Abenteuer in der Arktis

21. November 2015 19:53; Akt: 21.11.2015 19:53 Print

Schweizer Extremsportler kiten zwischen Eisbergen

Die beiden Zürcher Geza und André Scholtz haben eine Kitesurf-Expedition in die Arktis unternommen – und extremen Wetterbedingungen getrotzt.

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Mit dem Kiteboard durch die Arktis: Dieses Abenteuer unternahmen die beiden Zürcher André und Geza Scholtz. Natürlich hatten sich die beiden auf ihrer Expedition dick eingepackt: In Grönland herrschten Ende September und Anfang Oktober, als sie dort unterwegs waren, bereits tiefe Minustemperaturen. Mit ihren Kites kurvten sie zwischen riesigen Eisbergen herum. Eis und Fels prägen die Landschaft in Grönland. Noch hatte der Schneefall nicht eingesetzt - dies hätte das Kitesurfen verunmöglicht. Ständig drohte Gefahr von abbrechenden Eisblöcken - doch die beiden Extremsportler hatten Glück und waren nie in der unmittelbaren Nähe, wenn sich Eis löste. Stürze ins Wasser waren nicht zu vermeiden. Die Temperatur des Wassers betrug minus 0,7 Grad. Begleiten liessen sich die Brüder Scholtz von einem absoluten Kitesurf-Profi, dem Briten Richard Flindall (25) (rechts). Die Expedition in die Arktis ist nicht das erste Kitesurf-Abenteuer der Gebrüder Scholtz: 2013 durchquerten sie die Magellanstrasse. Ihre Versuche, die Beringstrasse zu durchqueren, waren zweimal gescheitert. Für das damalige Pech wurden sie bei ihrer Grönland-Expedition mit Wetterglück entschädigt. Während ihrer Tour begegneten die Extremsportler immer wieder Robbenjägern - hier ist ein Jäger gerade mit seinem blutigen Handwerk beschäftigt. Ausgangspunkt der Expedition war der Ort Ilulissat in Grönland. Wohin es die Scholtz-Brüder beim nächsten Mal zieht, ist noch offen: «Wir wälzen aber schon neue Pläne», sagt Geza Scholtz. Derzeit sind Geza (links) und André Scholtz aber wieder im Alltag angekommen: In der Stadt Zürich führen sie gemeinsam eine Zahnarztpraxis.

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In der Stadt Zürich führen die Brüder Geza und André Scholtz gemeinsam eine Zahnarztpraxis. Doch immer wieder brechen der 34- und 35-Jährige aus dem Alltag in der Schweiz aus – sie sind nicht nur Dentalmediziner, sondern auch Extremsportler.

Ihre neuste Expedition ist erst seit kurzem zu Ende. Sie führte die beiden in diesem Herbst nach Grönland – drei Wochen lang erkundeten sie die arktische Eislandschaft auf ihren Kiteboards. Zwischen haushohen Eisbergen liessen sie sich vom bis zu 60 km/h starken Wind über das Meer treiben. «Dass wir ab und zu im eisigen Wasser landeten, liess sich nicht vermeiden», sagt Geza Scholtz. «Dass wir Anzüge trugen, in denen man nicht nass wird, war lebensnotwendig.»

Gefahr von abbrechenden Eisblöcken

Sowieso war das Abenteuer alles andere als ungefährlich: Ständige Gefahr drohte von Eisblöcken, die von den Eisbergen hätten abbrechen können. «Nicht getroffen zu werden ist das eine – man muss sich auch vor den Wellen in Acht nehmen, die ausgelöst werden, wenn die Eismassen ins Wasser prallen», so Geza Scholtz.

Doch die beiden Brüder, die gemeinsam mit dem britischen Profi-Kitesufer Richard Flindall (25) unterwegs waren, hatten Glück und überstanden das Abenteuer unbeschadet. «Von den Wetterbedingungen her war es das Extremste, was wir je gemacht haben», so Scholtz. Die Lufttemperaturen lagen 10 Grad Celsius unter Null, das Wasser war minus 0,7 Grad kalt. Neben der beeindruckenden Eislandschaften bleiben den Abenteurern auch die Begegnungen mit zahlreichen Robben in Erinnerung – und mit ihren Jägern.

Video: dpvideoproduction

Perfekte Wetterbedingungen

Eigentlich hatten die beiden Zürcher erst ein anderes Wunschziel: Sie hätten ihre Expedition nicht in der Arktis, sondern im Reich der Pinguine durchführen wollen. «Doch wir merkten schnell, dass die Kosten einer Reise in die Antarktis unser Budget übersteigt», so Geza Scholtz. Deshalb entschieden sie sich schliesslich für Grönland.

Auch hier liess sich eine solches Unternehmen nicht so einfach realisieren: «Es waren lange Recherchen und viele Gespräche mit Einheimischen nötig, um herauszufinden, zu welcher Zeit im Jahresverlauf Kitesurfen in der Arktis überhaupt möglich ist», sagt Geza Scholtz. Sie hätten ein Riesenglück gehabt, dass sie genau das richtige Zeitfenster erwischt hätten. «Noch kurz vor unserer Ankunft hatte es keinerlei Wind, als wir aber in Grönland eintrafen, war es windig und zugleich sonnig – und kaum waren wir fertig, setzte der Schneefall ein, der Kitesurfen unmöglich gemacht hätte.»

Vor zwei Jahren die Magellanstrasse bezwungen

Die Brüder Scholtz hatten nicht immer so viel Glück. Zwar schafften sie es 2013, als erste Kiteboarder die Magellanstrasse zwischen dem chilenischen Festland und Feuerland zu durchqueren. Zweimal waren sie davor aber wegen widriger Wetterbedingungen bei ihrem Versuch gescheitert, auf ihren Kiteboards die Beringstrasse zwischen Sibirien und Alaska zu bezwingen. «Für dieses Pech wurden wir nun entschädigt», freut sich Geza Scholtz. Die Brüder haben bereits Ideen, wohin es das nächste Mal gehen soll, wenn sie die Zahnbohrmaschine mit dem Kite tauschen. «Es ist aber noch zu früh, über diese Pläne zu sprechen.»

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bill the Surfer am 21.11.2015 20:13 Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Geil, die erfüllen sich ihre Träume...meiner wär allersdings in 29 Grad warmem Wasser....

  • Marc de Candido am 21.11.2015 20:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Verständnis

    Es wäre wünschenswert wenn der Mensch die Natur wenigstens dort in Ruhe lassen würde.

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  • R. Essource am 21.11.2015 22:05 Report Diesen Beitrag melden

    Hohle Erde

    Ob es wohl noch einen Flecken auf dieser Welt gibt, welcher für den Schädling Mensch tabu ist?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mathias Ramser am 22.11.2015 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Robbenhetze mit Sponsor

    Noch ein Foto von den bösen Robbenjägern und schon ist man Naturschützer.

  • M. E. am 22.11.2015 10:31 Report Diesen Beitrag melden

    Extrem

    Und wenn einem ein Eisblock auf den Kopf gefallen wäre?! Wer bezahlt die teuren Folgekosten? Alle, die sich ein so teures Hobby nicht leisten können...

    • Lars the freerider am 22.11.2015 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @M. E.

      falsch! sind nämlich bei der Allianz versichert, gesponsert! liess was auf dem schirm steht...

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  • Dr. Wissen am 22.11.2015 10:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cool

    Sehr coole Sache für die dies drauf haben. Ich würde mich jedenfalls nicht getrauen vor allem mit meinem Rücken. :)))

  • Lars the freerider am 22.11.2015 09:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist daran so schlimm??

    wow... nicht schlecht das jetzt kitesurfen natur schädigent ist... hä!?!? gegen den jäger hat niemand was dagegen. aber das kitesurfen schon. dan sollte man das skifahren in den schweizer bergen auch verbieten weil man spuren hinterlässt.. was ist los mit dieser Gesellschaft??

    • Reto am 22.11.2015 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Kein Problem

      Wenn sie dort hoch gelaufen oder geschwommen sind.

    • Frau Sonntag am 22.11.2015 10:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto

      Ja genau, mit Nachdruck. Liebe Kitesurfer ihr denkt immer ihr seid extreme Naturschützer. Weil ihr nicht Motocross fährt oder so. Schachspielen gäbs auch noch...

    • Brandy73 am 22.11.2015 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frau Sonntag

      jedem das seine.. leben und leben lassen.

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  • Loran am 21.11.2015 23:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kitesurfen

    Wow! Das muss ja ein tolles Erlebnis sein. Bin selbst auch Kitesurfer und von dieser Sportart völlig begeistert! Weiter so Jungs! ;)