Islamisten-Netzwerk

07. Dezember 2016 13:17; Akt: 07.12.2016 13:32 Print

Schweizer Jihad-Verdächtiger kommt frei

Der Genfer wurde am Flughafen Zürich festgenommen, weil er angeblich nach Syrien in den Jihad reisen wollte. Nun wird er wieder freigelassen.

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Der Genfer wurde bei seiner Rückkehr am Flughafen Zürich festgenommen: Polizeipatrouille Flughafen Zürich. (22. März 2016) (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Der junge Genfer, der am 8. Juni 2016 an Flughafen Zürich festgenommen wurde, als er aus der Türkei zurückkehrte, wird freigelassen. Das berichtet der «Tages-Anzeiger». Der Genfer wird verdächtigt, dass er nach Syrien reisen wollte, um eine terroristische Gruppierung zu unterstützen. Dorthin ist er aber nicht gelangt, weil er bereits im Süden der Türkei aufgegriffen und festgehalten wurde.

Die Bundesanwaltschaft hat auf Anfrage Informationen der «Tribune de Genève» und des «Tages-Anzeigers» bestätigt, dass der mutmassliche Jihadreisende freigelassen wird. Er wird einem französisch-schweizerischen Islamisten-Netzwerk zugerechnet, dem zwei weitere Festgenommene in der Schweiz angehören sollen.

Unter Beobachtung

Die Bundesanwaltschaft führt ihre Ermittlungen fort. Dem Freigelassenen drohen nach wie vor eine Anklage und eine Freiheitsstrafe. Gegen ihn hat ein Zwangsmassnahmengericht eine Reihe von Massnahmen angeordnet. Hält der Beschuldigte sie nicht ein, wird er wieder in Haft genommen.

Laut einer informierten Quelle darf er den Kanton Genf nicht verlassen und er muss sich regelmässig bei der Polizei melden. Weiter sollen ihm Kontakte zu früheren Kollegen und sogar zu Journalisten untersagt worden sein. Seine Reisepapiere wurden ihm abgenommen.

Die Genfer Sicherheitsbehörden haben Anfang Woche ein Programm vorgestellt zur Deradikalisierung von Jihadisten. Der Freigelassene wird als Erster davon profitieren.

Übernommen vom «Tages-Anzeiger» und bearbeitet von 20 Minuten.

(mch)