26. April 2005 11:12; Akt: 26.04.2005 15:25 Print

Secondos «überholen» Schweizer

Die eingebürgerten Secondos in der Schweiz sind punkto Ausbildung und Berufskarriere erfolgreicher als die nicht- eingebürgerten; teilweise überflügeln sie sogar ihre Schweizer Altersgenossen.

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Allerdings gibt es grosse Unterschiede.

Zwei Studien des Bundesamtes für Statistik, die am Dienstag in Bern vorgestellt wurden, analysieren auf Grund der Volkszählung 2000 die Integration der zweiten Ausländergeneration, das heisst der in der Schweiz geborenen Kinder ausländischer Eltern. Es handelt sich um rund 500 000 Personen, von denen knapp ein Drittel eingebürgert wurde.

Die Einbürgerungsquote bei den Secondos variiert stark. Sie liegt bei 20- bis 24-jährigen Personen aus Frankreich und Kroatien bei knapp 60 respektive 56 Prozent, bei Personen aus Kosovo sowie Serbien-Montenegro bei 10 Prozent.

Schneller sozialer Aufstieg

In der Schweiz geborene Ausländerkinder sind in einer besseren Lage als ihre Eltern. Oftmals machen sie sogar eine steilere Berufskarriere als ihre Schweizer Altersgenossen - besonders die Eingebürgerten.

So besuchen 17 Prozent der 25-jährigen gebürtigen Schweizerinnen und Schweizer eine Hochschule oder Fachhochschule. Bei den Eingebürgerten der zweiten Generation waren dies 27, der ersten Generation 26 Prozent. Bei den nicht-eingebürgerten Secondos lag dieser Anteil indes nur bei etwas über 10 Prozent.

Je früher die Einbürgerung erfolgt, desto besser stehen die Chancen für eine erfolgreiche Berufskarriere und damit verbunden für die soziale Integration. Das bestätigt laut BFS, dass die Einbürgerung zusammen mit guter Schulbildung und einer hohen beruflichen Stellung der Eltern einen der Schlüsselfaktoren für den beruflichen Erfolg darstellt.

Einbürgerung ist keine Erfolgsgarantie

Secondos aus Italien und Spanien sind laut BFS am besten integriert. Menschen serbischer- bzw. montenegrinischer (einschliesslich kosovarischer), türkischer und portugiesischer Herkunft haben noch einen längeren Weg vor sich. Sie haben im Allgemeinen mehr Integrationsschwierigkeiten und arbeiten in weniger qualifizierten Berufen.

Die Erwerbslosenquote der Eingebürgerten weist aber darauf hin, dass der Schweizer Pass nicht immer eine Garantie für eine bessere (berufliche) Integration ist. Vor allem Frauen und später Eingewanderte haben ein grösseres Risiko, arbeitslos zu werden. Eine Einbürgerung verbessert zwar ihre Integrationschancen, ist aber keine Garantie für die beruflichen Erfolg.

(sda)