Umfrage-Resultate

07. Mai 2015 06:09; Akt: 07.05.2015 09:31 Print

Sinkende TV-Gebühren überzeugen nur wenige

von J. Büchi - Die 20-Minuten-Abstimmungsumfrage zeigt: Die Billag-Revision stösst weiterhin auf Ablehnung. Auch die Zustimmung zur Erbschaftssteuer ist nochmals gesunken.

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Gerade einmal 36 Prozent wollen die RTVG-Revision derzeit annehmen. Und nur ein Drittel der Befürworter nennt die in Aussicht gestellte Gebührensenkung als Hauptargument. (Bild: Keystone)

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Hat Medienministerin Doris Leuthard schon verloren? Im Interview mit 20 Minuten weibelt die Bundesrätin mit aller Kraft für die Revision des Radio- und TV-Gesetzes (RTVG). Mit einem Ja sinke die Abgabe für die Haushalte auf rund 400 Franken, so ihre Kernaussage. «Für die meisten wird es also spürbar billiger.» Bisher scheinen ihre Argumente in der Bevölkerung aber wenig Gehör zu finden.

Die zweite Runde der gewichteten Abstimmungsumfrage von 20 Minuten zeigt: Die Zustimmung zur RTVG-Revision ist sogar leicht zurückgegangen – von 39 auf 36 Prozent. Fast sechs von zehn Befragten wollen an der Urne ein Nein einlegen, fünf Prozent machten noch keine Angaben.

Als häufigstes Argument gegen die Vorlage nennen die Gegner, die SRG erhalte heute zu viel Geld. Die Angst des Gewerbeverbands, dass der Bundesrat die Gebühr in Eigenregie erhöhen könnte, teilen hingegen nur wenige. Auf der Befürworterseite werden die sinkenden Gebühren von rund einem Drittel als Hauptargument genannt. Genauso viele geben als Zustimmungsgrund an, dass es mit dem neuen System keine Schwarzseher und -hörer mehr gebem würde.

Noch etwas tiefer als in der ersten Umfragerunde fällt die Zustimmung auch bei der Erbschaftssteuer-Initiative aus. Nur noch 27 Prozent würden derzeit die Vorlage annehmen. Dem gegenüber stehen 62 Prozent Gegner und elf Prozent, die noch keine Stimmabsicht angegeben haben. Das Killer-Argument der Gegner: «Das vererbte Geld wurde schon besteuert.» 74 Prozent der Nein-Sager begründen ihre Haltung damit. Auf der Pro-Seite wird der Kampf gegen die ungleiche Verteilung der Vermögen genannt – und dass die Steuer erst ab Vermögen von über zwei Millionen Franken fällig würde.

Nach einem Nein sieht es derzeit auch bei der Vorlage zur Präimplantationsdiagnostik aus. 37 Prozent sind dafür, 47 Prozent dagegen. Allerdings wollten sich 16 Prozent der Befragten noch nicht auf eine Position festlegen. Viele von ihnen dürften noch unentschlossen sein. Für die Befürworter steht im Vordergrund, dass es unlogisch sei, dass Embryos heute zwar im Mutterleib untersucht werden dürfen, im Reagenzglas jedoch nicht. Das häufigste Argument der Gegner: Der Mensch solle nicht über wertes und unwertes Leben entscheiden.

Relativ hoch ist der Anteil jener, die noch keine Angaben zu ihrer Stimmabsicht machen konnten, auch bei der Stipendieninitiative. Während derzeit 47 Prozent mit dem Anliegen sympathisieren und 37 Prozent eine ablehnende Haltung einnehmen, mochte der Rest sich weder zu einem Ja noch zu einem Nein durchringen. Weniger wichtig als die Harmonisierung der Stipendienvergabe zwischen den Kantonen scheint für die Befürworter der Grundgedanke zu sein, dass sich alle Personen ein Studium leisten können sollen. Die Ablehnung gründet dagegen vor allem auf finanziellen Überlegungen. Die meisten Gegner kritisieren, dass die Stipendien-Initiative zu Mehrkosten führen würde.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fabian am 07.05.2015 07:24 Report Diesen Beitrag melden

    Die billag wird ersatzlos abgeschaft

    Die Nobillag Initiative wird vors Volk kommen und dann hoffentlich auch angenommen werden.

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  • Roman am 07.05.2015 07:32 Report Diesen Beitrag melden

    Ich will nicht bezahlen

    Ich habe keinen TV zuhause. Schaue auch nicht im Internet!!! Warum soll ich 400.- bezahlen für etwas, das ich nicht nutze???

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  • Martin Lüssi am 07.05.2015 08:06 Report Diesen Beitrag melden

    TV Gebühr für alle...

    nun die TV Gebühr an alle, ist für mich wie wenn alle Kirchensteuern bezahlen müssten, nur weil sie möglicherweise einmal eine Kirche betreten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bobo am 07.05.2015 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich will nicht weniger zahlen..

    Ich will nicht weniger zahlen sondern gar nichts

  • Hanspeter Ruchti am 07.05.2015 14:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das sind Sorgen

    Eigentlich unglaublich zu welchen unbedeutenden Fragen heute das Volk bemüht wird. Konzentrieren wir uns doch auf das Wesentliche, zumal ich kaum glaube, dass es Bürger geben soll, die zu keiner Zeit Fernsehen oder Radio konsumieren. Das ist entweder lebensfremd oder unehrlich.

    • PM am 07.05.2015 21:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sicher...

      Ich schaue im Jahr keine Minute TV und Radio höre ich Zuhause auch nie. Wozu auch, wenn es DVDs mit Filmen/Serien gibt, welche mich interessieren. Und für Musik das selbe, vorallem wenn man nicht den Radio Schrott hört.

    • Fabian am 08.05.2015 06:04 Report Diesen Beitrag melden

      Nie TV nie Radio

      Ich schaue seit 2013 keine Sekunde mehr TV und Radio höre ich auch nicht. Ich höre nur musik während dem Autofahren. Daran ist nichts lebensfremd! Ich schaue jeden 3 Tag auf 20min einbisschen, das hat aber mit SRF nichts zu tun.

    • lauretta am 08.05.2015 07:22 Report Diesen Beitrag melden

      Ruchti

      ich schau kein schweizer fernsehen und höre kein schweizer radio - das ist mir zu dilettantisch und zu langweilig. von mir aus kann ganz leutschenbach und all diese pseudo-radiosender verschwinden, inkl. diesen de weck und co. ich benutze das internet und schaue ausländische sender und für das zahle ich bereits separat. billag gehört abgeschafft. das ist raubrittertum.

    • mir stinkts am 08.05.2015 16:40 Report Diesen Beitrag melden

      genau - unbedeutende Fragen

      Seit einiger Zeit der Zwangskonsum von Funk-Medien. Das neue SBB-Abo wo die SBB gegebenenfalls kulant sein kann wenn Sie verpasst haben das Abo zu künden. Krankenkasse. ...... denken Sie nicht auch, dass es zu spät ist zu reagieren, wenn es für Sie relevant wird - oder lobbyieren Sie auch und profitieren von einem Daddy, der sich für Ihr Business stark macht? Ein anstehendes Projekt wäre die Zwangsausrüstung von Fahrrädern mit GPS.

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  • Ramon am 07.05.2015 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Erzwungenes Schrumpfen des SF

    Ich glaube das ist erst der Anfang. Revision ablehnen und anschliessend durch Abschaffen der Billag das Schweizer Fernsehen zu einer Sparkur zwingen. Die Zeiten haben sich geändert - durch Facebook, Youtube, Onlineangebote wie 20min etc. Die 500 CHF pro Jahr sind mehr als nur Verhältnisblödsinn!

  • LeFrosch am 07.05.2015 14:20 Report Diesen Beitrag melden

    Der Witz der TV Gebühr

    Wer Heutzutage TV aus der Analogen Dose schaut (falls das überhaupt noch geht) kriegt bei der Auflösung"Augenkrebs". Also ist JEDER TV-Anschluss bei einem Anbieter (Swisscom, Cablecom etc.) registriert oder? Also wers hat bezahlt ja schon um es empfangen zu dürfen. Einfach nochmals bezahlen um das bereits per Monatsrechnung bezahlte Angebot/Netz und Sender die massig Geld mit Werbung etc. verdienen doppelt zu finanzieren. Radio & TV- Abgaben bezahlen zu müssen NUR WEIL MAN DIE MÖGLICHKEIT HAT es zu benützen, auch wenn man es nicht tut? Geht für mich nicht in Ordnung sorry.

  • Klar Texter am 07.05.2015 14:01 Report Diesen Beitrag melden

    Zwangsgebühr 2

    Der Staat hat gegenüber seinen Bürgern eine besondere Verantwortung bezüglich des sorgsamen Umgangs mit Steuergeldern. Horrende Saläre wie jene von SRG-Direktor Roger de Weck (543784 Franken) oder goldene Fallschirme wie für den ehemaligen Fernsehchef Ueli Haldimann (330000 Franken) sind eine Zumutung für den Gebührenzahler. Der bürokratische Aufwand zur Eintreibung der Radio- und TV-Gebühren ist unverschämt hoch: Unter der heutigen Regelung verschwendet die Billag dafür jährlich rund 57 Mio. Franken. Auch vor massiven Privatsphäre-Eingriffen schrecken die Billag und das Bakom nicht zurück.