Bodluv

07. August 2019 10:38; Akt: 07.08.2019 10:38 Print

Schweizer Armee testet neue Luftabwehr-Raketen

Ab übernächster Woche testet die Schweizer Armee zwei neue Systeme zur bodengestützten Luftverteidigung. Schiessversuche gibts aber keine.

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Nach den Kampfjets nun die Flugabwehr: Für die bodengestützte Luftverteidigung (Bodluv) prüft die Schweizer Armee im zugerischen Menzingen zwei neue Offerten. Diese sind im Frühjahr beim Bundesamt für Rüstung (armasuisse) eingegangen.

Angebote liegen vor für das Raketensystem Patriot des US-Herstellers Raytheon und die mit Aster-Raketen bestückte SAMP/T-Plattform von Eurosam aus Frankreich. Nun startet die Phase der Erprobung, wie verschiedene Fachspezialisten des Eidgenössischen Departementes für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) am Mittwoch vor den Bundeshausmedien in Bern ausführten.

Keine Schiesstests

Schiessversuche würden nicht durchgeführt, heisst es in einer Mitteilung. Ziel der Missionen ab dem 19. August bis Ende September ist es demnach, die Fähigkeiten der Sensoren der Radarsysteme sowie die Angaben aus den eingereichten Offerten zu überprüfen. An Feiertagen und am Wochenende werden keine Erprobungen durchgeführt.

Bis dato werteten Spezialisten die Antworten auf den Fragenkatalog aus, den die Kandidaten in ihrer Offerte ausfüllen mussten. Verschiedene VBS-Teams beurteilten die Wirksamkeit des Systems, die Instandhaltung und die Ausbildung.

Tests an je zwölf Tagen

Die nun beginnenden Erprobungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz «Gubel» in Menzingen umfassen zehn Missionen mit spezifischen Aufgaben. Dabei werden Messungen am Boden durchgeführt und der Luftraum nach Flugzeugen der Luftwaffe abgesucht. Zuerst wird während zwölf Tagen im August das Patriot-System erprobt, ab Mitte September ist dann das SAMP/T-System an der Reihe.

Nach der Erprobung will armasuisse im Winter den beiden Herstellerfirmen eine zweite Offertanfrage zustellen. Anschliessend wird der Evaluationsbericht erstellt. Den Typenentscheid fällt der Bundesrat. Ausgeliefert werden sollen die neuen Waffensysteme ab 2025.

Trennung empfohlen

Die Luftabwehrraketen sind Teil des Programms «Air2030», zu dem ebenfalls die Beschaffung neuer Kampfjets gehört. Für neue Flugabwehrraketen stehen maximal zwei Milliarden Franken zur Verfügung. Die Beschaffung dürfte politisch weniger umstritten sein als der Kauf neuer Kampfflugzeuge. Zu Bodluv wird sich das Volk nicht äussern können.

Die Initiative zur Trennung der beiden Beschaffungen ging von der neuen Verteidigungsministerin Viola Amherd aus. Sie war einer Empfehlung des Ex-Astronauten Claude Nicollier gefolgt. Nicollier hatte davon abgeraten, die ohnehin schwierige Kampfjet-Beschaffung mit einem weiteren Geschäft zu belasten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Roman am 07.08.2019 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Denksport?

    Bei gewissen Entscheiden sollte das Volk sowieso nicht mitreden dürfen, da schlichtweg der technische Sachverstand dazu fehlt. Ich würde mir selber nicht anmassen, den Entscheid von Fachexperten in Frage zu stellen. Aber ja...heute glaubt ja jeder Bürger viel schlauer als gewisse Entscheidungsträger zu sein.

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  • Expat am 07.08.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Bedacht evaluieren

    Technisch kann ich mich nicht dazu äussern und Masse mir auch kein Urteil an. Ich sage nur, gebt bitte Sorge zu unseren Steuergeldern.

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  • Florian Huber am 07.08.2019 10:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    S-400?

    Und die überlegene russische S-400? Gleich teuer, aber wesentlich moderner.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Roland Adrian Manteuffel-Senn am 07.08.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Handelsstreit mit EU/NATO

    Gebe zu bedenken dass wir uns momentan in einem Handelsstreit mit der EU befinden und dass die "Rote Gefahr" welche es für uns nie gab heute kein Feindbild mehr herstellen sollte. Die Gefahr für unsere Zukunft, für unsere Staatensouveranität, stellt heute die EU/NATO dar daher sollten wir von selben keine Waffen erwerben. Das russische System S-400 währe für uns eindeutig das beste, dieses ist auch Kampferprobt und hat sich bewährt.

  • Irukandji am 07.08.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Kauft Systeme mit bester Preis/Leistung

    Die Jet und die Luftabwehrbeschaffung ist ein schlechter Witz. JAS-39E/F out; & USA haben Israel gedrängt ihr Abwehrsystem aus dem Rennen zu nehmen. Nur schon deswegen braucht es nochmals ein Marschhalt. Warum wird die Auswahlverfahren künstlich eingeschränkt (keine russischen Systeme)? Kauft einfach das System mit der besten Preis/Leistung, daher keine Rücksicht auf NATO, EU & P.C, die Wirtschaft macht es auch nicht anders. NATO Kompatibilität/Ersatzteile wäre bei S-400/500 wohl kaum relevant/kritisch, wäre aber ein Hammer System. Kuscht der Bundesrat vor den USA? Handelsabkommen?

  • Stalag Mit am 07.08.2019 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Militär abschaffen

    Und wir zahlen den ganzen Müll. Gezwungenermassen. Da ist wie wenn Du ins Rstaurant gehst, Pizza essen willst, aber zusätzlich noch etwas bekommst, das Du gar nicht brauchst.

  • Peter Pan am 07.08.2019 19:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    FR versus USA

    Da würde ich mich auf den anderen Koninent einstellen - die sind mehr als nur erprobt

  • Martin detling am 07.08.2019 18:18 Report Diesen Beitrag melden

    Theorie und Praxis

    Eigentlich dürfte man gemäss westlicher berichterstattung nur noch buk und s-400 kaufen. Weil die ganz offensichtlich funktionieren.

    • a. D. am 07.08.2019 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin detling

      Die deutsche Bundeswehr kann ja ihre Patriot-Batterien kaum einsatzbereit halten. Raten sie mal wieso? Das was man den Russen immer vorwirft. Ersatzteilprobleme. Der US-Hersteller liefert kaum mehr, da man die deutschen zu einem neuen System drängen will. Darum forciert Berlin und die Bundeswehr ein neues europäisches System. Aber Bern ist wieder mal am schlafen.

    • socom am 07.08.2019 19:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Martin detling

      was wollen wir mit russem schrott?

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