Uganda

04. Juli 2014 07:45; Akt: 04.07.2014 18:31 Print

Schweizer hält Beamtem Waffe an den Kopf

In Uganda wurde ein Schweizer verhaftet, weil er einem Regierungsmitarbeiter eine Waffe an den Kopf gehalten hat. Die Pistole trug er illegal auf sich.

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Ulrich M.* (63) rastete im Strassenverkehr aus und hielt einem ugandischen Regierungsmitglied eine Waffe an den Kopf. (Bild: Screenshot Youtube)

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Als Robert Muchunguzi, der in einer leitenden Position im Büro des Premierministers arbeitet, am Montag mit seinem Auto dem Schweizer Ulrich M.* auf der Strasse keinen Platz machen wollte, rastete dieser völlig aus. «Er sagte mir, ich solle auf der Strasse wenden. Ich sagte ihm, dass ich das nicht tun könne, da antwortete er, er werde es mich lehren», sagt Muchunguzi in einem Interview mit dem TV-Sender «NTV Uganda».

M. habe daraufhin eine Pistole aus seinem Wagen geholt und sie dem Beamten an den Kopf gehalten.«Ich habe um mein Leben gefleht, dann ging er», so Muchunguzi. Der 63-jährige Schweizer wurde daraufhin verhaftet.

Doch der Polizei gibt der Fall Rätsel auf. M. habe behauptet, er sei Tourist und erst seit zwei Wochen in Uganda, schreibt die ugandische Zeitung «New Vision». Ermittlungen hätten jedoch ergeben, dass der Schweizer in Bukasa seit Monaten ein Haus baue, sagte der Polizeisprecher von Kampala, Patrick Onyango.

«Es war die Wut»

Was den Behörden grosse Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass bei der Hausdurchsuchung eine illegale Waffe gefunden wurde – mitsamt 30 Patronen Munition. Die Pistole habe keine Seriennummer, deshalb sei unklar, woher der Schweizer die Waffe habe. «Der Verdächtige behauptet, er habe die Pistole aus der Schweiz mitgebracht», sagt Onyango weiter. Es sei allerdings nicht möglich, mit einer Waffe durch die Sicherheitskontrolle des Flughafens zu kommen.

In einem Interview mit dem ugandischen Fernsehsender gab M. an, dass er den Vorfall bedauere. Er sei in Eile gewesen und habe den Stau vermeiden wollen, so seine Begründung. «Ich wollte niemanden verletzen. Es war die Wut», so M. Die Waffe sei zudem nicht geladen gewesen.

Der Fall wird von der Polizei nun mit Dringlichkeit untersucht. Besorgt ist man insbesondere über die widersprüchlichen Aussagen des Schweizers zur Herkunft der Waffe und seine Absichten im Land. Ersteres wird nun ermittelt. M. wird sich jetzt wegen illegalen Waffenbesitzes und Gewaltandrohung vor Gericht verantworten müssen. Polizeisprecher Onyango ruft ausländische Bürger zudem dazu auf, ihre Waffen beim nächsten Polizeiposten zu melden.

*Name der Redaktion bekannt

(vro/saw)