Daniel D. (24)

09. August 2019 10:19; Akt: 09.08.2019 11:17 Print

Schweizer Jihadist kaufte sich aus seiner Haft frei

Der Genfer Jihadist Daniel D. wurde kürzlich in Syrien verhaftet. In einem Videointerview erzählt er, wie er sich dank Lösegeld aus seiner ersten Gefangenschaft freikaufte.

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Der Genfer Daniel D. gilt als einer der gefährlichsten Schweizer Jihadisten. Der Konvertit schloss sich 2014 dem Islamischen Staat an. Zuvor hatte sich der schweizerisch-spanische Doppelbürger unter anderem in der Grossen Moschee von Genf radikalisiert. In einer koordinierten Aktion hatten ihn kurdische Milizen erst kürzlich in Syrien verhaftet. Der 24-Jährige befindet sich seitdem in einem Gefängnis in Nordsyrien.

Wie die «Redaktion Tamedia» schreibt, spricht er nun in einem Videointerview, das die Nachrichtenagentur Hawar News der kurdischen Selbstverwaltung im Norden Syriens veröffentlicht hat, über seine Reise ins Kalifat, seine militärische Ausbildung vor Ort sowie die Kämpfe, an denen er teilnahm.

Lösegeld in Höhe von 5000 Dollar

Zudem berichtet der 24-Jährige, wie er in Richtung irakische Grenze flüchtete, als Raqqa 2017 fiel. Im syrischen Weiler Baghouz wurden er und seine französische Frau sowie der heute einjährige Sohn von den kurdisch dominierten Syrian Democratic Forces (SDF) eingeschlossen. Seine Frau und das Kind wurden Anfang Jahr von den SDF interniert. D. konnte dank Schleusern fliehen.

Fast in der Türkei angekommen wurde er aber kurz vor der Grenze von der Freien Syrischen Armee verhaftet. Dort sass er dann ein halbes Jahr in Haft. Schliesslich soll er sich durch die Zahlung eines Lösegelds in Höhe von etwa 5000 Dollar aus dieser ersten Gefangenschaft freigekauft haben.

Laut der «Redaktion Tamedia» hat D. danach mit Hilfe von Schleusern versucht, seine Familie aus dem kurdischen Internierungslager al-Hol in Ostsyrien zu befreien. Bei dem Versuch sei er aber von den SDF sowie mehreren ausländischen Geheimdiensten in eine Falle gelockt worden. Jetzt sitzt er in Nordsyrien erneut in Haft. Wie er im Interview behauptet, sei er von den Schleusern an die SDF verkauft worden.


(mon)