Unwetter

27. Juni 2011 12:41; Akt: 27.06.2011 12:47 Print

Schweizer sollen per Radio und TV gewarnt werden

Vor Naturgefahren warnt der Bund künftig per Radio und Fernsehen. Bei grosser Gefahr soll über alle Kanäle eine offizielle Warnung der Behörden an die Bevölkerung ergehen.

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Der Schweizer Bevölkerungsschutz setzt auf Radio und Fernsehen, um die Schweizerinnen und Schweizer vor grossen und sehr grossen Unwettern zu warnen.

Die Warnung wird in einheitlicher Form, mit gleichem Text, gleicher Karte und gleichen akustischen und optischen Erkennungsmerkmalen verbreitet, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) am Montag mitteilte. Dieses Jahr ist ein Übergangssystem von MeteoSchweiz in Betrieb. Ab 2012 werden die Warnungen dann durch die Nationale Alarmzentrale (NAZ) koordiniert.

Alle Beteiligten im Boot

Nach dem schweren Hochwasser im Sommer 2005 hatten Bundesrat und Parlament eine bessere Alarmierung der Bevölkerung gefordert. Beim Hochwasser waren sechs Menschen ums Leben gekommen; die Sachschäden beliefen sich auf rund 3 Mrd. Franken.

Gemäss Studien fallen Hochwasserschäden 20 Prozent geringer aus, wenn die Bevölkerung rechtzeitig gewarnt und informiert wird. Beim Hochwasser von 2005 zum Beispiel wären die Schäden rund 600 Millionen tiefer ausgefallen.

Grundlage des neuen Systems ist die Totalrevision der Alarmierungsverordnung, die seit Anfang 2011 in Kraft ist. Es sei gelungen, alle Beteiligten ins Boot zu holen, sagte Scholl: die Fachstellen des Bundes, das Bundesamt für Kommunikation, die Radio- und TV-Veranstalter und die Einsatzorgane der Kantone.

Verbreitungspflicht

Die elektronischen Medien - SRG und konzessionierte private Stationen - sind verpflichtet, Warnhinweise kostenlos zu verbreiten. Dies ist der Fall, wenn die erwartete Gefahr auf einer Fünferskala die obersten Stufen «gross» oder «sehr gross» erreicht. Für den Inhalt der Meldungen sind die Bundesstellen verantwortlich.

Die Radio- und TV-Sender müssen die Meldungen je nach Dringlichkeit 30 Minuten bis zwei Stunden nach Eingang senden, in der Regel im Umfeld einer Nachrichtensendung. Die Warnungen müssen danach zwei Mal wiederholt werden.

Radio und Fernsehen sind nach Auffassung der Beteiligten trotz Internet und Mobiltelefonie die besten Wege, um Warnungen vor Naturgefahren sicher und rasch zu verbreiten. SMS-Dienste und Internet-Plattformen würden ergänzend für weitere Informationen genutzt, sagte Kurt Münger, Kommunikationschef des BABS.

Information auf www.naturgefahren.ch

In den vergangenen Monaten haben Bundesbehörden und Medien das konkrete Alarmierungssystem ausgearbeitet. Dieses Jahr ist noch ein Übergangssystem von MeteoSchweiz in Betrieb. Ab 2012 werden die Warnungen dann durch die Nationale Alarmzentrale (NAZ) koordiniert.

Gebündelte Information bieten verschiedene Bundesstellen über www.naturgefahren.ch auch im Internet an. Am Alarmsystem beteiligt sind das Bundesamt für Umwelt, MeteoSchweiz, das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und der Schweizerische Erdbebendienst an der ETH Zürich.

Grundlage des neuen Systems ist die Totalrevision der Alarmierungsverordnung, die seit Anfang 2011 in Kraft ist. In den letzten Monaten haben Bundesbehörden und Medien das konkrete Alarmierungssystem ausgearbeitet.

(sda)

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