Hohe Forderung

01. Juli 2013 11:37; Akt: 01.07.2013 12:04 Print

Schweizer Lehrer wollen 20 Prozent mehr Lohn

Lehrer sollen künftig deutlich mehr verdienen: Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer fordert einen Lohnsprung um 20 Prozent. Nur so lasse sich der Lehrermangel beseitigen.

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Der Lehrermangel lasse sich nur verhindern, wenn die Löhne massiv steigen würden, findet der Dachverband der Schweizer Lehrerinnen und Lehrer.

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Bei den Lehrerlöhnen herrscht ein «gewaltiger Nachholbedarf». Dieser Meinung ist der Schweizer Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer (LCH). Denn Lehrer hätten ein 10 bis 85 Prozent tieferes Salär als Personen, die in anforderungsgleichen Berufen in der Privatwirtschaft und in der Verwaltung arbeiten würden.

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Um dies zu korrigieren, sollten die Lehrerlöhne innerhalb der nächsten fünf Jahre um 20 Prozent angehoben werden, fordert der LCH. Gerade weil die Ausbildung zur Lehrperson länger geworden sei und die Anforderungen gestiegen seien, sei die Lohnentwicklung in den letzten Jahren ungenügend geblieben. Gemäss dem Lohnindex stiegen die Jahres-Nominallöhne im Unterrichtswesen von knapp 100'000 Franken im Jahr 1993 auf rund 120'000 Franken im Jahr 2010.

In den «ungenügenden Anstellungsbedingungen» sieht der LCH den Grund für den Lehrermangel. Ein solcher zeichne sich auch für das kommende Schuljahr wieder ab: Gemäss einer Umfrage des Deutschschweizer Schulleiterverbands sind in 90 Prozent aller Schulen Stellen zu besetzen. Jeder vierte Schulleiter gab bei der Umfrage an, die Aussichten, alle Stellen zu besetzen, seien schlechter geworden.

Neuer «Babyboom» ohne Lehrer aus der ersten «Babyboom-Generation»

Seit 2005 habe die Geburtenzahl in der Schweiz stetig zugenommen, insgesamt um fast zwölf Prozent. In den unteren Klassen der Primarschulen sei der neue «Babyboom» bereits angekommen, schreibt der Lehrerverband.

Aber Lehrpersonen aus der ersten Babyboom-Generation würden dieser neuen Generation nicht mehr zur Verfügung stehen. In den nächsten Jahren kämen sie nämlich ins Pensionsalter. Im Vergleich zu 2012 würden 2017 laut BFS auf der Primarstufe 17 Prozent und auf der Sekundarstufe I 5,5 Prozent mehr Lehrpersonen pensioniert.

Zu wenig Männer in den Klassenzimmern

Dies sei umso beunruhigender, als bis 2021 rund 50'000 Kinder mehr an den obligatorischen Schulen erwartet würden, was sieben Prozent mehr seien als heute. «Hätten wir ebensoviele Lehrer wie Lehrerinnen, dann gäbe es keinen Mangel an Lehrpersonen», schreibt der LCH.

Seit einigen Jahren sei aber zu beobachten, dass junge Männer kaum mehr den Lehrberuf ergreifen würden. Laut BFS werden 2020 an der Primarschule 85 Prozent und an der Oberstufe 59 Prozent Frauen unterrichten.

(lüs/sda)

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Ausgewählte Leser-Kommentare

Hier lassen viele ihren persönlichen Frust über die "bösen" Lehrer während ihrer Schulzeit aus. Gewiss gibt es wie in allen andern Bereichen auch gute und schlechte Lehrkräfte. Aber eben Präsenzzeit ist nicht unbedingt produktive Zeit. Wenn man die effektiv produktive Zeit in vielen Bürojobs messen würde, was käme verglichen mit 28 Lektionen, die gut vorbereitet und mit voller Konzentration vor kritischem Publikum gehalten werden müssen, dabei wohl heraus? Für meine Kinder wünsche ich mir gut motivierte und kompetente Lehrkräfte und die müssen angemessen bezahlt werden. – kein Lehrer

Es ist doch schön zu sehen, wie immer alle meinen sie wüssten was ein Lehrer so macht weil sie ja auch einmal in die Schule gegangen sind. All diejenigen, welche sich darüber enervieren, die Lehrer hätten eine leichte Aufgabe sollen doch einmal eine Klasse für eine Woche übernehmen. Besonders einigen Eltern würde es gut tun, sich einmal die Realität in der Schule anzusehen. Wieso nicht jedem Elternteil eine zusätzliche Woche Ferien, in denen Sie dann eine Woche in der Klasse des Kindes verbringen... – Johnny Idee

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • meiner am 01.07.2013 14:03 Report Diesen Beitrag melden

    lehrer lohn

    es grenzt schon fast an frechheit diese forderung...

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  • Franz Zuklapski am 01.07.2013 23:45 Report Diesen Beitrag melden

    Überrissen

    Vielleicht sollten die LehrerInnen aufhören sich mit der Finanzbranche zu vergleichen - dann kommen sie automatisch von ihren hohen Lohnforderungen herunter! In der Finanzbranche wird mehr bezahlt - aber die Chance auf der Strasse zu landen, ist auch entsprechend höher!

  • Freumi am 02.07.2013 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoere nicht recht?

    Was!?! 120'000Fr.? He ich bin Pflegedirektor, also Kader, und verdiene nicht soviel!!! Soviel zum Thema Abzocker...

Die neusten Leser-Kommentare

  • M. Hugentobler am 02.07.2013 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Sonst noch Wünsche?

    Also diese arrogante Forderung ist nun definitiv zu viel. Geht gar nicht. Wenn ihr schon mehr Lohn haben möchtet, dann gelten ab sofort die gleichen Wochen an Ferien wie im Gesetz notiert. Ich erinnere, es sind deren 4 Wochen!!!!! Im Vergleich zu vielen Berufen in der Privatwirtschaft werden Lehrer sehr verwöhnt! Sind Lehrer einfach zu Jammeris geworden? Die Forderung von 20 % ist einfach sehr absurd.

  • peter betschart am 02.07.2013 14:09 Report Diesen Beitrag melden

    übergebildet und somit zu teuer

    Das eigentliche Problem wird schon lange krass verkannt! Ein studierter hat auch einen angemessenen Lohn zu erhalten. soweit so gut. aber warum ein Leherer der 1 - 6 Klasse Integralmathematik, Weltgschichte bis ins letzte Detail, das Periodensystem, Stromzyklen, 2 Fremdsprachen im Advanced-Level und vieles Mehr wissen muss, ist mir schleierhaft! Das schulische ist mit einer Sekundarschule mehr als gegeben, und danach gilt es nur noch Methodik, Didaktik und Pedagogik zu erlernen! Und dies hätte in einer spezifischen Berufslehre absolut Platz! Hallo Sachbearbeiterlohn, adee Kaderlohn!

  • Freumi am 02.07.2013 12:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich hoere nicht recht?

    Was!?! 120'000Fr.? He ich bin Pflegedirektor, also Kader, und verdiene nicht soviel!!! Soviel zum Thema Abzocker...

  • Pestalozzi am 02.07.2013 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unwissende

    Viele der Kommentarschreiberinnen und -schreiber bilden sich allem Anschein nach wirklich ein, neun Jahre Volksschule mache sie zu Bildungsprofis. Der Lehrberuf setzt heute ein Hochschulstudium voraus, schon nur deshalb sind die Löhne nicht mit etwelchen Berufen zu vergleichen sondern mit anderen Berufen mit Hochschulabschluss. Dann muss das Risiko, die Belastung, die Flexibilität, die dauernde Weiterbildung, die Arbeitszeit (1930 Jahresarbeitsstunden) etc. berücksichtigt werden. Lehrpersonen sind Kaderleute, sie sollen auch so bezahlt werden!

    • JohnDoe82 am 02.07.2013 15:06 Report Diesen Beitrag melden

      Dann Lieber Semi zurück

      Dann müsste man sich evtl überlegen das Semi wieder einzuführen. Alles zu verakademisieren macht auch nicht immer Sinn. Haben sie eigentlich das Gefühl in den anderen Berufen seien die Anforderungen nicht gestiegen? In welchem Beruf muss man sich schon nicht weiterbilden. Auf der anderen Seite steht eine enorme Jobsicherheit. Lehrer sind Beamte bezahlt von der Allgemeinheit und dieser Lohn sollte reichen.

    • Dani am 02.07.2013 19:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Oh nein

      Niemand sagt, dass Lehrer kein anstrengender Job ist. Er wird auch anständig bezahlt, im internationalen Vergleich sogar sehr gut! Ich kenne die Lehrerweiterbildungen aus eigener Erfahrung sehr gut, die sind im Vergleich mit den Weiterbildungen in der Privatwirtschaft, die ich jetzt machen muss, ein Klacks.

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  • Angestellte am 02.07.2013 11:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für was bitte mehr Lohn?

    Und was ist mit den 12 Wochen Ferien und den Dienstaltersgeschenken = zusätzlichen bezahlten Urlaub alle paar Jahre? Davon können viele Angestellte in der Privatwirtschaft nur träumen. Habe während der ganzen Schulzeit meiner Kinder keinen einzigen Lehrer erlebt, der einen aussergewöhnlichen Einsatz geleistet hat.

    • Davide F am 02.07.2013 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Ferien

      Sie verwechseln wohl unterrichtsfreie Zeit mit Ferien. Das Gesetz hält fest, dass die Lehrpersonen auf 4 Wochen Ferien Anspruch haben. Möchte man nur 1 Woche mehr Ferien haben, so gilt es sehr gut zu planen.

    • Herr Lehrer am 02.07.2013 22:51 Report Diesen Beitrag melden

      Dafür bitte mehr Lohn!

      Ich kenne leider keinen Lehrer, der 12 Wochen Ferien machen kann! Weil es mich wunder nahm, habe ich zwei Jahre Lang meine "Lehrerarbeitszeit" erfasst. Als engagierte Lehrperson komme ich auf 4-5 Wochen Ferien - in intensiven Schuljahren mit Projektwoche, Klassenlager weniger. Dienstaltersgeschenke... eine Woche nach zehn Jahren im gleichen Kanton ergibt gerade mal eine "Boni-Zahlung" von 0.5 Tagen pro Jahr und davon träumt man wirklich in der Privatwirtschaft?. Dazu habe ich Beamer und Laptop privat angeschaft, da es sich die Schulgemeinde nicht leisten will.

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