Hallenbad in Lausanne

24. November 2015 13:40; Akt: 24.11.2015 15:40 Print

Schwimmerinnen mit Noro-Virus infiziert

Teilnehmerinnen der Schwimm-Schweizer-Meisterschaften in Lausanne wurden vermutlich vom Noro-Virus flachgelegt. Eine der Betroffenen erzählt.

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«Ich musste erbrechen und hatte die ganze Nacht lang Durchfall», sagt Ophélie Jaquet zu «Le Matin». Jaquet, ein Mitglied des Schwimmteams Vevey Natation Riviera, war am Montag nicht im Training. Seit den Kurzbahn-Schweizer-Meisterschaften in Lausanne am Sonntag ist sie noch sehr schwach. Die 18-jährige Schwimmerin ist eine der Personen, die während des Wettbewerbs über heftige Magenkrämpfe und Kopfschmerzen klagten, bevor sie erbrechen mussten.

Gemäss Jaquet zeigten sich die ersten Symptome bereits gegen 15.30 Uhr. Trotz ihres Zustands schwamm die junge Sportlerin aber bis zum Ende, weil sie ihr Team nicht im Stich lassen wollte. «Ich kam gerade vom Aquatis, wo wir Lasagne und Salat gegessen hatten», erzählt sie. Auch andere Clubs seien dort gewesen. «Ich sehe nicht ein, dass es das Essen gewesen sein soll», so Jaquet. «Wenn es das Essen gewesen wäre, würden sich nun viel mehr Personen schlecht fühlen.»

Der Ohnmacht nahe

Nach ihrem Rennen fühlte sich Jaquet zunehmend schwächer. «Ich habe mich umgezogen und liess mich auf einen Stuhl nieder. Die Sanitäter kümmerten sich um mich. Aber die Schmerzen wurden schlimmer. Schliesslich brachten sie mich in die Krankenstation.»

Jaquets Blutdruck sank. Die Ärzte, die rausgeschickt wurden, um eine mögliche Ausbreitung der Epidemie zu verhindern, gaben ihr eine Infusion. Die Schwimmerin hatte zudem leichtes Fieber. «Zwei andere Mädchen waren auch schon da», erinnert sich Jaquet. «Schliesslich waren wir ein Dutzend.» Einige von ihnen wurden ins Krankenhaus eingeliefert. Sie selbst habe Schmerzmittel und Antibrechmittel erhalten.

Dann sei ihr Vater gekommen. «Liegen ging», sagt Jaquet. «Aber aufstehen war unmöglich.» Gegen 21.30 Uhr fand die Schwimmerin endlich die Kraft, um ins Familienauto zu steigen. «Es wurde schlimmer und schlimmer», erzählt Jaquet. «Auf dem Weg nach Hause habe ich erbrochen, ich bin fast in Ohnmacht gefallen. Als wir zu Hause ankamen, wollte ich nur noch in mein Bett.»

Gegen 3 Uhr in der Nacht sei es noch schlimmer geworden. Ihre Eltern riefen im Spital an. «Sie sagten mir, was ich nehmen soll.» Den Rest der Nacht verbrachte sie auf der Toilette. «Es ist seltsam, dass mehr Mädchen als Jungs betroffen sind», sagt Jaquet. «Ich habe nur in der Frauengarderobe Wasser getrunken. Meiner Meinung nach kommt es von dort.» Wie ihre Konkurrenz hat sie ihre Trinkflasche mehrmals vor Ort aufgefüllt.

Hoch ansteckendes Virus

Der Anteil infizierter Frauen ist den kommunalen Gesundheitsbehörden nicht entgangen. Von Sonntag bis Montag wurden im Hallenbad viele Proben genommen.

Derzeit wird die Spur verfolgt, dass es eine Verunreinigung innerhalb des Gebäudes gab. Eine Person, die ein hoch ansteckendes Virus in sich trug, könnte die Örtlichkeiten infiziert haben. «Das Norovirus, das eine akute Magen-Darm-Entzündungen verursacht, wurde bei zwei Patienten gefunden», sagt Eric Masserey, stellvertretender Kantonsarzt, zu «Le Matin». «Es breitet sich sehr schnell aus.» Die Inkubationszeit sei kurz und die Symptome würden zwischen 24 und 48 Stunden anhalten.

In den Chlorisierungs-Tanks seien zwar keine Abnormalitäten gefunden worden. Doch: «Wir warten immer noch auf die endgültige Bestätigung von anderen Wasserstellen im Mon-Repos», so Masserey.

(qll)