Sex-Umfrage

05. Dezember 2019 10:12; Akt: 05.12.2019 10:12 Print

«Von künstlichen Vaginen profitieren auch Frauen»

Wenden Männer Sexspielzeug zur Selbstbefriedigung an, nutzen sie meist künstliche Vaginen. Sexologen erklären, weshalb Sextoys aus dem Tabubereich treten sollten.

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Mehr Frauen als Männer nutzen zur Selbstbefriedigung Sexspielzeug. Greifen Männer zur eigenen Befriedigung darauf zurück, benutzen sie am häufigsten künstliche Vaginen. Jeder sechste Mann, der Sextoys benutzt, nutzt eine künstliche Vagina. Sexualtherapeutin Dania Schiftan sagt, künstliche Vaginen machten aus sexologischer Sicht sehr viel Sinn. Trotzdem fristen Sextoys für den männlichen Teil der Bevölkerung nach wie vor ein Schattendasein. Die künstlichen Vaginen sind vor allem bei den jüngeren Sextoy-Nutzern beliebt. Bei den 16- bis 17-jährigen Männern, die auf Sextoys zurückgreifen, nutzt fast jeder Dritte eine solche künstliche Vagina. (Symbolbild) Schiftan sagt: «Wenn Männer selbst Hand anlegen, üben sie relativ viel Druck und Kraft auf den Penis aus. Die Nerven werden dann so trainiert und können die feine Struktur einer Vagina nicht mehr wahrnehmen.» «Man weiss aus der Forschung, dass Masturbation eine komplett andere Form der Sexualität ist als Geschlechtsverkehr oder sonstige Interaktionen mit einem Partner», so Schiftan. «Der Einsatz von künstlichen Vaginen bei Männern ist nicht verpönter als der Einsatz von Sextoys bei Frauen. Er ist einfach unbekannter», sagt Schiftan. Esther Schütz ist Sexualpädagin und sagt: «Bei Frauen sind Sextoys schon länger verbreitet. Weshalb sollten Männer solche also nicht auch benutzen? Mittlerweile existiert auch ein Angebot für Männer.» «Dass Männer Sextoys noch weniger häufig einsetzen, hat mit der Anatomie des männlichen Körpers zu tun, der nach einer komplexeren mechanischen Konstruktion verlangt. Die Produkte durchschreiten deshalb eine andere und längere Produkteentwicklung», sagt Schütz. «Sextoys bieten die Möglichkeit, mehr über die eigene Sexualität und damit sich selbst zu lernen und zu erfahren», sagt Schütz «Es ist toll, dass jedem Menschen so mehr eigene sexuelle Entwicklung zugestanden wird. Und daraus ziehen dann ja auch deren Sexualpartner wiederum einen Vorteil», so Schütz.

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Mit 48 Prozent der Befragten nutzt fast die Hälfte der Schweizer Sextoys. Das zeigt die grosse Sexumfrage von 20 Minuten (siehe Box). Bei den Männern greifen nur 40 Prozent auf Hilfsmittel zurück, bei den Frauen sind es 57 Prozent.

Jeder sechste Mann, der Sextoys benutzt, bedient sich einer künstlichen Vagina. Beliebt sind die künstlichen Vaginen vor allem bei den jüngeren Nutzern im Alter zwischen 16 und 17 Jahren. Bei den 18- bis 34-Jährigen und den noch älteren Nutzern sinkt die Zahl hingegen deutlich.

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«Künstliche Vaginen ergeben Sinn»

Im Vergleich zur Nutzung von Dildos und Vibratoren, die bei den Frauen jeden Alters weit verbreitet sind, fristen die Pendants für den männlichen Teil der Bevölkerung aber nach wie vor ein Schattendasein.

Dabei ergeben sie aus sexologischer Sicht sehr viel Sinn, wie Sexualtherapeutin Dania Schiftan sagt. Sie seien weicher und feiner als kräftige Männerhände. «Wenn Männer selbst Hand anlegen, üben sie relativ viel Druck und Kraft auf den Penis aus – insbesondere wenn sie dabei beispielsweise noch auf einen Porno konzentriert sind und nicht auf ihren Penis. Die Nerven werden dann so trainiert und können die feine Struktur einer Vagina nicht mehr wahrnehmen.»

Schiftan sagt: «Was Frauen vom Einsatz von künstlichen Vaginen bei Männern halten, ist egal.» Es gebe immer wieder Frauen, die die Selbstbefriedigung beim Mann als Bedrohung anschauten. «Aber das ergibt überhaupt keinen Sinn. Man weiss aus der Forschung, dass Masturbation eine komplett andere Form der Sexualität ist als Geschlechtsverkehr oder sonstige Interaktionen mit einem Partner.» Und sie sei weder schlechter noch besser als die andere und «schon gar kein Betrug am Partner».

«Kann zu zweit eingesetzt werden»

Schiftan glaubt, dass der Einsatz von künstlichen Vaginen bei Männern nicht verpönter ist als der Einsatz von Sextoys bei Frauen. «Er ist einfach unbekannter.» Bei Frauen habe sich die Einsicht nach und nach durchgesetzt, dass etwa Vibratoren etwas können, was Penisse nicht können. Männern aber werde immer wieder eingeredet, dass ihre Hände zur Selbstbefriedigung ausreichen würden.

Dass gewisse Sextoys nicht bei gemeinsamen Aktivitäten im Bett eingesetzt werden könnten, sei zwar naheliegend, aber nicht unbedingt richtig, so Schiftan. «Man kann jedes Spielzeug auch im Bett einsetzen, solange es beide Partner erregend und bereichernd finden.»


Mit Sextoys kann man seine eigene Sexualität erkunden

Frau Schütz*, wieso benutzen mehr Frauen Sextoys als Männer?
Bei Frauen sind Sextoys schon länger verbreitet. Weshalb sollten Männer solche also nicht auch benutzen? Mittlerweile existiert auch ein Angebot für Männer. Dass Männer diese noch weniger häufig einsetzen, hat mit der Anatomie des männlichen Körpers zu tun, der nach einer komplexeren mechanischen Konstruktion verlangt. Die Produkte durchschreiten deshalb eine andere und längere Produkteentwicklung.

Was für Vorteile bieten künstliche Vaginen?
«Sextoys bieten die Möglichkeit, mehr über seine eigene Sexualität und damit sich selbst zu lernen und zu erfahren. Es ist toll, dass jedem Menschen so mehr eigene sexuelle Entwicklung zugestanden wird. Und daraus ziehen dann ja auch deren Sexualpartner wiederum einen Vorteil.

Sind künstliche Vaginen eine Form des Partnerersatzes?
Nein, denn sie können die feine Haut einer Vagina nicht ersetzen. Sie können aber eine sexuelle Beziehung aufgrund der sexuellen Entwicklung des Anwenders am Laufen halten. Trotzdem wird in der Gesellschaft immer noch sehr wenig über Masturbation gesprochen und Sexspielzeug gehört demnach noch immer ein bisschen einem Tabubereich an.

*Esther Schütz ist Sexualpädagogin

(ihr)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Uschi am 05.12.2019 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Habt etwas Geduld

    Noch 20 Jahre und man kann auf Gummi-Vaginen verzichten. Dann kommen die Sexroboter von Apple oder Samsung. Die Preisgestaltung wird sich nach Kaufkraft gestalten, dass Aussehen auch. Für Reiche sehen die Roboter aus wie Julia Roberts und für Arme wie Uschi.

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  • Senta am 05.12.2019 12:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Och, nö lieber nich

    Na, wie berauschend wenn's dann heisst:"Komm Schatz lass uns heute die neue Vagina mitmachen, meine hat irgendwie Migräne.... Ich massier dir dann lieber den Rücken. Echt jetzt?

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  • Luc H. am 05.12.2019 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was kaufen?

    Also kommen wir zur Sache. Was ist das beste Produkt? Thanx für Tipps!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • boka am 05.12.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Toys fürs Toi Toi

    Also wenn mein Freund eine flauschig weiche Künstlichkeits-Vagina ins Bett nähme zu meiner, hoffentlich wär sie auch sauber, da würde mein Hormonspiegel sicher nicht steigen. Fetisch-Typen, so scheints mir, lechzen nach Zustimmung doch all diese Eskapaden sind für mich eher Zeichen von Abstumpfung um für 1Min einen neuen Kick zu ernten, auch wenn immer behauptet wird, es wäre eine höhere Oktave der Sexualität, dabei ists ein Zeichen der Verarmung. Alles nicht moralisch gemeint. Wer einzig Natur braucht für ein Hoch ist besser dran als Toys-Freaks.

  • MMM am 05.12.2019 18:52 Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nichts Geileres

    Ich habe Tag und Nacht eine Elektrode in meiner Harnröhre die ich mit einer Fernbedienung bedienen kann.

  • tina am 05.12.2019 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    niemals

    Ich würde nie mit einem Mann zusammen sein der eine künstliche vagina nimmt... Nein sorry... Wenn ich mir das vorstelle lache und schäme ich mich gleichzeitig. Und nein ich benutze auch nichts, all natural :) der Körper hat so viel zu bieten, zu entdecken, da bruchts nicht noch Plastik und Gummi um spass zu haben

  • artr2d2 am 05.12.2019 18:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbst ist der Mann

    Nun will man einen neuen Markt erschliessen. Warum Platikgüter, wenn die eigene Hand vollkommen reicht. Bravo, Konsumgesellschaft. Noch mehr Plastik muss in Umflauf kommen.

  • Röbi am 05.12.2019 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Sex = heutzutage nur noch im Film

    Das Problem heute ist, dass die Menschen viel zu wenig Sex bekommen. Die meisten masturbieren das ganze Leben und schauen sich dazu Pornofilme an. Angebot und Nachfrage geht nicht auf. Jüngere Frauen stehen auf ältere Herren mit dickem Portemonnaie und Erfahrung. Junge Männer bis 35 oder allg. Männer ohne Geld sowie Frauen, die nicht wie ein Model aussehen, haben praktisch nie Sex.