligt, heute wäre es nicht mehr zulässig.

Der grösste Teil des Fliegerabwehrsystems sei nun geliefert worden, sagte Plüss. In den nächsten Jahren dürften die Kriegsmaterialausfuhren nach Saudi-Arabien deshalb deutlich abnehmen.

Auch die Waffenexporte nach Pakistan, für das neue Ausfuhren ebenfalls nicht mehr bewilligt werden, betrug 14 Millionen Franken. Dabei handelt es sich vor allem um Munition und Ersatzteile für Waffen, die vor dem Ausfuhrverbot geliefert wurden. 2009 waren die Exporte nach Pakistan auf 1,5 Millionen Franken gesunken. Pakistan war einst einer der Hauptkunden von Schweizer Rüstungsmaterial.

Spitzenreiter Deutschland

Grösster Abnehmer von Schweizer Kriegsmaterial war wie in den letzten Jahren Deutschland. Ins Nachbarland wurden Rüstungsgüter im Wert von 134,3 Millionen Franken verkauft, leicht weniger als im Vorjahr (138,2 Mio. Franken). Dazu gehört die Lieferung von gepanzerten Radfahrzeugen für 86,1 Millionen Franken.

Auf den weiteren Plätzen folgen Saudi-Arabien, Grossbritannien (51,1 Mio. Fr.), Belgien (44,8 Mio. Fr.) und Spanien (32,6 Mio. Franken). Europäische Länder waren Abnehmer von 61,5 Prozent der Exporte, während 29,2 Prozent nach Asien gingen.

Hauptsächlich Munition

Am meisten exportierten die Rüstungsfirmen Munition und Munitionsbestandteile: Mit einem Wert von 202,2 Millionen Franken machten sie fast einen Drittel aller Ausfuhren aus. Rund 161 Millionen Franken entfielen auf gepanzerte Landfahrzeuge sowie 113 Millionen Franken auf Waffen.

Das SECO behandelte 2010 insgesamt 2363 Gesuche. Davon lehnte es 6 ab. Sie betrafen Geschäfte mit vier asiatischen, einem afrikanischen und einem osteuropäischen Land. Es ging dabei vor allem um Kleinwaffen und leichte Waffen sowie deren Munition.

Die Zahl der Gesuche nahm im Vergleich zum Vorjahr ab. Damals waren es 2504, von denen 11 abgelehnt wurden. Die bewilligten Gesuche haben einen Wert von 1,5 Milliarden Franken. Nicht alle Gesuche führen im gleichen Jahr zu Geschäften.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Hasler am 23.02.2011 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Waffen schicken

    Man sieht jetzt in Libyen was passiert wenn eine Partei keine Waffen hat.Calmy Rey könnte den Demonstranten in Libyen ja jene Waffen schicken, welche die linken Schweizer freiwillig abgegeben haben.

  • Ueli am 22.02.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeingut

    Waffen sind für alle da. Jedes Land und Regime sollte sie bei uns einkaufen können. Was gehts uns an was die damit machen. Wir sind ein neutrales Land ,wie und gegen wen diese eingesetzt werden ist nicht unser Problem.

    einklappen einklappen
  • Rambo am 23.02.2011 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Waffen

    Waffenhändler sind schlimmer als Drogenhändler!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Hasler am 23.02.2011 09:47 Report Diesen Beitrag melden

    Waffen schicken

    Man sieht jetzt in Libyen was passiert wenn eine Partei keine Waffen hat.Calmy Rey könnte den Demonstranten in Libyen ja jene Waffen schicken, welche die linken Schweizer freiwillig abgegeben haben.

  • Rambo am 23.02.2011 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Waffen

    Waffenhändler sind schlimmer als Drogenhändler!

  • Ueli am 22.02.2011 19:04 Report Diesen Beitrag melden

    Allgemeingut

    Waffen sind für alle da. Jedes Land und Regime sollte sie bei uns einkaufen können. Was gehts uns an was die damit machen. Wir sind ein neutrales Land ,wie und gegen wen diese eingesetzt werden ist nicht unser Problem.

    • Papierlischweizer am 23.02.2011 10:09 Report Diesen Beitrag melden

      Verantwortungslos

      Lieber Ueli, der Denkansatz Ihres Kommentars ist an Verantwortungslosigkeit und Ignoranz kaum zu überbieten. Für Sie hört die Welt ausserhalb der Alpen und des Rheins auf, was dahinter geschieht, kümmert Sie nicht. Dass die Schweiz einen Grossteil der Nahrungsmittel und Rohstoffe auch aus potentiellen Krisengebieten bezieht, scheint Ihnen nicht bekannt zu sein. Sie werden aber bestimmt einer der Ersten sein, welcher sich in ähnlich Art über die Verteuerung oder das Ausbleiben von Lieferungen aus eben diesen Regionen beklagen wird, wenn dort Krieg herrscht.

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  • Karin am 22.02.2011 16:25 Report Diesen Beitrag melden

    Ist ja fürchterlich

    Soll mich das jetzt beruhigen, dass eine werhlose Person mit einer schweizer Waffe getötet wird?

    • Peschä am 22.02.2011 17:28 Report Diesen Beitrag melden

      oder geschützt?

      Vielleicht wird ja auch das Leben von jungen Deutschen Soldaten gerettet, wenn diese mit gut gepanzerten Schweizer Fahrzeugen in Afgahnistan in einen Hinterhalt von Terroristen geraten? Diese Soldaten und ihre Angehörigen sind sicher froh, wenn sie einander gesund wiedertreffen können. Waffensysteme sind nicht grundsätzlich gut oder böse, es kommt darauf an, wie sie eingesetzt werden.

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  • Peter H. GRIMM am 22.02.2011 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchelei

    Eine Heuchelei finde ich das Waffebexportverbot in gewisse Staaten, aber dann gibt man den Korrupten, Volksfeindlichen Regierungen Geldgeschenke (Entwicklungshilfe genannt) mit denen die korrupten Regierungen im Amt gehalten werden. Mit diesem Geld können diese dann Waffen in andern Länder beschaffen.