Islamdebatte

23. März 2016 11:18; Akt: 23.03.2016 13:57 Print

Shitstorm um Terror-Tweet von Junger Grüner

von D. Pomper - Irina Studhalter von den Jungen Grünen hat mit einem Tweet eine Welle der Empörung ausgelöst. Sie verteidigt ihre Aussage gegen die Kritik.

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Die Co-Präsidentin der Jungen Grünen des Kantons Luzern, Irina Studhalter, hat nach den Attentaten in Brüssel mit einem Tweet einen Shitstorm ausgelöst. «Ich habe Angst. Nicht vor dem Islam, nicht vor Terror – sondern vor der rechtspopulistischen Hetze, die folgen wird», schrieb die 22-jährige Luzernerin gestern, die auch im Vorstand der Jungen Grünen Schweiz sitzt.

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Die zahlreichen Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Inzwischen hat Studhalter ihr Twitter-Profil auf unsichtbar gestellt. Doch es hagelt weiter Kritik. Ihre Aussage sei geschmacklos und verhöhne die Opfer, heisst es.





Andere prangern ihre Naivität an und werfen ihr vor, die Augen vor der Realität zu verschliessen.





Mit der Kritik konfrontiert, sagt Studhalter: «Ich habe die Opfer nicht verhöhnt. Ich bin Pazifistin und verurteile jeden Mord.» Auch sei sie nicht naiv: «Als Politikwissenschaftlerin mache ich mir Gedanken zu den grossen gesellschaftspolitischen Zusammenhängen.»

Der Rechtspopulismus, der sich in den letzten Monaten in Europa verschärft habe, beschäftige sie mehr als der Terror. «Da laufen politische Vorgänge, die in Richtung Abschottung gehen», sagt Studhalter. Auch vor dem Islam habe sie keine Angst: «Terror ist nicht mit Religion gekoppelt, sondern mit Extremismus.» Den Terrorismus könne man nicht bekämpfen, indem man die Flüchtlinge vor den Grenzen Europas nicht reinlasse. Das gehe nur, «indem man sich Minderheiten annimmt, sie ernst nimmt und sich den gesellschaftlichen Herausforderungen und Dynamiken stellt».

Diskussion zur Rolle des Islams

Auf Twitter wird diese Frage heftig diskutiert. Der Hasthag #StopIslam gehört seit den Attentaten zu den Twitter-Trends. Viele sehen im Islam den Ursprung der Attentate.





Das andere Lager setzt sich zur Wehr und verteidigt den Islam, der eine friedliche Religion sei.






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