Gourmet-Palast

09. Dezember 2015 17:22; Akt: 09.12.2015 18:42 Print

Schweizer Starkoch bot geschützte Vögel an

Der bekannte Schweizer Gourmet-Tempel Domaine de Châteauvieux hat mit seinem Wildmenü Tierschützer und Vogelfreunde aufgescheucht.

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«Le Menu Chasse», das Wildmenü – es muss eine Gaumenfreude sein im 2-Michelin-Sterne-Palast Domaine de Châteauvieux bei Genf, schlägt es doch mit 350 Franken zu Buche. Was die Köche den Gästen frisch von der Jagd auf den Teller zaubern, das erfährt man derzeit auf der Online-Speisekarte nicht: «Menu mit vier Sorten Wild, Käse und zwei Desserts, je nach Anlieferung».

Gestern Vormittag war das noch anders, wie «Le Matin» berichtet. Da fanden sich auf dem Jagd-Menü im Domaine de Châteauvieux «je nach Anlieferung» laut der Zeitung auch die Feldlerche, der Buchfink und die Sumpfschnepfe (Bekassine) – alles Vögel, die in der Schweiz zu den geschützten Arten zählen und nicht gejagt werden dürfen.

Das Amt ermittelt, der Chef beschwichtigt

«Ich hoffe, dass das rechtliche Folgen hat», sagt Wendy Strahm von Nos Oiseaux, den Vogelschützern aus der Romandie, zu «Le Matin». «Das Amt für Umweltschutz ist informiert worden, dass ein Restaurant geschützte Vögel auf seiner Speisekarte anbot», sagt Sprecher Alain Rauss und fügt an, es sei zum ersten Mal, dass man mit einem solchen Fall zu tun habe. Rauss: «Nach Schweizer Recht ist der Import oder der Verkauf von lebenden oder toten geschützten Tieren respektive Teilen von ihnen verboten und wird von Amtes wegen verfolgt.»

Der Chef des Zwei-Sterne-Restaurants, Philippe Chevrier, sagt, er habe bisher nur eine der im Menu erwähnten Arten – die Sumpfschnepfe – «gelegentlich» im Kochtopf zubereitet. Und die sei nicht in der Schweiz erlegt worden, sondern im Ausland, versichert er gegenüber «Le Matin»: «Die Jagd ist in der Schweiz verboten, aber nicht in Schottland, und von dort importieren wir sie.» Der Import dürfte trotzdem verboten sein – was wohl der Grund war, warum die Vögel kurz nach der Anfrage der Zeitung aus der Speisekarte flogen.

(gbr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 09.12.2015 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schande für Köche

    Hoffentlich werden diesem Typen die Michlin Sterne weggenommen. Unterstes Niveau von diesem Starkoch er denkt wohl er sei über dem Gesetz.

  • Cira am 09.12.2015 17:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starkoch - Vogelmörder!!!!

    Ich als Schweizerin schäme mich für diesen Koch. Ich kann nur sagen: PFUI.

  • clclcl am 09.12.2015 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht

    Geht gar nicht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Sphinx am 10.12.2015 14:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht!

    Ich geh gerne mit meinem Mann fein essen. Ich informiere mich jedoch immer zuerst ob das Restaurant Stopfleber usw anbietet. Diese Restaurants würde ich nie besuchen. Ob er nun die Vögel von hier oder aus dem Ausland hat ist Jacke wie Hose! Für mich ein No-Go!!!

  • Bird22 am 10.12.2015 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld ist alles

    Es zeigt sich wieder, wenn es ums Geld geht ist alles erlaubt!

  • Earlybird am 10.12.2015 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Frechheit

    Einfach unglaublich so etwas. Ich hoffe dieses Lokal wird nun sehr genau überwacht. Hoffentlich gibt es einen Bussenkatalog für solche übertretungen.

  • Sam am 10.12.2015 07:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unprofessionell

    Es ist doch eher ein Armutszeugnis, wenn man geschützte Arten auf tischen muss um Kunden anzulocken. Zumal man gerade hier erwarten darf, dass der Sternekoch(!) fünf Minuten Zeit nimmt um kurz zu googlen.

  • Epilog am 10.12.2015 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht nicht

    Ein excellentes Restaurant. Bin aber erstaunt, dass man so wenig auf geschützte Tierarten achtet. Selbst wenn es sich um importierte Wäre handelt.