Ausweisung

08. März 2011 12:00; Akt: 08.03.2011 14:22 Print

Serbe muss Schweiz nach 23 Jahren verlassen

Ein krimineller Mann muss in sein Heimatland zurückkehren, obwohl er seit 23 Jahren in der Schweiz lebt. Das Bundesgericht hat eine verfügte Ausweisung des heute 28-Jährigen bestätigt.

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Der Mann wurde 1982 in Arbon geboren, wuchs dann aber die ersten fünf Lebensjahre bei seinen Grosseltern in Serbien auf. 1987 kam er zu seiner Mutter in die Schweiz und erhielt eine Niederlassungsbewilligung. Als 16-Jähriger wurde er ein erstes Mal verurteilt, unter anderem wegen Diebstahl und Sachbeschädigung.

Es folgten weitere Straftaten, die 2004 darin gipfelten, dass er einen Bekannten im Streit um 50 Franken mit einem Messerstich ins Herz tötete. Das St. Galler Kantonsgericht sprach ihn der schweren Körperverletzung und fahrlässigen Tötung schuldig und verurteilte ihn für dieses und andere Delikte zu fünf Jahren Freiheitsstrafe.

Der Mann sitzt in der Strafanstalt Pöschwies

Gegenwärtig sitzt der Mann seine Strafe in der Zürcher Strafanstalt Pöschwies ab. Im Juni 2009 widerrief das St. Galler Ausländeramt seine Niederlassungsbewilligung und ordnete gleichzeitig an, dass er nach der Haftentlassung die Schweiz zu verlassen habe.

Das Bundesgericht hat diesen Entscheid nun bestätigt und die Beschwerde des Serben abgewiesen. Er hatte unter anderem argumentiert, dass er in seinem Heimatland ausser der kranken Grossmutter keine Beziehungspersonen habe und weder serbisch lesen noch schreiben könne. Seine Sprachkenntnisse seien mangelhaft.

Öffentliches Interesse

Das Gericht erinnert daran, dass eine Niederlassungsbewilligung nur mit Zurückhaltung widerrufen werden darf, wenn jemand fast sein ganzes Leben in der Schweiz verbracht hat. Aufgrund der schweren Delikte und der Rückfallgefahr bestehe hier aber ein gewichtiges öffentliches Interesse daran, den Mann aus der Schweiz zu entfernen.

Obwohl er seit seinem fünften Lebensjahr hier lebe, sei es ihm nicht gelungen, sich in die Gesellschaft und ins Berufsleben zu integrieren. Dass er abgesehen von seiner Grossmutter in Serbien keine Kontaktperson mehr habe, spiele bei dieser Sachlage keine entscheidende Rolle.

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ueli am 08.03.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    naiv

    also fünf jahre für eine tötung ist ein witz. aber immerhin unbedingt.die ausweiseung ist super. aber ihr glaubt doch nicht im ernst, er geht danach brav ohne aufsicht zurück?? laaach

  • Hardliner am 09.03.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitungsartikel

    Dass dieser Herr ausgeschaft wird ist nichts als richtig. Aber muss denn tatsächlich, wenn mal einer ausgeschaft wird, gleich ein Zeitungsartikel darüber verfasst werden? Wir kriegen ja auch nicht in ca. 250 Zeitungsartikel zuhören wer zugewandert ist.

  • Thomas am 08.03.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Als Ausländer kann ich nur sagen: BRAVO

Die neusten Leser-Kommentare

  • Manuela am 09.03.2011 15:46 Report Diesen Beitrag melden

    5 Jahre?

    Was ich nicht verstehe: Wieso nur 5 Jahre Haft für ein Tötungsdelikt? Also nach meinem Rechtsempfinden wären da einige Jahre mehr schon angebracht. Die Ausweisung hingegen ist ungerecht. Dieser Mann hat sein ganzes Leben hier verbracht und er ist HIER straffällig geworden. Die Schweiz macht es sich wirklich verflucht einfach....

  • ??? am 09.03.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Ich verstehe, dass er selber Schuld ist, aber wenn er ausgeschafft wird, dann ist seine Zukunft eh schon gelaufen. Er hat keine Möglichkeiten dort unten und deslhalb finde ich, dass man ihm noch eine Chance geben sollte...Schlussendlich gibt es immer noch schlimmere Sachen.

    • Franz am 09.03.2011 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Schlimmer als jemanden töten?!?!

      Sorry, aber da stimmt was nicht.... Es ist absolut gerecht so! Wie viele Chancen soll er denn noch haben?

    • Ale am 09.03.2011 14:02 Report Diesen Beitrag melden

      Medikamente?

      sonst gehts Ihnen gut, oder? Ihnen ist bewusst, dass er einen Menschen getötet hat. Der soll seine zweite Chance irgendwo anders bekommen aber nicht hier.

    • Daniel am 09.03.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

      Massnahme

      Serbien ist nicht das ende der Welt. Die Leute dort unten leben hauptsächlich wie wir hier. So gross ist diese Massnahme nicht.

    • p.m. am 09.03.2011 15:45 Report Diesen Beitrag melden

      ?????

      Zukunft?!?! Hallo?!? Dieser Typ hat die Zukunft gleich von mehreren Leuten auf dem Gewissen! Endlich einmal seit langem ein hartes UND gerechtes Urteil!

    einklappen einklappen
  • Peter Unternährer am 09.03.2011 10:38 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    5 Jahre für Mord ? Schade passierte dies nicht in USA. Dort müsste man ihn nicht ausschaffen, dort wäre den Rest des Lebens in Gefängnis.

  • Bergli am 09.03.2011 08:13 Report Diesen Beitrag melden

    Konsequenz

    Es soll auch keine Hintertürchen geben! Nur: wo bliebt das (Bundes)gericht wenn es um die Ausschaffung der renitenten Kosovaren von Bürgeln geht?

  • Hardliner am 09.03.2011 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitungsartikel

    Dass dieser Herr ausgeschaft wird ist nichts als richtig. Aber muss denn tatsächlich, wenn mal einer ausgeschaft wird, gleich ein Zeitungsartikel darüber verfasst werden? Wir kriegen ja auch nicht in ca. 250 Zeitungsartikel zuhören wer zugewandert ist.