Giftiges Spielzeug

17. Mai 2014 09:42; Akt: 18.05.2014 12:08 Print

Schweizer Kinder sind zu wenig geschützt

Die Europäische Union unterhält ein Warnsystem für gefährliches Spielzeug. Auch Nicht-EU-Staaten sind daran beteiligt – nicht aber die Schweiz.

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Die EU-Staaten führen gemeinsam die sogenannte «Rapex-Liste». Die EU-Staaten führen darin gefährliche Produkte auf. Besonders oft taucht Spielzeug auf der Liste auf. Unter den Einträgen der letzten Woche befinden sich beispielsweise Doktorspiel-Sets, die Phtalate enthalten. Diese Weichmacher bringen den Hormonhaushalt von Kindern durcheinander – und können gar eine verfrühte Brustbildung bewirken.

Doch Rapex führt auch Spielzeug mit anderen Mängeln auf: Beispielsweise eine Kinderperücke, von der ein grosses Brandrisiko ausgeht, oder eine Holzlokomotive, die Formaldehyd enthält. Der grösste Teil der bemängelten Produkte stammt aus China. Sobald ein EU-Staat gefährliches Spielzeug entdeckt, trägt er es in der Liste ein. Auch Nicht-EU-Länder wie Liechtenstein, Island und Norwegen beteiligen sich an Rapex. Nicht aber die Schweiz.

Die Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) fordert schon seit langem, dass auch die Schweiz bei Rapex mitmachen soll. Derzeit seien die Schweizer Kinder nicht ausreichend vor gefährlichem Spielzeug geschützt, sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder zu SRF. «Es bräuchte mehr Kontrollen und nicht nur Stichproben.»

Bund verweist auf Kontrollen der Kantonschemiker

Beim Bund heisst es, zuständig für die Sicherheit von Spielzeug sei immer der Schweizer Importeur. Zudem gebe es die Kontrollen der Kantonschemiker. Mit der EU tausche man sich auf informellen Kanälen aus.

Eltern, die verhindern wollen, dass ihre Kinder mit gefährlichen Produkten in Kontakt kommen, rät die SKS, auf Spielzeug zu verzichten, das stinkt oder dessen Farbe abblättert. Generell gelte, dass Qualitätsspielzeug seinen Preis habe. Man könne aber auch auf Secondhand-Spielzeug ausweichen: Bei diesem sind die Schadstoffe bereits «ausgelüftet».

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lindo Anjo am 17.05.2014 13:38 Report Diesen Beitrag melden

    Erst denken, dann schreiben!

    An alle die schon älter sind und sich wundern, ihre Jugend überlebt zu haben, möchte ich mitteilen, man hatte früher auch nicht annähernd so viel Giftstoffe (Polymere, behandeltes Holz etc.) in der Spielzeug Herstellung eingesetzt. Bitte denkt einmal darüber nach!!

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  • Karsten von Burg am 17.05.2014 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Business vor Konsumentenschutz

    In der Schweiz ist jegliches Business wichtiger als Konsumentenschutz....

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  • Irene am 17.05.2014 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Plastk

    Man muss den Kinder ja auch nicht jeden "Plastick"Grümpel kaufen!! Aber es soll ja immer alles soooo günstig sein.Da leidet auch die Qualität!!! Und ja ich bin selbst Mutter!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marc am 18.05.2014 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU 

    Also los Schweizer, sofort der EU beitreten und unsere Kinder retten! Selten solch ein Schwachsinn gelesen!!! EU Nein danke!!!

  • G.Wusst am 18.05.2014 00:05 Report Diesen Beitrag melden

    so wird's gemacht:

    kauft das Spielzeug in Deutschland! dort wurde es besser kontrolliert - und kostet auch noch weniger als in der Schweiz!!!

  • Reto Kratz am 17.05.2014 23:40 Report Diesen Beitrag melden

    Sollen wir deshalb in die EU?

    Soll das jetzt für uns heissen - Schaut her, die EU hat auch positive Dinge. Nicht mit mir - ich vertraue da mehr auf unseren gesunden Schweizer Menschen- und Sachverstand.

  • sandra am 17.05.2014 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    spielzeug

    macht doch aus jeder mücke einen elefanten!!!

  • Ueli am 17.05.2014 16:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Hut...

    Wer unbehandeltes Holzspielzeug verwendet ist auf der sicheren Seite. Plastik sollte von Kindern grundsätzlich ferngehalten werden. Naturfarben Baumwolle und Holz sind sicher. Schnuller aus Naturkautschuk oder gleich Süssholz. Alles andere bedankt sich mit frühen unwürdigen Tod durch Krebs. Wer sein Kind liebt, schützt es vor den Gefahren der Marktwirtschaft.