«Ein Meilenstein»

24. August 2019 15:08; Akt: 24.08.2019 20:11 Print

Das sagt Guy Parmelin zum Deal mit Brasilien

Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten ist unter Dach und Fach – trotz den Amazonas-Bränden. Bundesrat Guy Parmelin begründete den Deal an einer Medienkonferenz.

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Frankreich und Irland kündigten am Freitag wegen den Amazonas-Bränden eine Blockade des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay an.

Der französische Präsident sei zu dem Schluss gekommen, dass der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro ihn über seine Umweltschutz-Absichten «belogen» habe, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. «Unter diesen Umständen lehnt Frankreich das Mercosur-Abkommen in seiner jetzigen Form ab», hiess es.

Am gleichen Tag wurde bekannt, dass die Efta-Länder Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein sich trotzdem mit dem südamerikanischen Handelsblock über den Freihandelsdeal geeinigt haben. Mit dem Abkommen können Waren ohne Zölle zwischen der Schweiz und den Mercosur-Ländern ausgetauscht werden.

«Ein Meilenstein»

Der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF), Bundesrat Guy Parmelin, begründete den Deal am Samstag an einer Medienkonferenz und bezeichnete ihn als «einen Meilenstein». Dadurch könne das Handelsnetzwerk in der Schweiz stabilisiert und gestärkt werden.

Für die Schweiz sei dieses Abkommen von ausserordentlicher Bedeutung, sagte der Bundesrat. Es eröffne dem Land einen Markt mit 260 Millionen Einwohnern. «Das bedeutet ein enormes Potenzial für die Firmen unseres Landes.»

Der WBF-Vorsteher hob vor allem die Vorteile der Schweizer Firmen gegenüber ihren Konkurrenten in der EU hervor. «Das Abkommen erlaubt es unseren Unternehmen, mit ihren Konkurrenten gleichzuziehen.» Die Schweiz habe mit dem Abkommen einen grossen Schritt gemacht, um diese Diskriminierung zu verringern.

«Nehmen Waldbrände sehr ernst»

Die Schweiz erhalte durch das Abkommen die Chance, ihr eigenes Handelsnetzwerk auszubauen. «Exporteure brauchen zuverlässige Rahmenbedingungen, um sich auf den unruhigen Weltmärkten zu behaupten.» Man habe bei den Verhandlungen besonders auf die Interessen der Landwirtschaft und das geistiges Eigentum geachtet.

Zu den Waldbränden in Brasilien sagte der Bundesrat. «Wir nehmen diese sehr ernst.» Die Schweiz beteilige sich an den internationalen Diskussionen zu dieser Naturkatastrophe. Das WBF betonte zudem, dass die Schweiz keine Produkte aus Regionen beziehe, die derzeit in Flammen stehen.

(rab/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ruedi am 24.08.2019 20:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht gut für den Bundesrat

    Der Zeitpunkt für die Unterzeichnung konnte fast nicht schlechter gewählt werden.

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  • Tini am 24.08.2019 20:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld regiert...

    ... die Welt!!! Und diese geht langsam aber stetig zu Grunde :-(

  • PascalK2015 am 24.08.2019 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha und was jetzt?

    Ich höre nur bla bla bla. Hauptsache der Rubel rollt. Aber immerhin, alle brauchen ja Sauerstoff. Von daher wenn es mich nimmt, nimmt es auch die.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.Grüninger am 28.08.2019 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache

    Die Schweiz und Geiz ! Und Nr.1 in Sachen Umweltschutz damit die auf der ganzen Erde die Wälder abfackeln können ! Wir schaffen das !!!

  • ACC am 26.08.2019 14:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit einander reden

    Es ist schon erstaunlich mit welcher Arroganz und Überheblichkeit zum Teil argumentiert wird. Die Verweigerung Handel international zu betreiben bringt diesen Ländern keinen Fortschritt und Veränderungen.Südostasien erholt sich von mehreren Jahrzehnten kriegen dank Aussenhandel auch mit ehemaligen Gegnern.Wer Handel treibt der redet miteinander und tauscht sich aus was eventuell mehr Veränderungen mit sich bringen kann, aber Zeigefinger Politik und Schuldzuweisungen sind natürlich einfacher,den man boykottiert und hat gesagt was sie falsch gemacht haben und wir schlafen den gerechten schlaf.

  • Helena am 26.08.2019 12:25 Report Diesen Beitrag melden

    Brasilianisches Fleisch

    Brasilianisches Hähnchen gibt es in jedem Supermarkt, also aufpassen beim Einkauf. Einfach keine Brasilianischen oder Südamerikanischen Fleischprodukte kaufen.

    • Canoe II am 26.08.2019 16:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Helena

      Die schmecken jetzt alle wie ein geräuchter Schinken. En guete

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  • E.M. am 26.08.2019 12:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der böse Aussenhandel

    Mann o Mann geht es noch scheinheiliger. Diese Sprüche wie Geld regiert die Welt oder solange der Rubel rollt .Von was genau glauben diese Leute werden der Sozialstaat inklusive Asylwesen , die ganze Infrastruktur dieses Landes finanziert.Steuern werden nunmal auch durch einen funktionierenden Aussenhandel erwirtschaftet,nur mit dem Binnenmarkt lässt sich diese schöne funktionierende Gesellschaft Schweiz nicht bezahlen.

    • Swissgirl am 26.08.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E.M.

      Ja klar, Geld an dem das Blut der Zwecks Landgewinnungen vertriebenen und ermordeten indigenen Völker klebt. Pfui!

    • Mutter Erde & Vater Staat am 26.08.2019 12:27 Report Diesen Beitrag melden

      Multilateralismus

      Von was genau, glauben diese Leute, werden Klimawandel, Mikroplastik und Süsswasserpestizide an unseren hübschen Landesgrenzen ferngehalten?

    • E.M. am 26.08.2019 13:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Swissgirl

      Glauben Sie wirklich ein nicht abgeschlossenes Freihandelsabkommen ändere etwas oder könnte es nicht dass wir uns dann einfach etwas besser fühlen als alle anderen.

    • Umweltbeauftragter am 26.08.2019 13:20 Report Diesen Beitrag melden

      @Swissgirl

      Die Schweiz hat ihre doch recht saubere Umwelt hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, dass die umweltbelastenden Industrien vor zig Jahren ins Ausland verlagert worden sind. Mit den zugleich billigeren Produktionsstandorten und den daraus resultierenden höheren Gewinnmargen, konnten die Umweltmassnahmen in der Schweiz entsprechend forciert werden. Sie müssen sich also nicht so über den Vertrag mit Mercosur aufregen.

    • Swissgirl am 26.08.2019 19:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E.M.

      Glauben Sie denn dass Ignoranz, Wegschauen und Gleichgültigkeit nach dem Motto "die anderen sollen doch" etwas ändern wird? An den Rodungen verdienen sich nur die eine noch goldenere Nase, die ihre Taschen so schön prall voll haben. Und zu denen gehören eben auch Bolsonaro und Co. Allesamt geschmiert von den korrupten Ausbeutern.

    • Swissgirl am 26.08.2019 19:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Umweltbeauftragter

      Doch zu ich, denn mit Verbrechern macht man keine Verträge. Und nur so zum Nachdenken: ganz Europa hat seine Industrie ziehen lassen!

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  • Parmesan am 26.08.2019 11:55 Report Diesen Beitrag melden

    In Frage stellen

    Und noch ein Beispiel in wie weit die Schweiz für den Klimawandel auch verantwortlich ist, nicht direkt aber so sehr indirekt! Man schaue mal als Beispiel Nestlé, Syngenta und EMS Chemie ! Und mit unseren so genannten Neutralität sind wir die Freunde von allen - auch den Psychopathen, ganz besonders von Psychopathen wie Trump, Bolsonaro, Erdogan, Orban, Nettanjahu, Putin etc... Vielleicht sollte die Schweiz endlich mal damit anfangen sich in Frage zu stellen oder nicht so tun als könnte Sie hierfür nichts

    • BuisnessMan am 26.08.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

      Jobsicherheit

      Die Schweizer Wirtschaft erarbeitet nun mal über 80% ihres Umsatzes im Ausland. Als kleines Land können wir es uns demzufolge nicht leisten, grosse Märkte einfach zu ignorieren. Wer natürlich in der Verwaltung und bei NGOs eine Anstellung hat, ist von den wirtschaftlichen Schwankungen praktisch nicht betroffen. Nahezu 100% Jobsicherheit.

    • Swissgirl am 27.08.2019 12:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @BuisnessMan

      Und wer bitteschön in Brasilien soll denn unsere teuren Produkte kaufen? Das Freihandelsabkommen nützt nur Brasilien, sprich den Mercosur-Staaten.

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