Medienkompetenz

20. November 2014 12:12; Akt: 20.11.2014 12:55 Print

Schweizer Jugendliche sind keine IT-Cracks

Gute Infrastruktur, aber schlechte Nutzung: Schweizer Schulen bieten genügend, wenn auch veraltete PCs an, trotzdem kennen sich die Schüler nur mittelmässig mit Computern aus.

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Mädchen und Jungen schnitten in der Schweiz etwa gleich gut ab. Die Deutschschweiz und die Romandie zeigten bessere Werte als das Tessin. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

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Schweizer Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse sind lediglich Durchschnitt, wenn es um den Umgang mit Computer und Internet geht. Dies zeigt eine Internationale Studie in 20 Ländern zur Computer- und Informationskompetenz, die am Donnerstag in Bern vorgestellt wurde.

Die Schweiz erreichte Rang 9 von 20 untersuchten Ländern, wie die nationale Forschungskoordination bekannt gab. Während in den vier Ländern Tschechien, Kanada/Ontario, Australien und Dänemark die Resultate bedeutend besser ausfielen, erreichten fünf Länder signifikant tiefere Werte.

Computernutzung tief

Die Werte der Schweizer Schülerinnen und Schüler lagen zusammen mit elf anderen Ländern in einem breiten Mittelfeld. Mädchen und Jungen schnitten in der Schweiz etwa gleich gut ab. Die Deutschschweiz und die Romandie zeigten bessere Werte als das Tessin.

Die Computernutzung in der Schweiz liege unter dem internationalen Durchschnitt, sowohl in der Schule als auch in der Freizeit. Schweizer Schülerinnen und Schüler nutzten Computer und Medien in der Freizeit deutlich mehr als in der Schule, obwohl die Schweizer Schulen eine technische Infrastruktur zur Verfügung stellten, die über dem internationalen Durchschnitt liege. Allerdings handle es sich oft um veraltete Geräte, die nicht zur Nutzung animierten.

Eltern und Lehrer entscheidend

Wie gut die Medienkompetenz bei Schülerinnen und Schülern sei, hänge stark von den Eltern ab. Je tiefer der sozio-ökonomische Status der Eltern, desto tiefer die Medienkompetenz der Kinder. So genannten «bildungsfremde» Eltern führten ebenfalls zu einer tieferen Computer- und Informationskompetenz.

Eine zentrale Rolle spiele auch die Lehrperson. Die Digitalisierung, respektive der Umgang mit dieser, erreiche die Klassenzimmer immer in Abhängigkeit der einzelnen Lehrpersonen. Gemäss ICILS scheint es bei der Medienkompetenz der Lehrpersonen in der Schweiz Handlungsbedarf zu geben.

Rund zwei Drittel der befragten Lehrpersonen hätten angegeben, dass ICT keine Priorität in ihrer Schule besitze. Schweizer Lehrpersonen nutzten ICT im Unterricht im Durchschnitt denn auch weniger als ihre Kolleginnen und Kollegen in den anderen untersuchten Ländern.

Erfahrungen mit Cyber-Mobbing

Gemäss der Untersuchung haben 35 Prozent der antwortenden Schülerinnen und Schüler auch schon Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. Davon hätten sich 6 Prozent als Täter und 9 Prozent als Opfer, 2 Prozent als Opfer und Täter bezeichnet. 18 Prozent seien bloss Beobachtende gewesen. Interessanterweise unterscheide sich in der Ablehnung von Cybermobbing die Gruppe mit Erfahrungen als Täterin beziehungsweise Täter nicht von der Opfergruppe, heisst es in der Studie weiter.

Die «International Computer and Information Literacy Study» (ICILS) ermöglicht zum ersten Mal einen internationalen Vergleich. Sie wurde bei rund 60'0000 Schülerinnen und Schülern der 8. Klasse durchgeführt. In der Schweiz waren es über 3000 Teilnehmende. Neben dem theoretischen Wissen wurden auch die praktischen Fähigkeiten am Computer untersucht. In der Schweiz haben neun Hochschulen an der Studie mitgearbeitet.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Luxus am 20.11.2014 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vor 4 Jahren... Kein Wunder

    Kein Wunder. Ich habe mich in der 3ten Sek ebenfalls für den 'Informatikunterricht' als Freifach entschieden. Ich dachte ich könnte da paar interessante Sachen wie z.B. über den Aufbau des Internets oder Betriebssysteme lernen. Falsch gedacht, ich hätte jezt auch nicht etwas SO komplexes wie oben genannt erwartet, aber ich habe gelernt wie ich einen Mac ein/ausschalte, word dokumente erstelle und das 10 fingersystem geübt. Der ganzen Klasse war langweilig obwohl fast noch nie jemend einen apple rechner angerührt hatte. Jezt mal vorstellen wie's für mich war der daheim fast nur apple hat...

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  • carmen diaz am 20.11.2014 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    was genau nutzen denn...

    ...veraltete computer? nur weil sie in massen vorhanden sind, macht es das leider nicht besser oder interessanter für die jugendlichen. im übrigen machen wir immer wieder die erfahrung, dass selbst die am wenigsten IT-begabten jugendlichen noch immer drei mal so viel wissen wie 90% der lehrer die vorne stehen und IT versuchen zu erklären...

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  • Ex-Lehrling am 20.11.2014 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das glaub ich nicht

    In meiner Schule, der Name spielt keine Rolle, ist in Zürich die wahrscheinlich schlechteste Berufsschule (die meisten werden sie anhand der Beschreibung erkennen). Die Informatikinfrastruktur ist veraltet und langsam weshalb man auch nur veraltete Techniken unterrichtete. Die Sicherheit grenzte an Emmentaler Käse (Nach 2 Wochen Adminrechte). Die Informatiklehrer selbst von inkompetetent bis passiv aggressiv und mussten sich von uns den Stoff erklären lassen, da ihre Aussagen zum Teil falsch waren. Naja, deshalb hat sich meine Klasse den Software Entwickler Skill im Betrieb aneignen müssen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin am 21.11.2014 21:46 Report Diesen Beitrag melden

    "Veraltete Geräte"...

    Der ist nicht schlecht! Wahrscheinlich hat man heute noch an der Schule noch einen Amiga 64! Und wenn nicht, kaufen sie "Apple", das keine Sau bedienen kann!

  • RP am 21.11.2014 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer

    Wenn ich in der Berufsschule "lernen musste" wie man z.B. einen neuen Ordner erstellt und der Lehrer drei Anläufe braucht um es vorzuzeigen, wundert mich gar nichts mehr..

  • Mutti am 21.11.2014 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    hoch mit den Flossen, ihr Lehrer

    Der IT wird kaum oder schlecht Rechnung getragen. Schliesslich müssen die Lehrer ihren Standardstoff durchpauken und um der Gotteswillen ja nicht etwa noch Spezialwissen vermitteln. In der Schule meines Sohnes hatten sie nur in der 7. Klasse Sek Informatik. Das Erste was der Lehrer mit ihnen tat, war ein Facebookaccount einrichten... Obwohl der Beruf des Informatikers zukunftsorientiert ist, hat man an der selben Schule das Freifach Elektronik gestrichen. Tja der Lehrer, der dieses Fach gab, wurde politisch aktiv und hatte keine Zeit mehr. Das Nachsehen haben die Schüler.

  • Marc Bjorg am 21.11.2014 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    iOS/OSx Geschädigt...

    Die CH Jugend ist iOS/OSx Geschädigt... Da hilft nur eins, mehr Windows oder Android. Liebe Eltern, es ist sogar günstiger keine Apple Produkte zu kaufen...

    • Prof. McKenzey am 21.11.2014 12:22 Report Diesen Beitrag melden

      Nutzen von Möglichkeiten

      Fanboy? AQber ja, du hast recht: Wenn du lernen willst, wie man Probleme behebt kauf dir einen Windows Rechner. Übrigens: Ein Smartphone optimal zu nutzen heisst eben, dass man es individuell, unabhängig von Trends kauft und die Möglichkeit nutzen kann. Was nützt es ein Smartphone zu haben und du musst nach dem Weg fragen obwohl, hast aber einen Ortungsdienst für Facebook,WhatsApp und was auch immer aktiviert? Das ist das Problem: Man denkt nicht weiter...

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  • amy am 21.11.2014 06:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    inkompetente lehrer

    Heutzutage ist es in vielen Branchen notwendig oder auch sehr nützlich wenn man was von PCs versteht. In der Schule lernt man nicht allzu viel am meisten können immer noch die, die sich zuhause damit beschäftigen. Die Lehrer sind zu schlecht ausgebildet die z.B. in den Berufsschulen IKA oder ähnlichen Informatikunterricht geben. wenn der Schüler mehr weiss als der Lehrer ist ganz klar was falsch. Das sollte dringend geändert werden.