Lausanne

10. Januar 2017 08:15; Akt: 10.01.2017 17:46 Print

Sex ohne Kondom – wegen Vergewaltigung verurteilt

Ein Mann hatte seiner Partnerin beim Sex verschwiegen, dass er kein Kondom übergezogen hatte. Nun wurde er wegen Vergewaltigung verurteilt.

storybild

Der Angeklagte erzählte vor Gericht, er habe «vergessen», das Kondom überzuziehen. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron) (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Böses Ende eines Tinder-Dates: Ein 47-jähriger Franzose wurde am Montag vor dem Strafgericht Lausanne wegen Vergewaltigung verurteilt. Der Mann hatte seine Sex-Partnerin auf der Datingapp Tinder kennen gelernt. Nach einem ersten Treffen in einer Bar hatten sich die beiden ein zweites Mal in der Wohnung der Frau verabredet. Dort begann das einvernehmliche Liebesspiel mit Kondom.

Plötzlich aber entfernte der Franzose den Präservativ und bat die Frau, Oralsex an ihm auszuführen. Als sie ablehnte, drang er abermals in sie ein – diesmal ohne Gummi. Er hielt dabei zudem ihre Hände fest. Die Frau bemerkte erst am Ende des Geschlechtsaktes, dass der Mann kein Kondom mehr übergezogen hatte.

HIV-Test verweigert

Sie bat den Mann daraufhin mehrmals, einen HIV-Test durchzuführen – doch ohne Erfolg. Die Frau durchlebte deswegen schlimme Monate: Sie machte eine präventive Behandlung gegen HIV und musste lange auf das Resultat warten.

Für die Staatsanwältin war klar: Es handelte sich um eine sexuelle Handlung mit einer Person, die unfähig war, Widerstand zu leisten. Und auch der Gerichtspräsident war der Meinung, dass die Frau den Geschlechtsverkehr abgelehnt hätte, wenn sie bemerkt hätte, dass der Mann kein Präservativ mehr trug.

Der Angeklagte jedoch sagte vor Gericht, er habe «vergessen», das Kondom überzuziehen. Er wurde schliesslich zu einer Haftstrafe von zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt. Ein solches Urteil ist in der Schweiz eine Premiere.

(20 minutes/kün)