Schweiz 5

23. Januar 2011 17:23; Akt: 24.01.2011 10:56 Print

Sender plant SVP-nahe Version der «Arena»

von Lukas Mäder - Der Privatsender Schweiz 5 will dieses Jahr eine politische Diskussionssendung lancieren. Das kommt der SVP gelegen, hat der Betreiber doch Sympathien für die Partei.

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Will eine «Arena» ohne echte Diskussion nicht hinnehmen: SVP-Stratege Christoph Blocher (links) mit SVP-Präsident Toni Brunner in der «Arena» des Schweizer Fernsehens im Mai 2008.

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Rechtzeitig für den Wahlkampf plant der kleine Schweizer Privatsender Schweiz 5 eine Talkshow im Stil der «Arena». «Die Pläne sind schon sehr konkret», bestätigt Schweiz-5-Chef Peter Heeb einen Bericht der «NZZ am Sonntag». Entweder starte die Sendung bereits im April/Mai oder aber Mitte August. Heeb will die Sendung im Restaurant «elemänt» in Langenthal aufzeichnen, wohin der Sender in diesem Jahr umzieht. Im Zentrum stehen vier bis sechs Gäste, die vor Publikum live diskutieren. Dabei sollen sich die Zuschauer ebenfalls in die Sendung einbringen können, wie Heeb sagt. «Die Idee für eine solche Sendung besteht schon lange.»

Klar ist, dass die politische Ausrichtung der Diskussionssendung rechtsbürgerlich sein wird. Heeb strahlt bereits seit Ende August das «Schweizerzeit-Magazin» aus, moderiert von Ulrich Schlüer, SVP-Nationalrat und Herausgeber der rechtsnationalen Publikation «Schweizerzeit». Zudem überträgt Schweiz 5, das aus U1 hervorgegangen ist, die Albisgüetli-Tagung der SVP Zürich, die am letzten Freitag stattgefunden hat. Für die Ausstrahlung beider Sendungen erhält Schweiz 5 kein Geld - zumindest nicht direkt. Denn die SVP bezahlt eine zweite Firma von Heeb für die Produktion der Bilder von der Albisgütlitagung, die auch anderen Fernsehstationen zur Verfügung stehen.

Moderator noch offen

Aufgrund dieser Verbindungen steht Schweiz 5 im Ruf, der SVP nahe zu stehen. Das stört Heeb nicht: «Ich stehe nun einmal der bürgerlichen Politik näher.» Seine Wunschkandidaten für die Moderation der Diskussionsrunde wären daher auch Nationalrat Filippo Leutenegger vom rechten Flügel der FDP oder Roger Köppel, Chefredaktor der rechtsbürgerlichen «Weltwoche». Angefragt hat Heeb die beiden allerdings noch nicht.

Noch offen ist die Finanzierung der privaten Alternative zur «Arena». «Möglicherweise werden wir Sponsoren suchen», sagt Heeb. Im schlimmsten Fall werde er das Projekt aus dem eigenen Sack finanzieren. Interesse an einer solchen Sendung könnte die SVP haben, klagt sie doch schon länger über die linke Ausrichtung der Medien. So hat alt Bundesrat Christoph Blocher am Freitag an der Albisgüetlitagung dazu aufgerufen, eine eigene «Arena» zu organisieren. «Vielleicht auch jeden Freitagabend, auf einem schweizweit zu empfangenden Privatsender.» Direkt sei die SVP an Heebs Projekt nicht beteiligt, sagt Generalsekretär Martin Baltisser. «Wir würden eine solche Sendung aber auf jeden Fall begrüssen.»

«Kuschelarena verstösst gegen Auftrag»

Auf Sympathie stösst die Idee einer privaten «Arena» auch bei SVP-Ständerat Maximilian Reimann, der selbst jahrelang in einer Teilzeit-Anstellung vor der Kamera stand. «Ich würde es begrüssen, wenn das Monopol der SRG durchbrochen wird.» Denn eigentlich habe das Fernsehen die Pflicht, das Spektrum der politischen Meinungen abzubilden. «Mit der angekündigten Kuschelarena für die Mitte-Parteien verstösst die SRG gegen den Programmauftrag.» Doch trotz Sympathien und seiner Moderationserfahrung möchte Reimann die Leitung der geplanten Sendung nicht übernehmen. «Ich bin schon im Seniorenalter», sagt der 68-Jährige. Aber er komme gerne, um mitzudiskutieren.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Michael S. am 23.01.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Medien links? Nein.

    Dass die Medien "links" seien, ist doch einfach Humbug. Die kürzlich von 20 Minuten veröffentlichte Bildstrecke mit Journalisten, die in die Politik gewechselt haben, zeigt eine ziemlich ausgewogene Bilanz zwischen links und rechts. Bedenklich finde ich eher, dass fast alle Ex-Journalisten zu den beiden Flügelparteien SVP und SP gingen. Leider zeigt sich diese Polarisierung der Journalisten auch in ihren Erzeugnissen.

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  • Googlesuperstar am 23.01.2011 17:57 Report Diesen Beitrag melden

    BlocherTV

    Wir haben doch schon BlocherTV als Ergänzung kann sich ja Blocher eine Live-Cam an seinen Pool stellen, was SF live übertragen kann. Dann haben alle jeden Tag eine Priese Blocher und alles wird gut.

  • hampe am 23.01.2011 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    das auch noch ?

    schon wieder eine eigene plattform für die svp . wieviel svp erträgt der mensch?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 29.01.2011 17:56 Report Diesen Beitrag melden

    SVP an die Macht!

    Bringen wir's doch auf den Punkt! Keine Partei kümmert sich um den Volkswillen! Der Bundesrat macht auch was er will, daher gibt's nur eine Logische Konsequenz. Bundesrat abschaffen. Alle Parteien verbieten ausser der SVP. Das Parlament auflösen. Und die alleinige Führung unserer wunderschönen Schweiz der SVP überlassen, mit Blocher als Präsident. Nur so kann man die Schweiz noch vor dem drohenden Abgrund retten!

  • Hp. Lehmann am 29.01.2011 17:48 Report Diesen Beitrag melden

    Weck wird TELE 5 Aufschaltung verhindern

    Die neue SRG Soft-Arena von Weck mit einem Mitte-Links Einheitsbrei wird floppen - also braucht es eine interessante neue Arena, wo wirklich diskutiert wird. Aber TELE 5 wird kaum bei den Kabelsendern aufgeschaltet da scheut die SRG die Konkurrenz! (und den Verlust an Werbezeit). Schade

  • uj am 28.01.2011 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Das Volk vertreten mit allen Möglichkeiten

    Der Erfolg der SVP ist, sie hören sicher mehr auf das Volk und bewegen etwas. Die Angriffe gegen alles was die SVP unternimt zeigt, dass mancher Wille Einzelner Personen oder kleinen Gruppen unbedacht ausrastet. Ich finde die SVP ist die einzige Partei, die den Willen der Mehrheit der Schweizer erfüllt.

  • Hugo am 27.01.2011 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Freie Meinung statt Zensur

    Die von Oben verordnete Zensur in der Schweizer Medienlandschaft durch linke politische Kreise ist das lebendige Geständnis jener, dass sie nur verdummte Sklaven, aber keine freien Völker regieren können. Es ist bei Gott kein Zeichen von Gesundheit, an eine kränkelnde Gesellschaft gut angepasst zu sein. Es ist an der Zeit, dass sich da was ändert. Die SVP muss ja eine eigene Sendung machen denn dieses einseitige bla bla bla und diese Augenwischerei und Schönfärberei in diesen, von linken Freunden und Genossen inszenierten Diskussionen ist einfach nicht mehr auszuhalten.

  • Michi Andres am 26.01.2011 16:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Medien sind ausgewogen

    Wer ständig behauptet, unsere Medien seien links, der sollte eher mal hinterfragen: Wo stehe ich eigentlich? Bin ich nicht einfach aussen rechts? Dann ist es wohl logisch, dass man alles, was links vom rechten Rand der SVP kommt als links empfunden wird! Zur Erinnerung: Über 70 % der Schweizer Bevölkerung wählen NICHT svp. Unsere Medien garantieren eine umfassende, ausgewogene Information, die logischerweise nicht der Meinung EINER partei entsprechen kann.