Global Drug Survey 2015

08. Juni 2015 05:57; Akt: 08.06.2015 05:57 Print

Schweizer greifen weniger oft zu Alkohol und Drogen

von Marco Lüssi - Über 6000 Menschen aus der Schweiz haben am Global Drug Survey teilgenommen. Dabei zeigt sich: Der Konsum von Alkohol und illegalen Drogen geht zurück.

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Der Global Drug Survey (GDS) ist die grösste Drogenumfrage der Welt. 102'000 Menschen aus über 50 Ländern haben dieses Jahr online Auskunft über ihren Alkohol- und Drogenkonsum gegeben, 6204 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der nicht repräsentativen Umfrage stammen aus der Schweiz. Die Schweizer Resultate liegen 20 Minuten exklusiv vor.

Die Rangliste der meistkonsumierten Substanzen ist gleich geblieben wie im Vorjahr: Beliebteste Substanz ist Alkohol, darauf folgen Tabak, Cannabis, MDMA/Ecstasy und Kokain. «Das sind die ‹Big Five›, die beim Drogenkonsum schon seit Jahren die Hauptrolle spielen», sagt Alexander Bücheli von Safer Nightlife Schweiz.

Griff zu Kokain und Ecstasy nahm ab

Die Umfrageteilnehmer haben angegeben, welche Substanzen sie in den letzten zwölf Monaten konsumiert haben. Vergleicht man diese Angaben mit jenen des GDS 2014, zeigt sich: Fast jede der Substanzen wurde von einem kleineren Personenanteil konsumiert. 87 Prozent der Befragten gaben an, im letzten Jahr Alkohol getrunken zu haben – 2014 waren es noch 93 Prozent gewesen. Zur Zigarette griffen gemäss dem GDS 2015 in den vergangenen zwölf Monaten 57 Prozent gegenüber 64 Prozent im Vorjahr. Einen Rückgang gab es auch bei MDMA/Ecstasy (von 15 auf 11 Prozent) und beim Kokain (von 12 auf 9 Prozent).

Ob diese Resultate einen realen Rückgang des Konsums von Alkohol und illegalen Drogen widerspiegeln, ist laut Larissa Maier vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung jedoch nicht sicher. «Das Ergebnis könnte auch damit zusammenhängen, dass in der Schweiz eine breitere, weniger drogenaffine Zielgruppe erreicht wurde.» So haben 26 Prozent der Teilnehmer angegeben, noch nie illegale Drogen genommen zu haben – 2014 waren es nur 18 Prozent gewesen. Kaum Veränderungen wurden beim Cannabis registriert: Gekifft haben 43 Prozent der Befragten des GDS 2015 – beim GDS 2014 war der Anteil mit 41 Prozent nur unwesentlich geringer.

«Abnahme bei Ecstasy und Kokain ist bemerkenswert»

Für Bücheli ist vor allem auffällig, dass die Werte sowohl beim Ecstasy als auch beim Kokain zurückgegangen sind: «In der Vergangenheit war der Rückgang bei der einen Substanz jeweils durch eine Zunahme bei der anderen kompensiert worden – dass es bei beiden eine Abnahme gibt, ist bemerkenswert.»

Verglichen mit den Zahlen aus den anderen Ländern zeigt sich laut Bücheli, dass in der Schweiz ein «moderater Drogenkonsum» stattfindet. Hohe Werte erzielt die Schweiz im internationalen Vergleich jedoch beim Tabak und beim Cannabis. Dass sie eventuell etwas zu viel rauchen beziehungsweise kiffen, sehen auch viele Umfrageteilnehmer so. Maier: «Ein Drittel der Cannabiskonsumenten gab an, in den nächsten zwölf Monaten weniger kiffen zu wollen – und von den Rauchern möchten 58 Prozent künftig weniger häufig zur Zigarette greifen.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schämu am 08.06.2015 06:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fragliche Auswertung

    Kann man dierser Auswertung trauen? Solche die unter Sucht stehen verkehren nicht unbedingt online, also wird nur die Sonnenseite der Gesellschaft erfasst.

  • Annas Best am 08.06.2015 06:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder eine Statistik

    Naja in einem anderen Bericht stand das die Kriminalität und der Drogenverbrauch zugenommen habe. Ja was nun, nehme jetzt weniger Person mehr Drogen?

  • Marco Wila am 08.06.2015 06:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Werbung

    Also me gute Werbung ist das nicht wenn auf dem foto die Swiss Miles and More Karte erkennbar ist......

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Die neusten Leser-Kommentare

  • No Go am 09.06.2015 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @ modernhippie

    Ihre Werbung für LSD finde ich bedenklich. Noch sind Sie von Ihrem Trip zurückgekommen.. Wer weiss es.. Meistens gibt es durch diese Droge irreparable Schäden, kein Zurück mehr in die Realität. Die Kliniken sind gut belegt mit solchen Opfern, die nach Trips geistesgestört sind. Deshalb ein No go dieses Anpreisen.

  • Bb am 08.06.2015 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bestimmt nicht :-D

    Genau, die Schweizer greifen weniger zu Drogen und Alkohol Im Märchenland vielleicht!

  • Erich am 08.06.2015 20:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alkohol und Drogen...??

    Ist ja beruhigend zu wissen dass Alkohol keine Droge ist!? Da hat mich aber Mami und Papi falsch informiert... Hallooo, Alk gehört schlicht und ergreifend zu harten Drogen, auch wenn sie legal ist. Schreibt doch wenigsten von legalen und illegalen Drogen! Sonst tönt das schon sehr verherrlichend für all unsere Kids und Jugendlichen.

  • Das Brot am 08.06.2015 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Letztes Jahr...

    ... teilgenommen, dieses Jahr nicht. - Könnte es vllt. eher was mit den Befragten als mit der Realität zu tun haben? Hmmmmmm..... mal scharf nachdenken.... Na ihr lieben Statistiker? Kommt ihr selber drauf? ;)

  • spattrow am 08.06.2015 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    rhino

    ich weis ja nicht, unser kleines dorf hat schon fast so viele teilnehmer wie die gesamte schweiz...und ob mikrige 102'000 im vergleich zu den restlichen 7'000'000'000 menschen wirklich relevant sind....das bleibt fraglich. zudem gehe ich davob aus, dass ein grossteil der konsumenten gsr nicht gevotet hat, auch die die nur alkohol trinken fehlen mit sicherheit, denn alkohol ist ja keine droge! übrigens fehlt das koffein auf der tabelle und butter und auch zucker...

    • alkoholpartei.wordpress.com am 08.06.2015 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      @spattrow

      Es kann nicht genug wiederholt werden, dass Alkohol keine Droge sondern ein harmloses Genussmittel ist, mit dem verantwortungsvoll umgegangen werden kann. Cannabis, Drogen, Heroin usw. - das sind Rauschgifte! Die sind verboten, weil sie gefährlich sind. Die sind nicht gefährlich weil sie verboten sind sondern verboten weil sie gefährlich sind! Alkohol aber ist völlig harmlos, ungiftig, deshalb legal und in der Drogenabstinenz berechtigterweise kein Thema. Helfen Sie uns, die Diffamierung unseres Rauschgift-Alkohols als Droge zu bekämpfen. Treten Sie uns online bei!

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