Anti-Minarett-Spiel

25. Mai 2011 12:56; Akt: 25.05.2011 13:01 Print

Schweizer Werber in Graz angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Graz hat Anklage gegen den Schweizer Werbefachmann Alexander Segert und den FPÖ-Chef in der Steiermark, Gerhard Kurzmann, wegen Verhetzung erhoben.

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Die Anklage steht im Zusammenhang mit dem Online-Spiel «Moschee baba». Das Justizministerium habe grünes Licht für die Anklage gegeben, bestätigte Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Mittwoch einen österreichischen Medienbericht. Das Strafmass für Verhetzung beträgt bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug.

Die Staatsanwaltschaft beantragte ferner, eine Geldbusse für die FPÖ Steiermark und die Werbeagentur zu verhängen. Die Höhe dieser Geldstrafe werde von den wirtschaftlichen Verhältnissen abhängen und diene dazu, den erlangten finanziellen Vorteil abzuschöpfen.

Das Anti-Minarett-Spiel mit dem Titel «Moschee-Baba» zielte darauf ab, Moscheen und Minarette sowie Muezzins wegzuklicken und dafür Punkte zu sammeln. Die steirische FPÖ hatte das Spiel für den Wahlkampf 2010 gemeinsam mit Segert entwickelt.

Die Lancierung des Spiels hatte in Österreich eine Welle der Empörung ausgelöst. Segert selbst hatte verlauten lassen, dass innerhalb von 48 Stunden 100 000 Personen an dem Spiel teilgenommen hätten. Es decke offensichtlich einen grosses Bedürfnis ab.

Segert hatte schon die Kampagne für ein Minarettverbot in der Schweiz gestaltet, bei der ebenfalls ein Internet-Spiel unter dem Namen «Minarett-Attack» zum Einsatz kam. Das Spiel hatte als Vorbild für die steirische Variante gedient.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Danny am 25.05.2011 15:07 Report Diesen Beitrag melden

    Türme wegklicken

    Nur ein Spiel, wenn auch ein Geschmackloses. Da haben es radikale Moslems "besser" gemacht, als sie vor rund 10 Jahren in NYC 2 Türme "weggeklickt" haben. Aber das ist heute ja fast vergessen. Wir lassen eine Islamisierung des Westens zu, und wer sich wehrt, wird als Rassist und islamophob verbal weggeklatscht. Wacht endlich auf. Was die einen mit Gewalt tun, tun die anderen mit friedlichen Mitteln. Ein Votum, ein Zeitungsartikel, eine Karikatur oder ein dämliches Spiel hat noch niemanden verkrüppelt oder getötet.

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  • Wenzin am 26.05.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Anklage

    verstösst gegen den allerwichtigsten Verfassungsgrundsatz, seine Meinung frei äussern zu dürfen. Deshalb kann man hier dem Staatsanwalt getrost den Mittelfinger zeigen oder dem Vögelchen Wasser geben. Dumm ist, wer glaubt, Meinungen mit Gesetzen unterdrücken zu können. Das Gegenteil ist stets das Resultat. Für einmal könnte Austria was von CH lernen.

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  • Fran am 26.05.2011 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Alexander Segert

    1. Alexander Segert ist Deutscher und kein Schweizer, welcher vor allem für die SVP Plakate entwirft. 1. Es erinnert mich an die Inquisition. Es darf im im 21. Jahrhundert nicht verboten werden eine Religion anzugreifen. Man sollte bezüglich Religionen freie Meinungsäusserung haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Fran am 26.05.2011 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    Alexander Segert

    1. Alexander Segert ist Deutscher und kein Schweizer, welcher vor allem für die SVP Plakate entwirft. 1. Es erinnert mich an die Inquisition. Es darf im im 21. Jahrhundert nicht verboten werden eine Religion anzugreifen. Man sollte bezüglich Religionen freie Meinungsäusserung haben.

    • F.M. am 30.05.2011 14:36 Report Diesen Beitrag melden

      Errungenschaft

      Die Erkenntins, dass Angriffe aus rassistischen Motiven heraus nicht akzeptabel sind und dass mit der Religion anderer Menschen respektvoll umzugehen ist, sind ja gerade eine Errungenschaft des ausgehenden 20. Jahrhuderts und verlieren auch im 21. Jahrhundert nicht an Notwendigkeit. Hassprediger aller Couler sind mit Härte zu bestrafen, sei es jetzt ein Pierre Vogel, ein Avi Lipkin, ein Oskar Freysinger, ein Matthias Teh oder eben ein Alex Segert.

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  • Markus Oberer am 26.05.2011 12:59 Report Diesen Beitrag melden

    Also eine Welle der Empörung

    würde ich das nicht nennen. Es war ja nicht einmal ein Kräuseln auf dem Wasser. Ausser ein paar Politikern, die ja so reagieren müssen, ist da nicht viel von "Empörung" auszumachen gewesen. Das ist ja auch der Grund, weshalb die Staatsanwaltschaft im Auftrag einiger effekthaschender Politiker das ganze versucht, medienwirksam aufzupuschen.

  • Wenzin am 26.05.2011 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Anklage

    verstösst gegen den allerwichtigsten Verfassungsgrundsatz, seine Meinung frei äussern zu dürfen. Deshalb kann man hier dem Staatsanwalt getrost den Mittelfinger zeigen oder dem Vögelchen Wasser geben. Dumm ist, wer glaubt, Meinungen mit Gesetzen unterdrücken zu können. Das Gegenteil ist stets das Resultat. Für einmal könnte Austria was von CH lernen.

    • Kein Egomane am 26.05.2011 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      FALSCH

      Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das ist die Nummer 1. Das wissen aber das wäre sehr unegoistisch..

    • Monique am 26.05.2011 22:49 Report Diesen Beitrag melden

      @Wenzin

      A von CH lernen? Ja was denn? Schliesslich diktiert auch bei uns der islamische Zentralrat wer zu uns kommen darf u. einen Vortrag halten darf u. kündigt eine Gegendemonstration an, falls dem ihn unbequeme Gast kommt. Umgekehrt durften, wie allg. bekannt, Islamisten auch aus dem Ausland da in der CH ihre Vorträge halten, trotz deren Inhalten, die mit d.Verfassung inkopatibel waren. Klar stösst diese Anklage gegen den allerwichtigsten Verfassungsgrundsatz aber in A ist das Gang u. Gebe. A hat Angst vor den Muslimen wie D u.a. auch. Sämtliche Anklagen u.Urteile deuten a. heimliche Sharia hin.

    • Mutiger am 27.05.2011 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      Angstchüngel

      Angst haben die, die alles kategorisch ablehnen und verbieten. So ist es, wer keine Angst hat ist meistens offen..-

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  • Fritz am 25.05.2011 23:16 Report Diesen Beitrag melden

    Auf Moorhüner schiessen ist ok

    Auf virtuelle Moorhüner schiessen ist ok, Minarette wegklicken soll Verhetzung sein? Was ist das für eine Logik? Ich könnten die Anklage verstehen, wenn es in dem Spiel darum gänge auf die Minarette zu schiessen. Das tut es aber anscheindend nicht. Dass sich die Staatsanwaltschaft darauf einlässt ist mir ein Rätsel.

    • A. Anton am 26.05.2011 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Komische Logik

      Es geht um die Symbolik: Wer Minarette wegklickt, klickt gleichzeitig den Islam weg. Das ist Verhetzung, eine Missachtung von Andersgläubigen. Moorhühner sind nicht Teil unserer Bevölkerung und können daher nicht verhetzt werden. Das Moorhuhn-Spiel könnte man aber durchaus als Aufruf zum Abschuss von Moorhühner u.ä. sein. Die Tierschutzverbände haben dagegen damals auch Klage eingereicht. Uebrigens ist es abwertend, Muslime den Moorhühnern gleichzustellen.

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  • Monique am 25.05.2011 17:20 Report Diesen Beitrag melden

    Frage:

    Schafft der CH-Werber in Österreich?

    • Kein Jurist am 26.05.2011 11:01 Report Diesen Beitrag melden

      Warum?

      Warum wollen Sie das wissen? Sind Sie Juristin und versuchen, eine Lücke in der Gesetzesgebung zu finden? Und spielt es für Sie eine Rolle, wo eine allfällige Straftat begannen wurde? Das soll aus meiner Sicht höchstens auf das Strafmass Auswirkungen haben.

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