Milano 2015

16. Mai 2012 11:57; Akt: 16.05.2012 16:04 Print

Schweiz zahlt 23 Millionen für Expo-Teilnahme

Bei der Weltausstellung 2015 wird auch die Schweiz vertreten sein. Dafür lässt der Bund 23 Millionen Franken springen. Damit soll das Image der Schweiz in Italien verbessert werden.

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Das Expo-Areal in Mailand. (Bild: Stadt Mailand)

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Die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung 2015 in Mailand soll 23,1 Millionen Franken kosten. 8 Millionen davon sollen Sponsoren beitragen. Der Bundesrat hat die Kreditbotschaft genehmigt und die Pläne für den Schweizer Pavillon vorgestellt.

Für die Schweiz sei die Weltausstellung 2015 wegen der geographischen, kulturellen und wirtschaftlichen Nähe zu Italien von grosser Bedeutung, sagte Aussenminister Didier Burkhalter am Mittwoch vor den Medien in Bern. Der Schweizer Auftritt stelle eine einmalige Chance dar, die Schweiz vorzustellen.

Viele Italienerinnen und Italiener sind sich laut Burkhalter nicht bewusst, dass in der Schweiz italienisch gesprochen wird. Dies habe eine Studie gezeigt. Gemäss der Studie hat die Schweiz in Italien auch nicht ein besonders gutes Image. Das Bild ist stark von Klischees geprägt. Der Bund hofft, dass die Teilnahme der Schweiz an der Weltausstellung daran etwas ändert.

2 Millionen Besucher aus der Schweiz

Die Weltausstellung in Mailand findet vom 1. Mai bis zum 31. Oktober 2015 statt. Thema ist die Ernährung: «Den Planeten ernähren, Energie für das Leben», lautet das Motto. Das Recht auf eine ausreichende, sichere und gesunde Ernährung stelle weltweit eine grosse Herausforderung dar, schreibt das Aussendepartement (EDA) dazu.

Die Organisatoren erwarten rund 20 Millionen Besucherinnen und Besucher, darunter 5 Millionen aus dem Ausland. Allein 2 Millionen sollen aus der Schweiz anreisen. Im Vergleich zu anderen Weltausstellungen sind die Erwartungen bezüglich der Besucher aus dem Ausland laut Burkhalter hoch.

8 Millionen aus Sponsoring

Ausgeben will der Bundesrat ungefähr gleich viel wie für die Teilnahme an der Weltausstellung in Shanghai von 2010. Von den insgesamt 23 Millionen sind 21 Millionen Franken für die Planung, den Bau, den Rückbau und den Betrieb des Pavillons vorgesehen. Für das Begleitprogramm in Italien von 2013 bis 2016 und die Kommunikationsmassnahmen sind rund 2 Millionen Franken budgetiert.

Ein Teil der Gelder - 8 Millionen Franken - sollen über Drittmittel aus der Privatwirtschaft, den Kantonen und den Städten beschafft werden. Präsenz Schweiz habe bereits Zusagen für wichtige Engagements erhalten, schreibt das EDA. Für Shanghai hatte der Bundesrat 23,5 Millionen budgetiert, davon 7,5 Millionen Drittmittel.

Siegerprojekt aus Brugg

Wie sich die Schweiz präsentieren will, steht bereits fest. Präsenz Schweiz hatte letzten Sommer einen Wettbewerb ausgeschrieben. Im Januar wählte die Jury aus 103 Eingaben das Projekt von netwerch GmBH in Brugg. Nicolas Bideau, der Leiter von Präsenz Schweiz, zeigte sich am Mittwoch begeistert davon. Es sei attraktiv, rege aber auch zum Nachdenken an.

Das Projekt mit dem Namen «Confooderation Helvetica» thematisiert die weltweite Verfügbarkeit und Verteilung von Lebensmitteln. In den Türmen des Pavillons können sich die Besucher mit Lebensmitteln bedienen, etwa Reis oder Milch. Hydraulische Plattformen reagieren darauf: Je mehr die Besucher mitnehmen, desto stärker senken sich die Plattformen ab.

Im Herzen der Ausstellung

Der Schweizer Pavillon werde sich im Herzen der Ausstellung befinden, direkt neben dem italienischen, sagte Bideau. Das Schweizer Gelände beherbergt auch ein Restaurant, wo die Besucherinnen und Besucher zum Beispiel Kaffee trinken können - Kaffee aus der Schweiz, präzisierte Bideau augenzwinkernd. Er spielte damit auf die Kontroverse um den Ausschank ausländischer Weine bei Schweizer Empfängen in Shanghai an.

Mit der Planung des Pavillons will der Bund 2013 beginnen, sobald das Parlament den Kredit genehmigt hat. Dass der Bundesrat den Kredit gerade jetzt verabschiedet hat, ist laut Burkhalter Zufall: Mit der vor kurzem erfolgten Annäherung im Steuerstreit mit Italien habe es nichts zu tun.

Zum neuen Generalkommissär für die Schweiz an der Expo Milano 2015 hat der Bundesrat Dante Martinelli ernannt. Dieser tritt die Nachfolge von Roberto Balzaretti an, der ab August 2012 seine neue Tätigkeit als Botschafter an der Schweizer Mission in Brüssel aufnehmen wird.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Melanie Knöbel am 16.05.2012 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    Wahrzeichen in der Schweiz ?

    Mit den 23 Millionen würden die Schweizer besser ein Wahrzeichen in der Schweiz erstellen. Jedes Land/grosse Stadt hat Wahrzeichen die die Touristen anlocken. Aber in der Schweiz na ja

    einklappen einklappen
  • Marcel am 16.05.2012 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaubwürdige Planung, unseriös!

    Wieso darf das Volk nicht bestimmen, für was es die Steuergelder ausgeben will? Mögen die bezahlen, die solche Megaausstellungen gut finden. Pro Tag 130'000 Franken? Ist doch einfach nur Unsinn sowas. Zudem: Für 2 Millionen Schweizer Besucher (wers glaubt) sollen 21 Millionen ausgegeben, 10 Franken pro Besucher. Subventionieren die Eintritte auch mit dermassen viel Steuergeld. Nicht nachvollziehbar, aber das sind die Entscheide des BR schon lange nicht mehr.

  • Martin am 16.05.2012 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder Geld verschleudern!

    So viel Geld für so einen Schrott! Würden wir lieber in die "Integration" investieren. Auch dorthin werde ich nicht fahren!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter / Meier am 16.05.2012 21:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Hier sieht man wieder einmal der Bund wirft das Geld aus dem Fenster! Das Geld könnte beser verwendet werden z.B um die Bildung zu verbessern (Lehrer die was beibringen können), oder den ÖV fördern. Es gäbe viele möglichkeiten dieses Geld zu verwenden, aber BITTE nicht so!

  • Paul am 16.05.2012 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ...

    Guter Entschied.

  • Viktor am 16.05.2012 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    23 Millionen in den Sand setzen

    Eurapa hat kein Geld mehr, Europa ist Pleite und kann die CH-Wirtschaft somit gar nicht unterstützen - da nützt diese Ausstellung überhaupt nichts - reine Geld-Verschwendung.

  • Vanessa am 16.05.2012 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    In Italien spricht man auch Deutsch!

    ''Viele Italienerinnen und Italiener sind sich laut Burkhalter nicht bewusst, dass in der Schweiz italienisch gesprochen wird.''. Ja und viele Schweizer wissen gar nicht, dass in Italien auch Deutsch gesprochen wird. Wen interessierts?

  • A. Christen am 16.05.2012 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Neat ?

    Ist bis dann wohl die Neat fertiggestellt? das hätte ich gerne gewusst.