Anzügliche SMS-Nachrichten

15. August 2018 21:48; Akt: 15.08.2018 23:20 Print

«Darf ich dir ein Oben-ohne-Video schicken?»

von B. Zanni - Viele Schweizer Handynutzer erhielten SMS, in denen Oben-ohne-Nachrichten versprochen wurden. Wer darauf reagiert, könnte blossgestellt werden.

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Das SMS kam aus heiterem Himmel. «Hoi wie gahts? Du ich bin zrugg vo de Ferie … Han dir no es heisses Clipli versproche – oben ohne :-) Dörfis dir jetzt schigge? Küssli», stand darin. Die Empfängerin der Nachricht erwartete aber weder ein Oben-ohne-Video noch kannte sie die Nummer des Absenders. «Ich dachte zuerst, eine Frau habe sich verwählt und das SMS mir statt ihrem Freund geschickt», berichtet eine junge Leserin. Als sie sich per SMS nach dem Namen des Absender erkundigt habe, sei keine Antwort gekommen. «Danach wählte ich die Nummer, worauf es hiess, die Combox sei überfüllt.»

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Auch eine andere junge Frau erhielt kürzlich ein SMS mit anzüglichem Inhalt. «Ich habe dir ein heisses Foto im Bikini versprochen :-)», hiess es in der Nachricht und weiter: «Bist jetzt allein? Kann ich es dir senden?» Danach folgte die Aufforderung, ein bestätigendes Ja an die Nummer 933 zu schicken. «Ich fühlte mich etwas unwohl, nachdem ich die Nachricht gelesen hatte. Ich hatte ja schliesslich keine Lust auf ein Bikini-Bild», erzählt die Leserin. Darauf habe sie erfahren, dass ihre Mitbewohnerin ebenfalls ein unerwünschtes SMS erhalten hatte. «Ob sie Lust auf Spontansex habe, stand darin», erinnert sie sich.

«Wir haben den Account gesperrt»

Dem Telefonanbieter Swisscom sind solche Sexting-SMS bekannt. «Wir haben vermehrt Reklamationen von Kunden erhalten, die sich über SMS beschweren, in denen jemand ein ‹heisses Oben-ohne-Clipli› angeboten hat», sagt Sepp Huber, Leiter der Medienstelle von Swisscom. Die SMS seien seit Anfang August im Umlauf gewesen. «Mittlerweile haben wir den Account des Versenders gesperrt.» Dahinter stecke ein ausländischer Firmen-Account. Laut Huber liegen der Swisscom bisher keine Reklamationen von Kunden vor, die sich über verrechnete Beträge beschwert haben.

Bei den SMS mit der Aufforderung, auf die Nummer 933 zu antworten, handelt es sich um ein Werbe-SMS eines Mehrwertdienstanbieters. «Der Absender bezweckt mit seiner Mitteilung den Verkauf eines Mehrwertdienst-Abos», sagt Rolf Ziebold, Mediensprecher von Sunrise. Empfänger der SMS könnten sich unter der am Ende des SMS angegebenen Nummer beschweren und sich aus dem Verteiler nehmen lassen. «Die angegebene Telefonnummer ist die der Hotline des Mehrwertdienstanbieters.»

Wer reagiere, riskiere Datenklau

Das Schweizerische Konsumentenforum SKS warnt davor, auf solche SMS zu reagieren. «Mit grosser Sicherheit sind Datenklauer am Werk, die mit Sexting als neue Masche junge Handynutzer um den Finger wickeln wollen», sagt Präsidentin Babette Sigg. Es bestehe das Risiko, dass Geld abgezogen oder Adressen gespeichert würden. «Vielleicht erhalten die Handynutzer danach auch ständig irgendwelche Pornoangebote.» Wer auf solche SMS gar interessiert antworte, könne auch Gefahr laufen, Opfer von Cybermobbing zu werden. «Vielleicht werden die Antworten auf die anzüglichen SMS danach publik gemacht, was den Empfänger blossstellt.»

Laut Sigg sind die Absender der Sexting-SMS durch gehackte Adressdateien von Organisationen an die Nummern gekommen. «Leider sind wir mittlerweile so weit, dass kein Verein mehr davor gefeit ist, dass hinterlassene Handynummern von Mitgliedern gehackt werden», so Sigg. Auch über Whatsapp verbreiteten Cyberkriminelle betrügerische Nachrichten. Dabei wurden die Empfänger im Namen des Sportartikelanbieters Puma aufgefordert, an einem Gewinnspiel mitzumachen und den Link dazu mit zehn Whatsapp-Freunden zu teilen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Valnes am 15.08.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Plump

    Wer darauf reagiert, hat es nicht besser verdient.

  • Augen Rollator am 16.08.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Seufz

    Wer das nicht checkt. Aber wenn es sich unterhalb der Gürtellinie Richtung Himmel regt, dann hängen sich gerne mal die Hirnzellen auf.

  • Maximus am 16.08.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Schule

    Die Menschen sollen wieder miteinander reden und zwar unter vier Augen. Dann kommen solche Situationen gar nicht zum Vorschein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Maximus am 16.08.2018 13:45 Report Diesen Beitrag melden

    Alte Schule

    Die Menschen sollen wieder miteinander reden und zwar unter vier Augen. Dann kommen solche Situationen gar nicht zum Vorschein.

  • Miro am 16.08.2018 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    nix für eifersüchtige

    meine freundin würde ausrasten, wenn ich solche sms erhalten würde, die ist butzeeifersüchtig

  • Augen Rollator am 16.08.2018 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Seufz

    Wer das nicht checkt. Aber wenn es sich unterhalb der Gürtellinie Richtung Himmel regt, dann hängen sich gerne mal die Hirnzellen auf.

  • Chris am 16.08.2018 07:46 Report Diesen Beitrag melden

    Aha-das ist ein Fake?

    Wer auf sowas reagiert ist selber schuld. Ist ja klar dass dies ein Fake ist sorry!

  • Valnes am 15.08.2018 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Plump

    Wer darauf reagiert, hat es nicht besser verdient.