«Duplex Barbara»

30. September 2013 06:15; Akt: 30.09.2013 11:26 Print

Schweizer Armee probt Krieg gegen Franzosen

Frankreich fällt wegen der Finanzkrise auseinander, Paramilitärs aus «Saônia» drohen mit der Invasion: Die aktuelle Militärübung sorgt nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen.

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Die Schweizer Armee spielt die Militärübung Duplex Barbara. Der Plot: Frankreich ist durch die Wirtschaftskrise in mehrere Teile zerbrochen, die Region «Saônia» im französischen Jura und Burgund droht mit der Invasion. Die Meldung vom «Krieg zwischen Frankreich und der Schweiz» macht weltweit Schlagzeilen. Vor allem in Frankreich selbst sorgt die Meldung für Kopschütteln. «Le Monde» macht sich über die «blühende Fantasie» der Schweiz lustig und verweist auf die Miltärübung Stabilo Due, in der es um ein ins Chaos gestürztes Europa nach der Eurokrise ging. «France 24» vergleicht die Militärübung Duplex Barbara mit einer Idee, die von Spielberg stammen könnte. Das ist nicht als Lob gemeint. «Le Dauphine libéré» verweist etwa auf die Unmöglichkeit eines Blitzkriegs gegen die Schweiz angesichts der stundenlangen Staus etwa vor dem Zoll in Genf. Zudem liefert die Zeitung den Schweizer Militärs gleich den Plot für die nächste Übung: Frankreich leidet an der schwersten Hungersnot seit 1709 und plant einen Angriff auf die Schokoladevorräte des Nachbarstaats. Die meisten beschränken sich aber auf eine Berichterstattung - wie etwa «La République du Centre». Die italienische «La Stampa» beschreibt den Plot der Übung ausgiebig - und verweist ebenfalls auf die Militärübung Stabilo Due, mit der die Schweizer Armee im Vorjahr in die Schlagzeilen kam. Die US-Newssite «Global Post» stellt die Militärübung in Zusammenhang mit dem Steuerstreit zwischen Frankreich und der Schweiz. Die taiwanesische «China Post» schliesslich belässt es bei knappen Informationen.

Die Militärübung Duplex Barbara sorgt nicht nur in Frankreich für Schlagzeilen.

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Die Franzosen runzeln die Stirn. Wie «Le Matin Dimanche» gestern Sonntag enthüllt hat, haben Schweizer Panzerverbände im Sommer das Szenario «Duplex Barbara» durchgespielt:

Frankreich zerbricht nach sozialen Unruhen in mehrere Teile, einer davon ist «Saônia» im französischen Jura und Burgund. Das neue Gebilde macht die Schweiz für seinen Niedergang verantwortlich und droht mit einer Invasion, sollte Bern nicht das «gestohlene Geld» herausrücken. Die paramilitärische «Brigade von Dijon» hat sich bereits in Bewegung gesetzt, um der Drohung Nachdruck zu verleihen.

«Übung hat mit Frankreich nichts zu tun»

Pikant: Die Übung fand ausgerechnet zu jener Zeit statt, als Paris im Steuerstreit mit Bern den Druck auf die Schweizer Banken erhöhte. Brigadier Daniel Berger verneint gegenüber «Le Matin Dimanche» jeglichen Zusammenhang: «Die Übung hat mit Frankreich überhaupt nichts zu tun. Sie wurde vorbereitet, als die Beziehungen zu Frankreich weniger angespannt waren. Die französischen Städte kommen in der Übung nur vor, um den Soldaten echte Relationen zu vermitteln.»

Im benachbarten Frankreich schüttelt man den Kopf. Generalrat (vergleichbar mit einem Kantonsrat in der Schweiz, Anm. d. Red.) Antoine Vielliard aus Hoch-Savoyen sagte zu «Le Matin Dimanche», dass es für die Glaubwürdigkeit der Schweizer Armee besser wäre, wenn sie sich mit «Bedrohungen des 21. Jahrhunderts beschäftigen würde».

(sry)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Kevin Bertschi am 30.09.2013 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist das problem??

    Ich persönlich habe kein problem dass unsere Armee sich auf solche Szenarien vorbereitet. Schliesslich muss eine Armee auch heute noch fähig sein einen direkten Angriff abzuwehren. Es werden ja auch andere Szenarien geübt. Die behauptung dass unsere Armee vor 60 Jahren stehen blieb ist absoluter Schwachsinn. Aber man muss als normaler "Lölisoldat" auch nicht erwarten dass man eine AntiTerrorausbildung und weiss ich nicht wad bekommt. Da muss man schon zu den Sondereinheiten der Armee. Ausserdem handelt es sich hier um Panzerbrigaden, sprich Kampfverbände die die Kernkompetenz VERTEIDIGUNG erfüllen müssen....daher macht eine solche Übung durchaus sinn.

  • Übung am 30.09.2013 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ja nur ein Spiel

    Was soll denn das Theater, es ist eine Übung und ob nun FR. als Gegner angenommen wird ist absolut egal und hat nichts mit der Realität zu tun. Aber unser Militär muss auch üben wie alle anderen auch. Oder sollen sie mit Mistgabeln den Stall eines Bauern putzen welcher über 50% an Subventionen bekommt!

  • Rafox am 01.10.2013 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist es kein Zufall

    Thema Finanzkrise, Entkommen = Nein, warum: Weil die Länder nicht mal mehr die Zinsen zahlen können, geschweige denn die Schulden :-) Gegenwert des Geldes = keines, danke Ruth :-) Papier ohne Gegenwert = WC-Papier :-) sackt der Dollar ab, folgt der Euro und natürlich der CHF, folge = Bankkonto ist nichts mehr Wert, ein Brot statt 5 CHF = 100 CHF, Inflation bis Hyperinflation, warten wir mal, bis die Blase platzt :-) dann hat der Staat nur noch Geld für das wichtigste, sein Volk, alle anderen gehen von selbst, da nichts mehr zu holen ist, Grund der SchweizerArmeeÜbung = Flüchtlinge aus N/S/O/W

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rafox am 01.10.2013 14:28 Report Diesen Beitrag melden

    Leider ist es kein Zufall

    Thema Finanzkrise, Entkommen = Nein, warum: Weil die Länder nicht mal mehr die Zinsen zahlen können, geschweige denn die Schulden :-) Gegenwert des Geldes = keines, danke Ruth :-) Papier ohne Gegenwert = WC-Papier :-) sackt der Dollar ab, folgt der Euro und natürlich der CHF, folge = Bankkonto ist nichts mehr Wert, ein Brot statt 5 CHF = 100 CHF, Inflation bis Hyperinflation, warten wir mal, bis die Blase platzt :-) dann hat der Staat nur noch Geld für das wichtigste, sein Volk, alle anderen gehen von selbst, da nichts mehr zu holen ist, Grund der SchweizerArmeeÜbung = Flüchtlinge aus N/S/O/W

  • Stefan Eggimann am 30.09.2013 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Aus dem Militär nichts neues

    Irgendwie muss man ja unsere Armee so wie sie jetzt ist legitimieren. Deshalb müssen ja auch die Szenarien, die auf unsere Armee zugeschnitten sind so absurd sein. Schliesslich will man nach einer Übung im WK die Gewissheit haben, dass der BöFe erfolgreich abgewehrt wurde und der ganze Kindergarten doch Sinn macht. Zum Glück habe ich nur noch ein paar wenige Diensttage zu leisten.

  • S. Furrer am 30.09.2013 10:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der 28.9. = ein guter Tag

    Erstaunlich, wie viele Kindsköpfe und Wortverdreher sich hier zu Wort melden. Ist das tatsächlich ein Durchschnitt durch die hiesige Bevölkerung? Am letzten Abstimmunsonntag hatte ich einen anderen Eindruck. Gottlob.

  • Übung am 30.09.2013 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das ist ja nur ein Spiel

    Was soll denn das Theater, es ist eine Übung und ob nun FR. als Gegner angenommen wird ist absolut egal und hat nichts mit der Realität zu tun. Aber unser Militär muss auch üben wie alle anderen auch. Oder sollen sie mit Mistgabeln den Stall eines Bauern putzen welcher über 50% an Subventionen bekommt!

  • Jonathan Fessler am 30.09.2013 10:41 Report Diesen Beitrag melden

    Schön...

    ....zu wissen dass die schweizer Armee mit unserem Geld unrealistische Spiele spielen.... sorry ich meinte natürlich Militärübungen.... Armee abschaffen, Geld sparen und jeder kriegt von mir aus noch eine Nintendo Wii (um zu üben)... Wäre viel sinnvoller.