Nach Datenskandalen

22. Februar 2019 21:06; Akt: 23.02.2019 06:15 Print

Schweizer haben Angst um ihre Daten

Im Internet sind Schweizer dieses Jahr vorsichtiger als im Vorjahr. Es werden seltener persönliche Daten wie Gewicht, Aufenthaltsort oder Kontonummern geteilt.

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Schweizerinnen und Schweizer sind im Internet vorsichtiger als noch 2018. Das zeigt eine Studie des Vergleichsdienstes Comparis. Dies könnte hauptsächlich daran liegen, dass sie sich von Internetunternehmen wie Facebook und Google stärker bedroht fühlen. Aber auch staatlichen Unternehmen wird weniger vertraut. Auch bei diesen ist ein signifikanter Anstieg in der Bedrohungsempfindung zu beobachten.

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Dies hat zur Folge, dass die Schweizer nicht mehr so freimütig private Inhalte und Daten im Internet teilen. Am stärksten zeigt sich das beim Preisgeben von Kontonummern, persönlichen Videos und Fotos sowie bei der Offenlegung von Krankheiten online.

Datenskandale prägen die öffentliche Meinung

Ebenfalls vorsichtiger ist man beim Teilen des aktuellen Aufenthaltsorts oder des richtigen Geburtsdatums. Unbehagen bereitet vielen auch die öffentliche Nennung von Grösse und Gewicht. Der Digital-Experte Jean-Claude Frick begründet dies mit den jüngsten Datenskandalen grosser Internet-Firmen. «Diese lassen Nutzer vermehrt zögern, persönliche Daten preiszugeben», sagt er.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich beim Vertrauen in Online-Zahlungen. Am meisten Ansehen hat der Bezahldienst Paypal verloren. Etwas weniger, aber noch immer signifikant haben Rechnungen, Nachnahme und Postcard V-Pay an Vertrauen verloren.

Die zunehmende Skepsis hat jedoch auch gute Auswirkungen. So hat sich das Bewusstsein um eine gute Passwortpflege verbessert. Dieses Jahr verwenden bereits 35,1 Prozent der Schweizer ein eigenes Passwort für jeden Dienst. 2018 waren es noch 31,3 Prozent. Ausserdem wechseln mittlerweile 29 Prozent ihre Passwörter regelmässig.

Vertrauen in Schweizer Datenschutz steigt

Trotz allem glauben die Schweizer mehrheitlich daran, dass der Datenschutz in der Schweiz gut geregelt sei. Frick sagt dazu: «Die
Einführung der europäischen Datenschutzgrundverordnung SGVO hat das Thema Datenschutz bekannter gemacht. Die vorgeschriebenen Anpassungen wurden von Webseiten-Betreibern zum Teil auch in der Schweiz bereits umgesetzt und erhöhen das Vertrauen der Nutzer.»

Dieses erhöhte Vertrauen in den Datenschutz hat jedoch dazu geführt, dass mit Updates und Privatsphären-Einstellungen sorgloser umgegangen wird. So aktualisieren nur 56 Prozent aller Befragten ihre Apps und Programme regelmässig. Weniger als die Hälfte ist sich ausserdem über ihre Privatsphären-Einstellungen auf Social Media bewusst.

(doz)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • murrli am 22.02.2019 21:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    scheinheilig

    Ja genau. Aber alles in der Cloud speichern und bei jedem Einkauf die Cumuluskarte zücken, um zu profitieren.

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  • Mark Krad am 22.02.2019 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Milliarden Menschen

    halten Social Media für nötig - wundert euch dann bitte nicht wenn jeder alles über euch weiss. Alternative: den ganzen Quatsch sein lassen.

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  • DH am 22.02.2019 21:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und warum?

    Solange den Amis niemand auf die Finger schaut, sollte man auch Vorsichtig sein!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • IT Ingenieur am 23.02.2019 22:33 Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld!

    Das ganze ist ein alter Hut und predigte ich den Leuten schon, da gab es noch kein Facebook. Wer nicht hört, muss halt seinen Mist selber ausbaden!

  • Marion M. am 23.02.2019 20:55 Report Diesen Beitrag melden

    Alles oder nüt

    Ich Teile alles öffentlich, habe 5000 Freunde bei Facebook kennen tue ich vielleicht 10, und jetzt fehlt mir nur noch ein Stalker.

    • Mr. Spock am 23.02.2019 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marion M.

      Ich hab rund 220 und jedem irgendwann in meinem Leben mindestens 1x gegenüber gestanden

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  • Dybli49 am 23.02.2019 19:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    eigenvetantwortung

    Social Media wie FB sind sehr gute Plattformen und wenn Intimitäten oder andere persönliche Infos verbreitet werden liegt es an den Benutzern. Nie mehr veröffentlichen als ich auf eine Postkarte schreiben würde, keine Beschimpfungen, intime Photos oder Angaben über Kinder, Kontos usw.

    • marko 34 am 23.02.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dybli49

      Super

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  • Anonymous am 23.02.2019 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Privat ist Vertraulich!Wem Vertraust du?

    Wenn es um Privacy geht ist die wirkliche Frage, wass man genau unter Privacy versteht. Seit dem 2017 zbsp. dürfen zahlreiche Versicherungsmitarbeiter sowie Behörden ohne Gerichtsbeschluss deine Geräte Hacken. Bei UPC zbsp. darfst du kein eigenen dns Server wählen. Bei Swisscom hast du Remoteports die aus Wartungsgründen gefiltert aber offen sein müssen, sowie der Legendäre Stimmabdruck und die Deauthentifizierungen der Provider wenn du verschlüsselt kommunizierst. Die beste Privacy ist immer, keine Privacy zu haben! Und wenn dann, über Anbieter die nichts mit dem eigenen Land zu tun haben

    • Marco am 23.02.2019 22:03 Report Diesen Beitrag melden

      UPC erlaubt keinen eigenen DNS?

      Das kenne ich von der Swisscom aber bei UPC konnte ich bisher alle Modems in den Bridge Modus versetzten und einen WRT Router insallieren. Port 53 zwangsumleiten und gut ists. Hat sich das geändert?

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  • E.Snowden am 23.02.2019 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    Tor Browser

    Habe mich 1 mal mit dem Tor Browser bei Facebook angemeldet, mein Account wurde sofort gesperrt und mein Passwort zurückgesetzt, und wurde aufgefordert, mich mit einem "Spionage-Tauglichen" Browser einzuloggen...FB will keine Anonyme Einlogger...

    • MikeF am 23.02.2019 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E.Snowden

      Man sollte sich auch nicht irgendwo auf einer normalen Website einloggen, wenn man Tor benutzt. Um eine öffentliche Website anzusurfen musst du an einem Server (Exit-Node) das Tor Netzwerk verlassen. Dort kann theoretisch (und wird auch in der Praxis häufig!) der gesamte Traffic mitgeschnitten und ausgewertet.

    • Karl Ranseyer am 23.02.2019 17:29 Report Diesen Beitrag melden

      @E. Snowden

      Unfug, mit Cyberghost kommt man z.B. immer rein. Abgesehen davon: gesperrt UND Passwort zurückgesetzt UND aufgefordert, sich mit einem anderen Browser einzuloggen... das muss doch weh tun beim Schreiben!

    • Marco am 23.02.2019 18:32 Report Diesen Beitrag melden

      @Karl Ranseyer

      Sie verstehen offensichtlich den Unterschied zwischen Tor und VPN nicht.

    • Anonymous am 23.02.2019 18:39 Report Diesen Beitrag melden

      Privacy

      Lieber Snowden :-) Benütze doch einen Client wie Stubby um dns over tls zu benützen und einen guten VPN Dienst der deine Daten nicht loggt. Und um über Tor dich bei Facebook einzuloggen brauchst die die .onion Adresse von Facebook. Ich würde dir aber abraten persönliche Daaten mit dem Tor Netzwerk aufzurufen..! lg, Anonymous

    • Karl Ranseyer am 23.02.2019 18:48 Report Diesen Beitrag melden

      @Marco

      Erleuchten Sie uns, wo in diesem Fall der entscheidende Unterschied liegt. Beide verschleiern die eigene IP, wenn man Webseiten aufruft. Vielleicht sollten Sie, bevor Sie anderen Leuten Unkenntnis vorwerfen, noch mal nachsehen, was Cyberghost ist?

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