Tauziehen um Timoschenko

02. Mai 2012 04:51; Akt: 02.05.2012 16:31 Print

Schweizer Politik schaltet sich in EM-Streit ein

Nationalrätin Christa Markwalder von der parlamentarischen Freundschaftsgruppe Schweiz-Ukraine schlägt vor, Julia Timoschenko in der Schweiz behandeln zu lassen.

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An der heute beginnenden Sondersession des Nationalrats will die parlamentarische Freundschaftsgruppe Schweiz-Ukraine über Schritte beraten, wie die Schweiz in der Krise um die inhaftierte Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko und dem drohenden politischen Boykott der Fussball-EM vermitteln könnte, berichtet die «Aargauer Zeitung».

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FDP-Nationalrätin Christa Markwalder, die zusammen mit ihrem grünliberalen Ratskollegen Martin Bäumle als Co-Präsidentin der Freundschaftsgruppe amtet, fordert von der Landesregierung, sich für Timoschenko einzusetzen. Aufgrund der guten Beziehungen zwischen den beiden Ländern könne die Schweiz eine positive Rolle bei der rechtsstaatlichen Entwicklung der Ukraine spielen, sagt ein anderes Mitglied laut «Aargauer Zeitung». Allerdings müsse der Bundesrat aufpassen, dass er nicht Partei ergreife - dies vermutlich im Hinblick auf die deutsche Regierung, die sich in der Krise stark exponiert.

Auch Juschtschenko liess sich in der Schweiz behandeln

Markwalder sieht zwei Optionen: Das EDA soll eine Protestnote an die ukrainische Regierung schicken. Oder ihr anbieten, Timoschenko zur Behandlung in ein Schweizer Spital zu bringen – wie den ehemaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Juschtschenko. Der einstige Weggefährte Timoschenkos liess sich nach einem Vergiftungsversuch 2004 in einer Genfer Klinik behandeln.

Das EDA hat die Forderungen der Parlamentarier bisher nicht kommentiert. Sportminister Ueli Maurer will trotz weitverbreiteter Boykott-Drohungen an seinen Plänen festhalten, am 8. Juni ans Eröffnungsspiel im polnischen Warschau zu reisen. «Es ist nicht opportun, Grossanlässe für politische Statements zu missbrauchen», sagte Maurer gegenüber Radio DRS.

(kri)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Julia am 03.05.2012 17:23 Report Diesen Beitrag melden

    Gefängnis 1

    Frau Timoschenko hat sich schon immer zu vermarkten gewusst, schon allein der gefälschte Zopf rund um ihren Kopf, der sie einer ukrainischen Volksheldin der längst vergangenen Zeiten ähnlicher sehen lässt. Sie mag gutes für das Land getan haben, doch sie ist zu Recht verurteilt worden, denn sie hat durch, wie das Ukrainische Gericht befunden hat, absichtliche Handlungen dem Land ein Verlust von 189.5 Millionen Dollar gebracht. Für ein eher armes Land eine ungeheuerliche Summe, für die sich eine einzige Person verschuldet.

  • stefan am 02.05.2012 14:02 Report Diesen Beitrag melden

    wieso maurer?

    wir haben uns doch nicht qualifiziert, was soll der dort?! mit europa will er ja auch nix zu tun haben, oder?!

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  • Brucer am 03.05.2012 17:10 Report Diesen Beitrag melden

    Sonderbehandlung für Reiche?

    Sie ist ja in den Hungerstreik gegangen, weil sie in ein ukrainisches Spital gebracht wurde und nicht wie gewünscht nach Deutschland. Hallo? In welchem Land können Gefangene wünschen, wo sie gerne wegen eines Bandscheibenvorfalls behandelt werden möchten?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Philippe Trachsel am 06.05.2012 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Ja aber hallo....

    Also solche Flecken habe ich jedes mal wenn ich mich draussen bewege. Das ist ja so was von lächerlich. Dort passieren so viel schlimme Sachen. Und nur weil diese Frau "eine Wichtigkeit " ist, wird das so gross geschrieben? Also manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr.

  • SVP-Wähler am 04.05.2012 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ist es ja vom Tisch.

    Nun kümmert sich ja Deutschland um den Fall. Find ich gut so. Ausserdem sollten wir uns neutraler verhalten!

    • Anne-Claire am 05.05.2012 23:44 Report Diesen Beitrag melden

      Etwas Menschenverachtend

      Dieser Kommentar ist menschenverachtend. Im Namen der Neutralität sollen wir uns verhalten, wie die drei kleinen Aeffchen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Das Rote Kreuz wurde aber in der Schweiz gegründet! Gottseidank kümmert sich nun Deutschland um Frau Timoschenko. Für mich ist eine solche Argumentation unverständlich.

    • Beat Langenberger am 06.05.2012 10:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Neutralität ist kein Versteck

      Kopf in den Sand stecken ist nicht unbedingt neutral. Ist eher ignorant, alles den anderen zu überlassen und damit auch eine etwas einseitige Ansicht. Die politische Gesinnung interessiert hier niemand, ist nur dumme Propaganda im falschen Forum. Sich hinter einer Wählergruppe zu verstecken zeigt Angst und ist auch kein neutrales Verhalten.

    • Schweizer am 08.05.2012 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zurückhaltung

      Ja das stimmt. Aber die Schweiz kriegt eh immer eins auf den Deckel, egal ob sie was macht oder nicht. Daher... Ist es ganz gut nicht immer zuvorderst anzustehen!

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  • Moser Marcel am 04.05.2012 19:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fussball- EM und ukrainische Politik

    Die Neutralität der Schweiz gebietet, dass in diesem Fall niemand bevorteilt oder benachteiligt wird. Andererseits sollte die Schweiz im Fall Timoschenko klare Zeichen setzen, dass sie keine Vergehen gegen die Menschenrechte duldet. Egal was und wie sie es macht es wird immer jemand geben der sich dann benachteiligt fühlt.

  • Mina S. am 04.05.2012 18:58 Report Diesen Beitrag melden

    Strassenhunde

    Das ist wieder einmal typisch: Tausende ukrainische Strassenhunde wurden qualvoll getötet infolge Säuberung vor der EM, ein Mädchen wurde vergewaltigt und wie Müll weggeworfen und angezündet, 2 ihrer Widersacher wurden zuerst einmal laufengelassen (als Söhne einflussreicher Ukrainer)... aber was die Leute veranlasst, die EM in der Ukraine kritisch zu betrachten ist eine einzelne Person, welche in einem Gefängnis sitzt und sich dort blaue Flecken geholt hat... Sowas macht mich echt traurig!

    • MalinoisLady am 07.05.2012 18:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      .....

      DANKE

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  • Tierschützer am 04.05.2012 13:28 Report Diesen Beitrag melden

    EM-Streik

    Ich wäre vollenherzens für eine EM-Verlegung, denn was die Ukraine hier bietet, ist nicht nur unmenschlich, sondern auch untierisch. Alleine schon wegen all den streunenden Hunden und Katzen, welche für die EM ausgemerzt werden, damit die Ukraine "sauber" erscheint, ist inakzeptabel. Doch dafür interessiert sich natürlich wieder niemand.