Juso-Versammlung

20. März 2018 05:46; Akt: 20.03.2018 13:41 Print

Wird die Juso immer radikaler?

von D. Krähenbühl - Mit neun Forderungen will die Juso das kapitalistische System überwinden. Selbst einigen Politikern der Mutterpartei geht dies zu weit.

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Eine 25-Stunden-Woche, eine Volkspension, die Verstaatlichung des Bodens oder die Staatsbürgerschaft für alle: Der neue Forderungskatalog der Jusos provoziert. An der Jahresversammlung äusserten die Delegierten neun Kernforderungen für die zukünftige Parteipolitik (siehe Box).

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Der ehemalige Diplomat und alt SP-Nationalrat Tim Guldimann hält den Forderungskatalog der Juso aber für utopisch: «Das sind Maximalforderungen, die den Kompromiss verhindern.» Er könne es sich nicht vorstellen, dass alle Forderungen ernst gemeint seien. Für die im nächsten Jahr anstehenden Wahlen seien die Forderungen geradezu schädlich. Gerade die 25-Stunden-Woche sei doch nicht zu finanzieren. «Das ist eine Steilvorlage für alle anderen Parteien, die der SP vorwerfen, sie wolle das Eigentum abschaffen.»

«Glaubwürdigkeit der SP leidet»

Zwar sei es legitim, radikale Forderungen zu stellen, wenn die Zweckmässigkeit gegeben sei. Diese gibt es laut Guldimann bei gewissen Themen – wie bei der Frage um das Grundeinkommen – einfach. «Denn diese Forderungen können nützlich sein, um bei gesellschaftlich wichtigen Fragen eine Grundsatzdiskussion anzustossen», sagt Guldimann. Er finde es aber keine gute Idee, dass man der Provokation wegen die Forderungen der Linken überdreht. «Das schreckt unsere linksliberalen Sympathisanten ab.»

Auch Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP, der selber mit provokanten Aktionen aneckt, kritisiert das Endprodukt der Juso-Jahresversammlung: «Den Forderungskatalog der Juso würde ich nicht utopisch nennen, sondern Horrorszenario.» Eine Verstaatlichung des Bodens hiesse, eine staatlich verordnete Enteignung voranzutreiben.

Er finde es skandalös, dass die Juso-Präsidentin Tamara Funiciello gleichzeitig auch im Vizepräsidium der SP sitzt und dort ihre Ansichten weiterverbreiten könne. «Wenn die SP marxistischem Gedankengut Tür und Tor öffnet, schadet das ihrer Glaubwürdigkeit enorm», sagt Fischer. Dass die SP diese Art von Sozialismus salonfähig mache, gebe ihm zu denken.

«Wir sind Visionäre»

Die Juso-Präsidentin Tamara Funiciello lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen. «Es ist schade, dass man visionäre Forderungen und Provokation gleichstellt.» Die Forderungen seien aufgestellt worden, um den gesellschaftlichen Problemen im nächsten Jahrhundert zu begegnen. «Singapur hat 90 Prozent des Bodens verstaatlicht. Niemand dort spricht von einem kommunistischen Staat», sagt Funiciello. Die Mieten stiegen immer weiter, während die Löhne nicht steigen würden. Der Boden gehöre der Bevölkerung, darum sei es nur fair, ihn wieder dem Volk zu überschreiben. «Wir sind die Einzigen, die es wagen, vorhandene Gesellschafts-, Sozial- und Wirtschaftskonstrukte zu hinterfragen.»

Man müsse den Mut haben, Forderungen aufzustellen, die noch nie gedacht worden seien. Gerade die 25-Stunden-Woche werde mit der zunehmenden Automatisierung immer möglicher. «Es gibt so viele Leute, die sich überarbeiten und Ende Monat trotzdem nichts im Portemonnaie übrig haben», sagt Funiciello. Es sei absurd, dass man verurteilt werde, weil man vorausblickend plane. Darum würde diese Art der Juso-Querdenkerei auch der SP guttun. «Visionäre haben die Geschichte vorangetrieben. Nun sind wir an der Reihe», sagt Funiciello.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Knallvix am 20.03.2018 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe die nicht!

    Die meisten wo bei der Partei angehören sind ja noch Kinder und haben nur Ahnung vom Geld brauchen.

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  • Marc'oh'polo am 20.03.2018 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Spätpupertierenden Teenis

    Selber nie gearbeitet und den Finger schmutzig gemacht. Und die Sozialen spielen. Aber selber keine Ahnung was die Bevölkerung will.

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  • Scorpione am 20.03.2018 06:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Null

    Nichts begriffen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Linda die echte. am 21.03.2018 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann spricht

    Da die Mutter Partei endlich ein Machtwort. Die machen sich ja nicht nur lächerlich sondern gehen bald sang und klang lose unter.

  • Vorden Kopfgestossen am 20.03.2018 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Super Partei..

    ..ich sage nur: Guldimann und Funiciello.

  • Franz Blasius am 20.03.2018 19:46 Report Diesen Beitrag melden

    Juso verbieten

    Es gab eine Phase in der Schweiz, wo wir noch über einen weitsichtigen Bundesrat verfügten. Das war damals, als er die Juso verboten hat.

  • Logiker am 20.03.2018 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Kapital entsteht doch Schulden anderer

    Den Kapitalismus kann man nicht überwinden - der bricht von selbst zusammen, wenn alle mehr nehmen als geben:-)

  • Ein Leser am 20.03.2018 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    Ich finde der Katalog nicht schlecht

    Es wird mal Links Land und Links Stadt geben. So wird sich mal Links trennen. Ich finde Links nicht schlecht mir gefällt der Forderungskatalog ausser mit der Zuwanderung und Aussenpolitik da habe ich ein bisschen mühe.