Millionenbeute

13. Juli 2014 17:29; Akt: 14.07.2014 11:12 Print

Schweizer Gigolo-Erpresser auf freiem Fuss

Der Erpresser der deutschen BMW-Erbin Susanne Klatten ist nach sechs Jahren Haft in die Schweiz zurückgekehrt. Doch von seiner Millionen-Beute fehlt noch immer jede Spur.

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Susanne Klatten ist Teilhaberin von BMW und Erbin der Unternehmerfamilie Quandt. Seit 1990 ist sie mit Jan Klatten verheiratet. Das Paar lebt mit seinen drei Kindern sehr zurückgezogen in München. Susanne Klatten ist Werbekauffrau und Ökonomin. Ihr Studium absolvierte sie in England und Lausanne. Im August 2007 lernt sie den damals 43-jährigen Helg Sgarbi kennen. Der charmante Offizier der Schweizer Armee, der sechs Sprachen beherrscht und einst dem Kader der Credit Suisse angehörte, wurde 2009 in München in einem Blitzprozess zu sechs Jahren Haft verurteilt. Vier Tage später treffen sich die beiden zum Sex im Zimmer 629 des Münchner Holiday Inn. Was Susanne Klatten nicht ahnt: Im Zimmer nebenan wird das Treffen gefilmt, von Sgargis Komplize Ernano Barretta. Die Milliardärin wird erpresst: Zuerst verlangt Sgarbi 11 Millionen Franken. Er gibt an, selber von einer italo-amerikanischen Mafiafamilie erpresst zu werden. Klatten zahlt. Doch nicht zufrieden, will er wenige Tage später weitere 72 Millionen. Sonst würden die Aufnahmen veröffentlicht, droht er. Susanne Klatten zeigt ihn an. Bei der vermeintlichen Geldübergabe im Januar 2008 werden der Gigolo und sein Komplize von der österreichischen Spezialeinheit Cobra bei Innsbruck verhaftet. In Uznach, wo Sgarbi lebte und ein Übersetzungsbüro betrieb, war man überrascht. (Bild: Urs-Peter Zwingli / upz) «Er war ein ruhiger Mieter, und seine Wohnung war so pedantisch aufgeräumt wie eine Kaserne», sagt seine ehemalige Vermieterin Elisabeth Holzer (81). (Bild: Urs-Peter Zwingli / upz) Sgarbi sei stets elegant gekleidet und charmant gewesen und bei Frauen gut angekommen. (Bild: Urs-Peter Zwingli / upz) Der italienische Komplize Ernani Barretta kommt nach der Verhaftung bald wieder frei. Gegen dem selbsternannten Heiler und Sektenführer fehlen Beweismittel. Er reist in sein Landhotel «Rifugio Valle Grande» in den Abruzzen. Er zerstört das gesamte Beweismaterial, erfährt die Polizei, die an der angezapften Telefonleitung die Gespräche mitschneidet. Doch Sgarbis Frau will nicht aufgeben. Sie will den Coup durchziehen und fordert über ihren Anwalt bei Klatten die ausstehenden Millionen. Im Juni 2008 wurde Franziska Sgarbi zusammen mit dem Rest der Bande, dem 63-jährigen Ernani Barretta, seiner 60-jährige Ehefrau Beatrice und den Kindern Marcello (32) und Clelia (35), festgenommen.

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Er hat seine Haftstrafe abgesessen – jetzt ist er frei: Der als Gigolo-Erpresser bekannt gewordene Schweizer Helg Sgarbi konnte das Gefängnis in Deutschland offenbar am 4. Juli verlassen, wie der «Spiegel» berichtet. Inzwischen ist er in der Schweiz angekommen.

Unter anderem mit Sex-Videos hatte Sekten-Mitglied Sgarbi die reichste Frau Deutschlands, Susanne Klatten, um ein Vermögen von mehreren Millionen Euro erpresst. Er hatte die BMW-Erbin im Juli 2007 in einem Tiroler Wellness-Hotel gezielt als Opfer ausgesucht. Vom Geld fehlt aber noch immer jede Spur.

(pat)