UNO

16. Dezember 2008 20:52; Akt: 16.12.2008 20:58 Print

Schweizer im Komitee für die Kinderrechte

Der Schweizer Jean Zermatten ist in New York für vier weitere Jahre ins UNO-Komitee für die Rechte von Kindern gewählt worden.

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Die Unterzeichnerstaaten der Konvention über die Rechte von Kindern bestätigten Zermatten im ersten Wahlgang mit 125 Stimmen, dem besten Resultat aller 18 Kandidaten für die neun frei werdenden Sitze.

Der 60jährige Walliser freute sich über die Wiederwahl. Sie sei ein schönes Zeichen der Anerkennung seiner Arbeit, sagte er sie gegenüber Schweizer Medienvertretern.

Kinderarbeit nimmt weltweit ab

Zermatten wurde 2005 ins UNO-Gremium gewählt, das die Umsetzung der Konvention überwacht. In einigen Bereichen seien Fortschritte zu verzeichnen, so sei die Kinderarbeit weltweit deutlich zurück gegangen, sagte der Schweizer Experte.

Im Kampf gegen den Missbrauch und die Prostitution von Kindern sowie die Pornographie mit Kindern müsste aber mehr getan werden. Das Internet und die neuen Medien böten Kindern zwar neue Möglichkeiten, berge aber auch grosse Gefahren durch Pädophile und brutale Gewaltdarstellungen.

Ombudsperson für die Schweizer Kinder?

In der Schweiz müsse die Koordination zwischen dem Bund und den Kantonen in Sachen Erziehung und Bildung besser geregelt werden. Zermatten schlägt eine eidgenössische Ombudsperson für die Rechte von Kindern vor.

Nächstes Jahr muss die Schweiz ihren Bericht über die Umsetzung der Konvention, die sie 1997 ratifizierte, abliefern. 190 Staaten haben die Konvention unterzeichnet, nicht anerkannt haben sie einzig die USA und Somalia.

Zermatten stellt sein Leben seit Jahrzehnten in den Dienst von Kindern. Er ist Direktor des Internationalen Institutes für die Rechte von Kindern (IDE) in Sion und war von 1972 bis 2005 Jugendrichter im Kanton Wallis. Er lehrt zudem an der Universität Freiburg.

(sda)