Flüchtlingswelle

09. Juli 2014 00:29; Akt: 09.07.2014 11:14 Print

Schweizer Asylunterkünfte völlig überfüllt

Die Flüchtlingswelle aus Syrien und Eritrea ist in der Schweiz angekommen. Eine grosse Anzahl Asylsuchender wird auf die Kantone verteilt. Diese stossen an ihre Kapazitätsgrenzen.

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300 bis 400 Neuzugänge pro Woche – die Zahl der Flüchtlinge, vor allem aus Syrien und Eritrea, die den Kantonen zugewiesen werden, steigt laut Bundesamt für Migration stark an. Viele Kantone sind mit dem Flüchtlingsstrom überfordert und stossen an ihre Kapazitätsgrenzen.

Wie die Sendung «10vor10»berichtet, sind beispielsweise die Durchgangszentren der Kantone Glarus, Thurgau, Aargau, Basel Stadt und Bern bereits jetzt voll besetzt oder gar überbelegt.

Suche nach Lösungen

Mit zusätzlichen Matratzen zwischen den Betten und Stockbetten versucht man jeden noch so kleinen Platz zu nutzen. Die Verantwortlichen in den betreffenden Kantonen bemühen sich händeringend um Unterbringungsmöglichkeiten. Susanne Höllwarth, Leiterin der Stiftung Peregrina im Kanton Thurgau: «Wir klären ab, ob wir neue Übergangslösungen oder längerfristige Lösungen finden können.» Viele Kantone wenden sich jetzt auch an die Gemeinden, damit diese weitere Plätze zur Verfügung stellen.

Flüchtlingshilfe fordert weniger Bürokratie

Die Schweizerische Flüchtlingshilfe stuft die Situation als sehr ernst ein. «Diese Menschen brauchen unsere Hilfe», sagt Mediensprecher Stefan Frey zu «10vor10». So sollte es zum Beispiel möglich sein, dass Private ohne viel administrativen Aufwand Flüchtlinge aufnehmen dürften. «Die bürokratischen Hürden, die wir heute haben, müssten runtergesetzt werden», sagt Frey.

Léa Wertheimer, Sprecherin des Bundesamts für Migration, sagt dazu, dies liege in der Kompetenz der Kantone und sei nicht ganz so einfach. Bevor Private Flüchtlinge aufnehmen können, «müssen diverse Fragen geklärt werden. Zum Beispiel, wer die Verantwortung für diese Personen trägt.»

(ale)