Mehrheit ist jung

16. Juni 2019 03:10; Akt: 16.06.2019 03:10 Print

Schweizer verrauchen über 6 Tonnen CBD-Hanf

Erstmals geben Zahlen darüber Aufschluss, wie viel CBD letztes Jahr in der Schweiz konsumiert wurde.

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Die Hersteller bezahlen Tabaksteuer, Geld in die Prävention von CBD fliesst aber nicht. (Archivbild) In vielen Ländern ist der Besitz von CBD-Hanf, der in der Schweiz legal ist, verboten. Eine Übersicht. Besonders streng ist die Gesetzgebung in Frankreich: Dort ist CBD-Hanf verboten. Wer erwischt wird, muss mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr und einer Busse von mehreren tausend Franken rechnen. Wer in Österreich (im Bild das Riesenrad in Wien) mit Schweizer CBD-Zigis erwischt wird, riskiert eine Geldstrafe und bis zu 6 Monate Gefängnis. In der Schweiz ist CBD-Hanf mit einem THC-Gehalt von unter einem Prozent legal. Er wird für den medizinischen Gebrauch (Tropfen, Tee) oder zum Rauchen verwendet (als Zigarette, Öl oder Blüte). Zudem gibt es Energydrinks, Teigwaren oder Kosmetika auf CBD-Basis. Da der THC-Gehalt beim CBD-Hanf in der Schweiz klar höher ist als in vielen Ländern, ist eine Ausfuhr problematisch. In mehreren europäischen Ländern ist CBD-Hanf legal, aber nur mit einem THC-Gehalt unter 0,2 oder 0,3 Prozent (klar weniger als in der Schweiz). Die Regelungen variieren stark oder werden derzeit teils überarbeitet. In Belgien, Dänemark, Holland, Rumänien, England, Luxemburg und Spanien ist CBD erlaubt. Der THC-Wert muss aber unter 0,2 bis 0,3 Prozent liegen. In Deutschland sind CBD-Produkte, die nicht mehr als 0,2 Prozent THC enthalten, grundsätzlich erlaubt. Die Herstellungspflanze Cannabis gilt aber als Betäubungsmittel. Die Rechtslage hat in den letzten Monaten mehrfach geändert – oder wird regional anders ausgelegt. Ähnliches ist die Situation in Italien. In den Vereinigten Staaten ist die Situation am verwirrendsten. Alle 50 Bundesstaaten haben unterschiedliche Gesetze. Gegenwärtig sind Cannabis und somit auch CBD in diesen neun Staaten legal: Alaska, Kalifornien, Colorado, Maine, Massachusetts, Nevada, Oregon, Vermont und Washington sowie im District of Columbia (Washington DC). Diese Staaten erlauben nur CBD-Hanf: Oklahoma, New Mexico, New Jersey, New Hampshire, Georgia, Delaware, Florida und Connecticut. In Kanada ist der Cannabis-Konsum seit letztem Herbst erlaubt. Entsprechend ist auch CBD-Hanf leicht erhältlich und nicht verboten. Cannabispflanzen enthalten zwei Wirkstoffe: THC und CBD. Während THC ein psychoaktives Rauschmittel ist, ist CBD nicht berauschend und wirkt beruhigend. Die Cannabis-Blüten (egal wie gross THC- und CBD-Gehalt sind) unterscheiden sich aber weder im Aussehen noch im Geruch. Von Auge ist die Differenz nicht zu erkennen. Viele junge Besucher des Europa-Parks machten sich im vergangenen Jahr strafbar, weil sie mit Rauschgift im Gepäck erwischt wurden. Darunter zahlreiche Schweizer mit CBD-Hanf. Kevin Neff (26) aus Bülach wurde mit CBD-Gras im Europa-Park erwischt. Die Security habe sich aufgespielt: «Ich wurde vor der wartenden Besucherschlange blossgestellt und wie ein Verbrecher behandelt.» Trotz angedrohter Busse kam Neff letztlich straffrei davon. Insgesamt wurden 2018 im Europa-Park 1348 Tatverdächtige festgehalten, darunter 353 Schweizer. Bei den Drogen, die sichergestellt wurden, handelte es sich jedoch meist nicht um harte Rauschmittel. Den Schweizern wurde unter anderem das Mitführen von CBD-Hanf zum Verhängnis. Dieser ist in der Schweiz zwar legal, in Deutschland jedoch verboten. Das Mitführen der Rauschmittel führt zu einer Anzeige bei der Polizei.

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Das Geschäft mit legalem Hanf blüht. Vor drei Jahren bezahlten die Hersteller erst 400'000 Franken an Tabaksteuer, letztes Jahr waren es laut «SonntagsZeitung» schon 15,1 Millionen Franken. Diese Daten lassen erstmals eine Aussage darüber zu, wie viel CBD in der Schweiz geraucht wird. «Schätzungsweise wurden 6200 Kilogramm an Blüten versteuert», sagt Adrien Kay vom Bundesamt für Gesundheit.

Die meisten Kunden sind noch jung, wie eine Studie von Sucht Schweiz zeigt. Trotzdem gibt es keinerlei Prävention im Bereich von CBD. Denn im Gegensatz zu Zigaretten fällt beim legalen Gras keinerlei Abgabe an den Tabakpräventionsfonds an. Dies sorgt jetzt für Kritik. Laut Wolfgang Kweitel von der Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz sollten auch CBD-Blüten abgabepflichtig sein. «Schliesslich werden diese allermeist geraucht, was schädlich ist.»

(roy/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AHV-Revision am 16.06.2019 03:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch Fragen?

    Es liegt ja wohl auf der Hand, dass mit einem zusätzlichem, gesetzlich geregeltem, Verkauf von "normalem" Cannabis, die AHV sich wohl innert Kürze von selbst revidieren würde.

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  • kurt am 16.06.2019 04:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    legalize it

    Der Betrag wäre bei Rochtigem Canabis in Milliardenhöhe in der Schweiz. legalisiert es endlich

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  • Ganjaflash am 16.06.2019 05:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalize it

    Legalisiert endlich Cannabis ganz und ihr nehmt noch vor mehr Steuergelder ein. Allein ich rauche jede Woche meine 10-12 gr. natürlich THC haltiges. Auch wenn es nicht legal ist werde ich weiter kiffen. Ich trinke dafür keinen Alkohol das mag ich weniger.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Gyger am 17.06.2019 19:24 Report Diesen Beitrag melden

    CBD statt THC

    Ich rauchte Jahrelang THC ich bereue es. CBD ist absolut harmlos. THC ist extrem gefährlich, hatte Epi aura und Kreislaufstörrungen. Beim CBD rauchen habe ich keine Nebenwirkungen. Darum soll es so bleiben wie es ist CBD legal, das THC illegal. Ich freue mich schon auf die Hatekommentare von THC Kiddies, die es nicht wahrhaben wollen. Glaubt mir eines Tages werdet ihr die Gefährlichkeit von THC zu spüren bekommen. Dann werdet ihr zu CBD Konsumenten und bereut euren THC Konsum.

  • Stefan Gyg am 17.06.2019 17:28 Report Diesen Beitrag melden

    Bloss kein THC

    Nein THC muss verboten bleiben. Ich hatte das Zeug Jahre lang geraucht. CBD war meine Rettung. THC ist gefährlich und darf niemals legal werden. CBD Weed ist gut und soll von jedem Hanffreund konsumiert werden. Als ich ein Jungspund war hatte ich die gleiche naive Einstellung wie Sie. glauben Sie mir es wird ein böses erwachen geben, und Sie werden das Unkraut meiden. Und zu einem CBD Fan werden.

  • Heidi Heidnisch am 17.06.2019 11:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von CBD ist die Rede

    Bitte mehr Akzeptanz und Toleranz, statt Ignoranz.

  • Nickole am 17.06.2019 09:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Leben schnell beendet.

    Jeder muss wissen, was er tut, und alle Konsequenzen tragen, wenn er sein Leben schneller beendet, ist sein Problem

    • Rob am 17.06.2019 15:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nickole

      CBD ist um einiges weniger schädlich als Alkohol, welcher in der Schwiez bereits mit 16 in Form von Bier erhältlich ist...

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  • hempmate/Pakon am 17.06.2019 09:19 Report Diesen Beitrag melden

    CBD hilft Mensch und Tier

    CBD steht für Cannabidiol und ist eine von über 100 nachgewiesenen Komponenten der Cannabispflanze (Cannabinoide). Aufgrund seiner Wirkung auf psychische und physische Gesundheit rückt es derzeit immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Anders als das psychedelisch wirkende THC (Delta9-Tetrahydrocannabinol), verantwortlich für die allgemeine Reputation der Pflanze, hat CBD keinerlei berauschende oder psychoaktive Wirkung.