Extremisten

16. August 2018 12:05; Akt: 16.08.2018 12:10 Print

31 Schweizer sind in den Jihad gereist

93 Personen aus der Schweiz sind dem Aufruf zum Jihad gefolgt. Darunter sind 31 Schweizer Staatsbürger – und mehr als 20 Kinder unter zwölf Jahren.

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Viele Jihadreisende aus der Schweiz haben ihre Kinder mitgenommen. Das zeigen neue Zahlen des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Unter den 93 bestätigten Fällen finden sich mehr als 20 Kinder unter zwölf Jahren. Davon haben sechs Kinder zumindest einen Elternteil mit Schweizer Bürgerrecht.

Weiter schätzt der NDB, dass sich unter den Jihadreisenden ein Dutzend Frauen mit Verbindungen zur Schweiz nach Syrien oder in den Irak befinden.

31 von 93 sind Schweizer Staatsangehörige

Die Zahl der jihadistisch motivierten Reisenden ist seit einiger Zeit stabil und beläuft sich auf 93. Seit 2016 sei keine Abreise mehr aus der Schweiz in Konfliktgebiete mehr verzeichnet worden, heisst es in der Mitteilung vom Donnerstag. Einer, der im Februar 2015 nach Syrien zog, ist der schweizerisch-bosnische Lausanner Aziz B.*, der sich als Abu Wael al-Swissri dem Islamischen Staat anschloss. Der 25-Jährige sitzt mittlerweile in Nordsyrien in Gefangenschaft. Mehr dazu können Sie hier nachlesen.

Von 2001 bis heute wurden 78 Abreisen nach Syrien und in den Irak sowie 15 nach Somalia, Afghanistan und Pakistan verzeichnet. Zum ersten Mal hat der NDB eine Abreise auf die Philippinen registriert. 32 Personen sind gestorben (davon 26 bestätigt). Die Anzahl der Rückkehrer beläuft sich auf 16, davon 13 bestätigte Fälle.

Unter den 93 Fällen befinden sich 31 Personen, die über eine schweizerische Staatsangehörigkeit verfügen, 19 davon sind Doppelbürger. Weitere Angaben zur Identität macht der Nachrichtendienst nicht.

Irak richtet Islamisten hin

Der irakische Staat geht derweil mit aller Härte gegen IS-Anhänger vor. Ministerpräsident Haider al-Abadi liess Ende Juli 13 verurteilte Jihadisten hinrichten. Die Todesurteile gehen auf die Ermordung von acht Geiseln durch den IS zurück.

Wie das Justizministerium mitteilte, wurden die Männer im südirakischen Gefängnis von Nassirija gehängt, nachdem sie alle Rechtsmittel gegen ihre Todesurteile ausgeschöpft hätten. Zuvor hatte der Fund von acht toten Geiseln der Extremistengruppe die Bevölkerung schockiert.

Al-Abadi hatte als Vergeltung für die Tötung der IS-Geiseln die sofortige Hinrichtung hunderter verurteilter Islamisten angeordnet.

(hvw)