Cyber-Kriminalität

06. März 2019 19:44; Akt: 06.03.2019 19:52 Print

Schweizer Armee von Datenleck betroffen

Mitte Januar tauchte im Netz ein Datensatz mit Millionen von E-Mail-Adressen und Passwörtern auf. Betroffen sind auch rund 20'000 Nutzerprofile von Angestellten von Schweizer Behörden.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Im Netz ist eine Liste mit rund 773 Millionen E-Mail-Adressen und 20 Millionen unterschiedlichen Passwörtern aufgetaucht. Entdeckt hatte diese Mitte Januar der australische Sicherheitsexperte Troy Hunt auf einem Hackerforum. Die Daten wurden auf den Speicherdienst Mega hochgeladen und in Hacker-Foren verlinkt, erklärte Hunt in einem Blogeintrag. Von dem historischen Hack sind auch Schweizer Dienste und Adressen betroffen.

SRF Data hat die gehackten Nutzerprofile nun erstmals ausgewertet. Wie das Schweizer Fernsehen schreibt, befinden sich in der Datensammlung über drei Millionen E-Mail-Adressen mit Schweizer Endung, inklusive Passwörtern. Insgesamt soll es 20'000 Nutzerprofile von Angestellten von Schweizer Behörden geben. Besonders betroffen sollen dabei Daten von Angestellten der Kantone und des Bundes sein, vor allem der Armee.

Armee besonders betroffen

Von den 2500 betroffenen Bundes-Adressen sollen ein Fünftel der Schweizer Armee gehören. Auch der amtierende Chef der Armee, Philippe Rebord, ist unter den Betroffenen. Armeesprecher Daniel Reist schreibt auf Anfrage von SRF, die Armee habe Kenntnis vom Sachverhalt. Die betroffenen Mitarbeiter seien bereits im Januar persönlich informiert worden: «Zur Risikominimierung und zur Erhöhung der privaten Sicherheit haben wir empfohlen, möglichst alle Passwörter zu wechseln.»

Da die Nutzerprofile für private Zwecke verwendet worden seien, sei das Risiko für die Armee jedoch tief einzuordnen. Weil die Armee mehrere Faktoren für die Anmeldung in ihre Systeme verwende, seien Passwörter allein für Angreifer wenig wertvoll. «Die Mitarbeitenden sollen gemäss geltenden Weisungen keine geschäftlichen E-Mail-Adressen im privaten Umfeld verwenden», erklärt Reist.

Unter den exponierten Personen soll gemäss den Recherchen von SRF aber nicht nur der Armeechef sein. Auch Nationalbank-Präsident Thomas Jordan, Bundesrat Ignazio Cassis (mit seiner ehemaligen Parlamentarier-Adresse) sowie Markus Seiler, Ex-Chef des Nachrichtendienstes, sind vom Datenleck betroffen. Daneben finden sich amtierende Regierungsräte und rund 20 teils ehemalige Parlamentarierinnen und Parlamentarier in der Datensammlung.


(bee)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ramon Magnus am 06.03.2019 20:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie möglich?

    Wie kann dies sein bei all diesen IT-Lobby-Auftragsvergaben, welche durch den Steuerzahler finanziert werden? Nichts gegen die Armee, aber da MILLIARDEN-Steuergelder in Informatik für Sicherheit gepumpt wird gibt es kein Pardon. Ansonsten Rückzahlung deren Partnern, welche eine 100-prozentige Sicherheit mit deren Softwareprogrammen dem Staat verkauften (Lobby lässt Grüssen)!! Es nervt wirklich!

    einklappen einklappen
  • g.k. am 06.03.2019 21:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    Wen wundert das? Millionen verschleudert und immer noch nicht zu stande gebracht.

  • Oblt Schneider am 06.03.2019 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehackt

    Und im Ernstfall wird die ganze Kommunikation gehackt und die Armee ausser Gefecht gesetzt und die Flugis vom Himmel geholt. Schwache Leistung unserer Armee!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Wolfgang Wohlfart am 07.03.2019 13:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verlezbar

    Jetzt sind wir sowas von Verletzbar!

  • R. Feller am 07.03.2019 13:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Am Schirm

    Die grössten Lecks sitzen vor den Bildschirmen.

  • IT Jünger am 07.03.2019 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Eben...

    die beste Armee der Welt. Bald wirs noch lustiger wenn die Clouditis am Abgrund steht.

  • DD am 07.03.2019 12:31 Report Diesen Beitrag melden

    Beeindruckend

    Also von 20'000 adressen sind 2'500 vom bund und in Endeffekt 500 von der Armee, das sind gerade mal 2,5% ich will das nicht schön reden, aber 10% sind bei den kantonen betroffen, das sind 4 mal mehr! Dennoch redet hier niemand über die restlichen 87,5% was den Grossteil betrifft... da sieht man was man als Privatperson wert ist... man wird nichtmal informiert ob man betroffen sein könnte...

  • andy am 07.03.2019 12:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ressourcenverschwendung

    Wass, die beste Armee der Welt, wie ist den sowas nur möglich...?