Geschäft mit Junta

24. März 2011 17:24; Akt: 24.03.2011 17:59 Print

Seco untersucht Fifa-Engagement in Burma

von Lukas Mäder - Dass die Fifa in Burma Fussballbauten unterstützt, beschäftigt die Behörden. Möglicherweise wurden Sanktionen gegen das Land verletzt.

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Fifa-Präsident Sepp Blatter eröffnet zusammen mit dem Präsidenten des burmesischen Fussbalverbands Zaw Zaw (rechts) am 15. März 2011 in Mandalay die neuerrichtete Fussball-Akademie.

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Der Weltfussballverband Fifa steht wegen seines Engagement im diktatorisch regierten Burma (Burma) im Fokus der Schweizer Behörden. Konkret geht es um Zahlungen der Fifa im Rahmen ihres «Goal»-Programms, die möglicherweise an die burmesische Max-Myanmar-Gruppe geflossen sind, wie die Wochenzeitung WoZ von Donnerstag schreibt. Der Generaldirektor des Firmenkonglomerats ist Zaw Zaw, der auch Präsident des burmesischen Fussballverbandes ist. Sowohl Zaw Zaw wie auch die Max-Myanmar-Gruppe stehen auf der Sanktionsliste der Schweiz.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) nehme nun Abklärungen zu den erhobenen Vorwürfen vor, bestätigt Sprecherin Antje Baertschi in einer schriftlichen Stellungnahme an 20 Minuten Online die Meldung der WoZ. «Das Seco ist diesbezüglich mit der Fifa in Kontakt getreten.» Die Fifa zeigt sich kooperationsbereit, wie sie in einer Stellungnahme schreibt: «Die Fifa wird dem Seco alle notwendigen Unterlagen zukommen lassen.» Der Weltfussballverband habe die Verpflichtung, die Entwicklung des Fussballs in allen seinen Mitgliedsverbänden zu unterstützen - so auch in Burma. Die Richtlinien des «Goal»-Programm beinhalten laut Fifa auch die Überprüfung der Zahlungen und seien auch in Burma angewendet worden.

Einreiseverbot für Verbandspräsident

Selbst wenn die Fifa Zahlungen an die Max-Myanmar-Gruppe getätigt hat, sind diese nicht unbedingt strafbar. Die Sanktionsverordnung des Bundes verbietet für die Gruppe von Firmen, zu der die Max-Myanmar-Gruppe gehört nur, unter anderem Kredite zu gewähren, Beteiligungen zu erwerben oder Joint Ventures zu gründen. Schärfer sind die Sanktionen, die auch gegen Zaw Zaw gelten. So dürfen diesen Personen oder Unternehmen keine Gelder überwiesen oder indirekt zur Verfügung gestellt werden. Zaw Zaw ist zudem die Einreise in die Schweiz verboten. Doch Fifa-Chef Sepp Blatter kennt diesbezüglich keine Berührungsängste: Er weihte am 15. März zusammen mit Zaw Zaw den von der Fifa mitfinanzierten Neubau einer Fussball-Akademie in Mandalay ein.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hascho Gnueg am 25.03.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sport ist kein Freipass für irgendwas

    Wichtig für Blatter & Co.: die eigene Machtposition, Kohle scheffeln und mögliche Konkurrenz unterdrücken. Dazu sind alle Mittel recht. Schade um den Sport, denn Sport ist leider zur Industrie, Politik und Finanzwelt verkommen. Wer das noch unterstützen mag? Richtig SECO: wenns eben schief gelaufen ist dann muss es geahndet werden - wie bei jedem Steuerzahler, Einwohner oder sonst wem. Und verantwortlich sind die Aushängeschilder, hier eben Sepp Blatter.

  • gelöscht am 24.03.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    gelöscht

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  • kurt steffen am 25.03.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    arbeitsbeschaffung

    die beamten müssen beschäftigt sein, ob sinnvoll oder nicht!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hascho Gnueg am 25.03.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    Sport ist kein Freipass für irgendwas

    Wichtig für Blatter & Co.: die eigene Machtposition, Kohle scheffeln und mögliche Konkurrenz unterdrücken. Dazu sind alle Mittel recht. Schade um den Sport, denn Sport ist leider zur Industrie, Politik und Finanzwelt verkommen. Wer das noch unterstützen mag? Richtig SECO: wenns eben schief gelaufen ist dann muss es geahndet werden - wie bei jedem Steuerzahler, Einwohner oder sonst wem. Und verantwortlich sind die Aushängeschilder, hier eben Sepp Blatter.

  • kurt steffen am 25.03.2011 07:49 Report Diesen Beitrag melden

    arbeitsbeschaffung

    die beamten müssen beschäftigt sein, ob sinnvoll oder nicht!

  • Balljunge am 24.03.2011 18:28 Report Diesen Beitrag melden

    Gute Sache fuer den Fussball

    Da hilft Sepp Blatter einem Entwicklungsland zur besseren Erschliessung des Fussballs und schon ermittelt SECO. Haben die keine wichtigeren Aufgaben als der FIFA auf die Fuesse zu treten. Und wenn in solchen Laendern geholfen werden muss, geht das nur ueber die Zusammenarbeit mit den dortigen Herrschern. Und nicht nur dort, siehe andere Laender.

    • Thomas am 25.03.2011 19:31 Report Diesen Beitrag melden

      Menschenrechte

      Lybien ist ein Vorzeigestaat im vergleich zu Burma wenn es um Menschenrechte geht.

    • Charly am 27.03.2011 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      Blatter gehört vor Gericht

      Wenigstens einer, der über Burma bescheid weiss! Danke Thomas. Balljunge: In Burma werden Menschen von der Regierung regelrecht abgeschlachtet. Burma braucht Frieden und Demokratie, und keine Zusammenarbeit mit einem dubiosen Verein namens FIFA.

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  • gelöscht am 24.03.2011 17:35 Report Diesen Beitrag melden

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    • HansWurst am 24.03.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

      Geht es noch???

      Das ist ja wohl der grösste Witz. Die Fifa baut Fussballplätze usw... was den Leuten dort wenigstens ein bisschen Lebensfreude bringt. Und die Schweiz ermittelt. Aber Tamoil Tankstellen sind in der Schweiz weiterhin geöffnet, Waffen werden nach Bahrain und Saudi-Arabien geliefert, dort wird nichts unternommen. Arme, arme Schweiz.

    • stefan lüthi am 24.03.2011 18:53 Report Diesen Beitrag melden

      hmm...

      euro08 und kleiderkontrolle war uefa... nichts desto trotz ist die fifa tatsächlich eine sehr dubiose organisation...

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