Protest

15. Oktober 2019 12:50; Akt: 15.10.2019 13:13 Print

Schweizer Klimaaktivist will nichts mehr essen

Dominik Waser (21) kündigt an, mindestens eine Woche lang keine Nahrung mehr zu sich zu nehmen. Er will damit Druck auf den Bundesrat machen.

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Der Landschaftsgärtner ist in der Klimastreik-Bewegung bekannt: Er rettet mit dem Verein Grassrooted Rüebli oder Tomaten vor der Biogasanlage. Und mit dem «Strike for Future» will er am 15. Mai 2020 für das Klima die Schweiz lahmlegen.

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Das Demonstrieren reicht ihm jetzt aber nicht mehr: «Wir gehen nun seit zehn Monaten auf die Strasse. Alle Parteien sagen, wie wichtig das Thema doch sei. Doch bisher ist so gut wie nichts passiert.» Er ist darum seit Montag in einen «Hungerstreik» getreten. «Eine Woche lang werde ich aus Protest nichts essen, wenn nötig auch länger.» Gesundheitliche Risiken wolle er aber keine eingehen.

«Ich ermuntere niemanden, in den Hungerstreik zu treten»

Sein Protest richtet sich direkt gegen die Schweizer Regierung, der er Untätigkeit vorwirft. «Der Bundesrat muss dafür sorgen, dass die Schweiz bis spätestens 2030 unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstösst.» Er verlangt, dass der Bundesrat eine Erklärung dazu abgibt, wie er die Klimaziele erreichen will. Zudem soll die Regierung zusammen mit der Klimastreik-Bewegung einen Aktionsplan ausarbeiten.

Waser warnt, dass die Zerstörung der Umwelt und des Klimas auch in den westlichen Ländern zum sozialen Kollaps führen werde: «Die Wirtschaft wird früher oder später zusammenbrechen, die Lebensmittelknappheit wird sich drastisch verschlimmern, die Gesundheitsversorgung kann nicht mehr gewährleistet werden.» All das werde im Krieg enden.

Klimabewegung rät jungen Menschen von Hungerstreik ab

Angesprochen auf die Frage, ob er die Verantwortung bewusst sei, wenn junge Schüler ihm nacheifern würden, sagt Waser: «Ich ermuntere niemanden, in den Hungerstreik zu treten. Doch die Geschichte hat gezeigt, dass es immer radikale und umstrittene Aktionen braucht, um Wandel zu bewirken.»

Bei seinen Kollegen von der Bewegung Klimastreik heisst es: «Dominik ist ein guter Freund und unglaublich engagiert. Mit dem Hungerstreik hat er sich für eine radikale Form des Protests entschieden. Dies ist klar seine eigene, persönliche Entscheidung. Jungen Menschen im Wachstum raten wir auf jeden Fall von einem Hungerstreik ab, da dies schwere Schäden an jungen Körpern hinterlassen kann.»

Den Hungerstreik sehen man als Hilferuf, da es keinen wirklichen Wandel gebe – trotz der allgegenwärtigen Klima-Debatte. Die Bewegung bittet Waser, die eigene Gesundheit nicht weiter zu gefährden.

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pfreak am 15.10.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    HUI

    wow. eine ganze woche!? ich kann mir den riesen druck kaum vorstellen, den er da auf den BR ausübt.

  • Ben Sommer am 15.10.2019 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Fasten kann gesund sein

    Ich habe auch schon 7 Tage gefastet(nur Wasser) und das nur für die Gesundheit. Ein Bisschen komisch daraus einen Protest zu machen.

  • Layla am 15.10.2019 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Trotzkinderheld

    Solche Selbstversuche habe ich und viele andere Menschen schon öfters problemlos überstanden, es stärkt das eigene Durchhaltevermögen und tut dem Klima gut. Doch der Versuch, eine ganze Nation mit seinen eigenen Befindlichkeiten zu erpressen, grenzt doch eher an einen unerzogenen Tyrannen, wegen dessen Eltern schon der Süssigkeitenständer vor der Kasse aufgestellt werden musste.

Die neusten Leser-Kommentare

  • J.J. am 16.10.2019 20:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Na und? Soll er doch, ist sein Bier...

  • Dieter Wyss am 16.10.2019 20:40 Report Diesen Beitrag melden

    Keine bessere Idee

    Für das Klima ist es unerheblich ob er etwas isst oder nicht. Er soll aufstehen und etwas für das Klima machen. Er kann 8 Stunden beim Bahnhof Fahrrad fahren um mit der Energie die Handys der Pendler zu laden. Dies währe eine Leistung

  • N.Ursing am 16.10.2019 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Back to School

    Ehrlich dass "ich deubele bis ich bekomme was ich will" Verhalten dieser Generation bewirkt nur Gelächter und Genervte Leute.Liebe Klimaaktivisten,liebe Greta...geht bitte zur Schule,esst und trinkt.Reflektiert Eure Generation die von Unterhaltungelektronik abhängig ist,Nicht die Kleidung Eurer Geschwister abtragen,mit EBikes/Trotinettes durch die Gegend fahren und FastFood ohne Ende konsumieren.Ihr habt weder Ideen noch wirklich was geleistet und schon gar nicht werdet ihr die Klimaveränderung durch Kleinkindverhalten aufhalten.

  • Heinz von Allmen am 16.10.2019 18:56 Report Diesen Beitrag melden

    Schulbildung?

    Diese Demonstranten gehen mir auf den Wecker.Meinen diese Besserwisser ohne Allgemeinbildung die Schweiz könne die Welt retten? Wo sind die in die Schule gegangen? Haben die in den wichtigen Fächer gefehlt oder waren die Lehrer unfähig? Will nicht sagen sie seien unfähig, aber wenn Sie noch die Erziehung der Jungen übernehmen müssen weil die Eltern nicht fähig sind gibt mir das zu denken.

  • Pappi am 16.10.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Mal kurz im Ernst:

    «Wir gehen nun seit zehn Monaten auf die Strasse. Alle Parteien sagen, wie wichtig das Thema doch sei. Doch bisher ist so gut wie nichts passiert.» Wie naiv sind diese Jungen eigentlich? Ich versuche schon seit 10 Jahren, die Zuwanderung zu stoppen. Und Fischers Fritz meint, innert 10 Monaten müsste die Welt Kopf stehen? Da fehlt eindeutig das Mami, das ihm die Welt erklärt.