Bellinzona

20. Februar 2019 11:41; Akt: 20.02.2019 17:49 Print

Schweizer Anti-IS-Kämpfer steht vor Gericht

In Syrien kämpfte Johan Cosar gegen den IS. Der in St. Gallen geborene 37-Jährige wurde wegen Schwächung der Wehrkraft angeklagt.

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In Bellinzona hat heute Mittwoch der Prozess gegen Johan Cosar begonnen, einen ehemaligen Wachtmeister der Schweizer Armee mit assyrischen Wurzeln. Der Christ hat in der Miliz Syriac Military Council (SMC) gegen den IS gekämpft. Vor Militärgericht steht auch sein Cousin.

Der Prozess findet in den Räumlichkeiten des Bundesstrafgerichts in Bellinzona statt. Cosar ist wegen Schwächung der Wehrkraft angeklagt, weil er gemäss Anklageschrift vom 2013 bis 2015 in Syrien gekämpft und Truppen ausgebildet hat. Zudem hat er mit seinem Cousin Personen aus der Schweiz für den Kampf in Syrien angeworben.

Auf Facebook und Youtube geworben

Der 37-jährige Cosar wurde in St. Gallen geboren und wuchs im Tessin auf. Seine Eltern sind Assyrer aus der Türkei. Diese christliche Minderheit ist über mehrere Länder verteilt.
Der Mitangeklagte wurde 1989 in Locarno geboren und lebt in Genf. Auch er ist Assyrer. Ihm wird ebenfalls Schwächung der Wehrkraft vorgeworfen.

Der Mann soll für die Anwerbung von Kämpfern Werbung auf Facebook oder Youtube gemacht haben. Dies geht aus der Anklageschrift hervor. Er soll zudem die Ansprechperson für Interessenten gewesen sein und ihre Reise nach Syrien organisiert haben.

Zahlreiche Mitglieder der assyrischen Diaspora des Tessins sind zum Prozess erschienen. Die Verhandlung wird bis voraussichtlich Freitag dauern.

(kat/sda)