Aufnahme von Flüchtlingen

14. Februar 2011 23:30; Akt: 15.02.2011 07:50 Print

Selbst die SP ist zurückhaltend

von Désirée Pomper/Zora Schaad - Die Schweiz bereitet sich auf einen Flüchtlingsstrom vor. Politiker von links bis rechts wollen diesen so klein wie möglich halten.

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Lampedusa in Italien: Tausende von Flüchtlingen aus Tunesien sind dort gestrandet. (reuters)

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Zu Tausenden strömen seit dem politischen Umbruch Flüchtlinge durch und aus Tunesien in Richtung Europa.

Der Strom dürfte auch vor der Schweizer Grenze nicht Halt machen. So hat laut Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Schweiz bereits mit den Vorbereitungen dafür begonnen. Sie sucht nach Unterbringungsmöglichkeiten. Das Grenzwachtkorps im Tessin erwartet in einer Woche die ersten Auswirkungen des Flüchtlingsstroms an der Grenze.

Die FDP aber möchte es am liebsten gar nicht erst so weit kommen lassen: «Die Schweiz muss jetzt Druck auf die EU machen, damit die Migranten rasch aus Italien nach Nordafrika zurückgeführt werden können», sagt Parteipräsident Fulvio Pelli. Erst gestern hat die FDP ein Positionspapier veröffentlicht, in dem gefordert wird, die Einwanderung aus Drittstaaten besser zu regeln. Dies aber gelinge sicher nicht, indem Sommaruga den Flüchtlingen in der Schweiz Infrastruktur zur Verfügung stelle, findet SVP-Nationalrat Hans Fehr. Anstelle dessen müsste die Grenzkontrolle verschärft werden. «Lässt man Wirtschaftsflüchtlinge ins Land, steht plötzlich ganz Nordafrika vor der Türe. Dann haben wir ein Asylchaos im Quadrat.»

Sogar die SP findet, dass die Schweiz gegenüber der Aufnahme tunesischer Flüchtlinge «sehr zurückhaltend» sein sollte: «Die Lebenssituation hat sich nach den Vorkommnissen der letzten Wochen für die Tunesier verbessert», sagt Generalsekretär Thomas Christen. Einzig Moreno Casasola von Solidarité sans frontières ist der Meinung, die Schweiz solle möglichst viele Flüchtlinge aufnehmen: «Flüchtlingsbegriff hin oder her.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DM am 15.02.2011 06:53 Report Diesen Beitrag melden

    Heuchlerisch

    Die Linken sagen das nur, weil es Wahljahr ist. Man weiss von denen ja, dass ihrer Ansicht nach 14 Mio in der Schweiz Platz haben! Wäre nicht Wahljahr, würde man einen Autokonvoi starten um die Menschen in Italien abzuholen und in die Schweiz zu bringen! Das ist sooo heuchlerisch!!!

  • Michael am 15.02.2011 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbereiten heisst CH-Grenzen schliessen

    Italien muss diese Flüchtlinge umgehend, auf dem schnellstem Weg ins Heimatland zurückführen.

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  • Der_Linke am 15.02.2011 08:40 Report Diesen Beitrag melden

    Moreno Casasola

    Moreno Casasola kann gleich beginnen und bei sich zu Hause ein paar Flüchtlinge aufnehmen. Dann glaube ich ihm seine Haltung und Forderung. Oder ist er nur einer, der nur vom Staat fordert und selber nichts tut?

Die neusten Leser-Kommentare

  • normalo am 16.02.2011 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    no go

    Wenn die Linke keinen gigantischen Rechtsruck haben will, sollen sie ihre Bundesrätin raten, keine falschen Signale ins Ausland zu senden.

  • Monique am 15.02.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Nur die Männer "flüchten"?

    Diese sogenannten "Flüchlinge" sollen schön daheim bleiben und für bessere Lebensbedingungen kämpfen. Wir sind nicht das Schlarafenland von ganz Afrika. Unser Bundesrat soll ernsthaft bedenken, was für soziale und wirtschaftliche Konsequenten haben wird, wenn wir solche "Flüchtlinge" aufnehmen. In Afrika hat sich ein Flächenbrand entfacht, wacht auf bevor es zu spät ist! Ist Mme Sommaruga die BR der Tunesier oder der Schweizer? Wenn das so weiter geht, müssen die Schweizer aus eigenem Land flüchten, nur wohin?

  • Ludwig Herzfeld am 15.02.2011 13:44 Report Diesen Beitrag melden

    Interessant

    Es ist schon interessant was man hier für Kommentare zu lesen bekommt. Bei den meisten Kommentaren schwingt die tiefe Überzeugung mit etwas Besseres zu sein und sich als Richter aufspielen zu dürfen. Dies alleine weil man das Glück hat, in der Schweiz geboren zu sein. Ich wünsche jedem dieser Landesbeschützer, nur einen Tag in der Situation eines dieser Flüchtlinge zu sein.

    • Patrick am 15.02.2011 18:19 Report Diesen Beitrag melden

      So, so!

      Sie dürfen herzlich gerne alle "Flüchtlinge" bei sich aufnehmen und finanziell für sie aufkommen.

    • mellinda Meier am 15.02.2011 18:27 Report Diesen Beitrag melden

      Sogar sehr interessant

      Das hat nichts mit besser sein zu tun. Fact ist, dass auch wir bald, oder jetzt schon, keine Arbeitsplätze für diese ( meist ungelernten) Massen haben. Dies führt unwillkürlich zu Frustration und am Ende zu Krawallen. Auch wir kommen an eine Grenzen.

    • Schweizerin am 16.02.2011 08:48 Report Diesen Beitrag melden

      weiter denken

      Ich denke nicht, dass sich die Schweizer für etwas "Besseres" halten. Doch man muss auch realistisch sein. Die Schweiz ist ein kleines Land und kann nicht jeden und jede aufnehmen, der/die aus einem ärmeren Land stammt. Somit ist es wichtig, dass man den "richtigen" Personen Asyl gewährt. Und auch hier im Lande gibt es Personen, die Unterstützung gebrauchen könnten. Für Wirtschaftsflüchtlinge muss man meiner Meinung nach die Situation im eigenen Land verbessern. Dabei darf und soll sich die Schweiz auch einbringen.

    • Schweizerin am 16.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

      weiter denken (2)

      Es ist verständlich, dass sich die Menschen aus ärmeren Ländern ein besseres Leben wünschen. Doch nehmen wir einmal an, es kämen tatsächlich tausende Wirtschaftsflüchtlinge nach Europa. Hätten sie auf dem Arbeitsmarkt eine Chance? Wohl noch am ehesten diejenigen, die gut ausgebildet sind. Doch fehlen dann nicht gerade sie im Heimatland? Die Flüchtlinge wären in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen, mit wenig Aussichten im Arbeitsmarkt, fürsorgeabhängig,... Ist das die beste Lösung? Oder sollten wir sie nicht eher dabei unterstützen, in ihrem Land eine Perspektive zu haben.

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  • Schweizermacher am 15.02.2011 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Wirklich so einfach?

    Wenn man Menschen, die auf dem falschen Kontinent geboren wurden und ihrer hoffnungslosen Armut entfliehen wollen als "Wirtschaftsflüchtlinge" diffamiert, hat man es natürlich einfach. Aber damit ist das Problem nicht gelöst.

    • marcel am 15.02.2011 19:08 Report Diesen Beitrag melden

      nein so nicht

      Und warum sollen wir alle Probleme Lössen haben wir nicht selber genug Probleme? Die Afrikaner sollten zuerst das Problem Lössen zu viele Kinder und somit Überbevölkerung dann geht es innen auch besser. Den es braucht nicht noch mehr Menschen auf dieser Welt wir in Europa haben auch nicht 8 Kinder sondern nur 2 im durchschnitt

    • Daniel am 16.02.2011 09:21 Report Diesen Beitrag melden

      Hilfe

      Wissen sie, das Problem ist wirklich nicht gelöst, wenn alle flüchten. So werden diese Länder nie auf eigenen Beinen stehen können. Dies schaffen sie nur, wenn sie ihr Land aufbauen. Das wir hier nicht jeden durchfüttern können sollte wohl jedem klar sein.

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  • B. Kerzenmacher am 15.02.2011 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    Hier dürften sich die einstigen Flüchtlingsströme

    Ex- Jugoslawien als Peanuts erweisen. Wenn man bedenkt dass von den Flüchtlingen aus Ex-Jugoslawien über 90% nicht zurückkehrten und man das stillschweigend hinnahm, dann kann und sollte man sich ausrechnen was das hier und jetzt mit den Flüchtlingen aus Nordafrika bedeutet. Insbesondere da man an den Problemen die die Flüchtlingen aus Ex-Jugoslawien brachten heute noch nagt. Wenn der grossteil jetziger Flüchtlinge Tunesier sind aus einem Land mit 10 Millionen Einwohner, dann sollte man sich in Europa warm anziehen wenn sich die Masse in Ägypten (80Mil) in Bewegungung setzt.