Anpassung an EU

04. Mai 2019 08:46; Akt: 04.05.2019 08:52 Print

Schweiz will Regelung für Gentechnik lockern

Neu soll in der Schweiz Fleisch als gentechnikfrei gelten, selbst wenn Bauern Futtermittelzusätze verfüttern, die nicht gentechnikfrei sind. Der Konsumentenschutz lehnt das ab.

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Der Bund will die Kennzeichnung «GVO-frei» (ohne gentechnisch veränderte Organismen) lockern und mit der Europäischen Union harmonisieren. Konkret: Bisher durften Schweizer Produzenten ihre Erzeugnisse aus tierischer Produktion nicht als gentechnikfrei bezeichnen, auch wenn sie auf die Verfütterung von Gen-Pflanzen verzichteten.

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Der Grund sind Futtermittelzusätze – etwa das Vitamin B12 –, die für die Tiere essenziell sind. Diese gebe es nicht mehr in gentechnikfreier Qualität. Mit der Anpassung dürfen Schweizer Landwirte ihre Erzeugnisse trotzdem als «GVO-frei» bezeichnen. In Deutschland und Österreich ist das bereits erlaubt.

«Es geht in Richtung Konsumententäuschung»

Zudem will der Bund neu Spuren von genmanipulierten Lebensmitteln zulassen, wenn diese importiert werden. Die Begründung: «Minime Verunreinigungen lassen sich kaum vermeiden. So reichen beispielsweise 20 genveränderte Sojabohnen, um eine Fracht von 20 Tonnen konventioneller Sojabohnen zu verunreinigen», heisst es in einer Mitteilung des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV). Mit der Lockerung lasse sich Food Waste verhindern.

Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz ist empört. «Für den Konsumentenschutz geht es in Richtung Konsumententäuschung, wenn Erzeugnisse als GVO-frei gekennzeichnet werden, obwohl bei den Futtermittelzusätzen Gentechnik zum Einsatz kam», sagt sie.

Bei den importierten Lebensmitteln müsse man abwägen, ob es nachhaltig sei, tonnenweise importierte Lebensmittel zu vernichten, weil sie Spuren von GVO enthalten. «Die neue Richtlinie von maximal 0,5 Prozent GVO kann Sinn machen, um Food Waste zu vermeiden», so Walpen.

Bauern für die Lockerung

Relativ gelassen reagiert Paul Scherer, Geschäftsleiter der Schweizer Allianz Gentechfrei. «Von einer Gesundheitsgefährdung muss bei einem solch geringen Anteil von 0,5 Prozent nicht ausgegangen werden.» Auch der Futtermittelzusatz B12 sei unbedenklich, sagt er. «Das Vitamin wird zwar mit gentechnisch veränderten Bakterien in einem geschlossenen System hergestellt. Gentechnische Produkte gelangen dabei nicht in die Umwelt. Deshalb sollten tierische Produkte, bei denen den Futtermitteln solches B12 beigefügt wurde, als GOV-frei ausgelobt werden dürfen.»

Kein Land ist so konsequent wie die Schweiz

Markus Ritter, Präsident des Schweizer Bauernverbandes (SBV), würde die neue Regelung begrüssen. «Der SBV begrüsst die Stossrichtung der Anpassung. In keinem anderen Land setzt die Landwirtschaft derart konsequent auf den Verzicht auf gentechnisch veränderte Organismen.» Man dürfe dies aber auf den Produkten nicht ausloben, während in den umliegenden Ländern dies gemacht werde. Mit der neuen GVO-Freiheit könne man neu die GVO-Freiheit deklarieren.

Die neue Regelung sei gegenüber den Konsumenten fair, sagt er: «Die Regelung wird transparent vom Bundesrat festgelegt und ist glaubwürdig und sachlich begründet.»

(maz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 04.05.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    es geht bergab mit der schweiz. man muss nicht mal mehr drauf schreiben was drin ist.

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  • Mauri am 04.05.2019 08:51 Report Diesen Beitrag melden

    Fleissig, fleissig

    Die rechtsbürgerlichen Lobbyisten der Agrar- und Freihandelsabteilungen sind sehr fleissige Menschen. Bravo. Profitgeilheit über Gesundheit aber beim BAG Millionen unnütz für Gesundheit wieder rein buttern.

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  • MÖUKLI am 04.05.2019 08:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist euer Preis

    Das ist der Preis, wenn die Schweiz, also die Schweizverkäufer Parteien' den Dikatoren als Geldesel Schritt für Schritt beitreten wollen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bärgbur am 05.05.2019 22:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Äxgüsi........

    und was ist.mit unseren Nachkommen ?

  • Alternative für die Schweiz am 05.05.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gen Technik, neue Zeitbombe

    Hoffen wir, daß die Politiker mal Rückgrat zeigen, und mal wehement dagegen halten! Auch wenn Lobbyisten am Werk sind, sollte man mit aller Kraft dagegen halten!

  • Sauer ei am 05.05.2019 15:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Krankmacher ahoi

    es wird Zeit, die Schweiz zu verlassen. Geht nur noch bergab. Erst 5G und jetzt das. was kommt noch, was uns krank macht? Die Pharmaindustrie freuts, die Krankenkassen auch.

  • Observer am 05.05.2019 14:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logisch

    bei der aktuell gemachten Politik von diesen Plauderis (deutsch für Parlamentarier): grossmaulig Umweltschutz und wenns an den Verdienst geht ist alles vergessen.

  • Negan am 05.05.2019 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein danke

    Ganz einfach, nein, danke. Ich kann gut darauf verzichten und ihr solltet das auch. Allen voran die EU und die USA.