UNO

04. August 2019 08:14; Akt: 04.08.2019 08:25 Print

Schweiz zahlte Lohn von Hilfswerkchef-Geliebten

Die Schweiz hat ihre Zahlungen an das UNO-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge eingestellt. Grund ist ein interner Untersuchungsbericht.

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Immer mehr Details über die Missstände beim Uno-Hilfswerk für Palästinenser UNRWA gelangen laut der «SonntagsZeitung» an die Öffentlichkeit.

So schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Bericht der internen Ethikkommission, das der Schweizer UNRWA-Chef Pierre Krähenbühl nicht nur für ein «toxisches Arbeitsklima» gesorgt habe, sondern er auch im Jahr 2015 eine Stelle für eine Geliebte als «Special Advisor» geschaffen habe.

Gemeinsame Reisen

Das Aussendepartement EDA bestätigte der Zeitung, dass Auslagen für die Frau von März 2015 bis Dezember 2018 von der Schweiz bezahlt worden seien. Wie viel Geld die Schweiz für die Chefberaterin ausgab und, ob neben dem Lohn auch Reisespesen bezahlt wurden, habe das EDA mit Verweis auf die laufende Uno-Untersuchung aber nicht bekanntgeben wollen.

Gemäss dem internen Bericht sei vielen Personen sowohl intern als auch bei den Gönnerstaaten klar gewesen, dass der verheiratete Krähenbühl und seine Chefberaterin ein Verhältnis hätten. Mitarbeiter hätten obendrein oft die Frage beantworten müssen, weshalb die beiden immer zu zweit reisten, hiess es.

Vor einigen Tagen wurde publik, dass das Departement für auswärtige Angelegenheiten kein Geld mehr an die UNWRA überweise. Der Beitrag von 22,3 Millionen Franken für 2019 sei bereits bezahlt. Grund ist ein interner Untersuchungsbericht, der ein schlechtes Licht auf die Führung des UNRWA wirft.

(sda)