WM-Fieber

01. Juli 2014 14:58; Akt: 02.07.2014 14:37 Print

So litten die Nati-Fans beim Argentinien-Krimi

Wer konnte, machte heute früher Feierabend. Die Schweizer Nati kämpfte unglaublich stark gegen Argentinien. Doch 120 Minuten Hoffen und Bangen nützen nicht: Die Nati verliert 1:0.

Bildstrecke im Grossformat »
Mitfiebern in Lugano. Wer Glück hat, sass schon am Nachmittag im Public Viewing - wie diese beiden Herren, die sich vor dem Match selbstverständlich nichts anderes als ein Fondue gönnen. Früh übt sich: Abigail ist erst fünf Wochen alt und fühlt sich im Fan-Dress sichtlich wohl. Bei diesem Leser-Reporter ist sogar das stille Örtchen Fan-Zone. Tierische Grüsse an die Schweizer Nationalmannschaft auch von Arthur der Schildkröte. Unterstützt wird die Nati auch von diesem Vierbeiner. Musikalische Einstimmung auf den Achtelfinal in Lausanne. Zwischen Vevey und Clarens stehen selbst die Ampeln auf WM. Diese Muffins zeigen Flagge. Die Ruhe vor dem Sturm: Dieser Leser-Reporter verkürzt sich in Sion die Wartezeit bis 18 Uhr mit einem gegrillten Fisch. Unterstützung kriegt die Schweizer Nati aus aller Welt: Etwa mit einem Kunstwerk aus Sand aus Mallorca. Hopp Schwiiz!: Die Amag Volketswil wünscht der Nati viel Glück für das heutige Spiel. «Wir glauben an euch!» Um pünktlich zum Anpfiff bereit zu sein, schliesst Leserin Ursula Schluchter ihren Laden in Thun heute etwas früher. Wer nicht einfach Feierabend machen kann, rüstet sich trotzdem schon mal ordentlich mit Fanartikeln aus. In der Firma Basler & Hofmann beginnen die Mitarbeiter schon früh morgens, damit sie um halb vier Uhr in den Feierabend gehen können. Um möglichst viele Leute mit dem WM-Fieber anzustecken, hatte das Unternehmen ein ganz besonderes Geschenk für seine Gäste: Hopp-Schwiiz-Donuts. «Auch im Büro sind alle schon nervös», schreibt Leserin Luana. Das Schweizer-Fähnli ist heute ein Muss, schreibt eine andere Leserin. Sie hat das Glück, heute früher Feierabend zu machen. Leser-Reporter Remo freut sich: Sein Chef lässt ihn und seine Mitarbeiter früher in den Feierabend. «Mit dem Fan-Mobil sind wir schon bestens vorbereitet», schreibt er. Am feierte die ganze Schweiz bereits den Sieg der Nati über Honduras und damit deren Einzug in den Achtelfinal. So zum Beispiel beim Public Viewing in Zürich. Am Dienstag (1. Juli) soll es gleich aussehen. Das Spiel gegen Honduras wurde auf eine Grossleinwand übertragen. Ein Schweizer Fan mit Argentinien-Leibchen. So sieht das Achtelfinal aus. Nicht nur in der Schweiz wurde der Sieg der Nationalmannschaft gefeiert: Dieses Bild eines Leser-Reporters zeigt feiernde Fans in Israel. Schweizer Fans zeigen ihre Freude über den Sieg. Frenetischer Jubel. Dabei wurde auch Pyro gezündet. Die Fans gaben alles. Nicht nur mit ihren Stimmen. Mit Schminke zum Sieg. Shaqiri, der Held. Feiernde Fans gab es auch in Lausanne. Feuerwerk war auch in Lausanne zu sehen. In Bern wird der VW-Bus zum Party-Mobil. Wohlen feiert. Auch im schönen Luzern gingen die Menschen auf die Strasse. Hier beim Hotel Schweizerhof. Nicht nur in der Schweiz selber wurde gejubelt. Sondern auch im Ausland. Hier eine Gruppe im «Bierhaus» in Miami, Florida.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Seit sechs Uhr liegt in der ganzen Schweiz die Spannung spürbar in der Luft. Jeder, der kann, feuert die Nationalmannschaft im Spiel gegen Argentinien an. Damit der Platz in der vordersten Reihe vor der Leinwand noch frei ist, verliessen einige Schweizer ihren Arbeitsplatz früher.

«In der Verwaltung arbeiten die Mitarbeiter selbständig, dort werden sicher einige etwas früher gehen», sagt SBB-Sprecherin Lea Meyer. Rund 7000 Angestellte haben die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit selbst einzuteilen. Andere hätten jedoch keine Wahl: «Lokführer und Zugbegleiter arbeiten in Schichten, dort geht das halt nicht», so Meyer.

Kunden sollen helfen

Die Mitarbeiter der Schweizerischen Post haben zum Zeitpunkt des Anpfiffs grösstenteils bereits Feierabend. «Der Pöstler ist dann natürlich schon zu Hause», sagt Post-Sprecher Bernhard Bürki. Trotzdem gibt es auch hier Ausnahmen: «In den Brief- und Paketzentren arbeiten die Angestellten um diese Zeit», so Bürki. Ein Fernseher stehe ihnen dabei nicht zur Verfügung. «Es kann halt leider nicht die ganze Schweiz WM schauen.»

Coop-Sprecher Ramon Gander erklärt, dass die Angestellten vorwiegend im Verkauf und der Logistik arbeiteten und diese dort klar geregelte Arbeitszeiten hätten. «Jemand, der im Interdiscount arbeitet, hat natürlich die Möglichkeit, den Match auf den ausgestellten Fernsehern zu schauen», so Gander. Bei den Mitarbeitern in den Büros würde das natürlich anders aussehen. «Aber vielleicht haben die Angestellten im Verkauf Glück und die Kunden halten sie über die Resultate auf dem Laufenden», so der Mediensprecher weiter.

«Wenn die Schweiz verliert, muss ich die Zeit nachholen»

Auch unter den 20-Minuten-Lesern haben nicht alle die Möglichkeit, sich früher vom Arbeitsplatz zu schleichen. «Arbeite am Flughafen, nichts mit frühem Feierabend», schreibt ein Leser. An der Hochschule Luzern findet ab 18 Uhr eine Modulabschlussprüfung statt, an der 93 Studenten teilnehmen. Albin Stücheli, Leiter Zentraldienst der Hochschule Technik und Architektur Luzern, begründet das mit dem Prüfungsplan: «Wir haben alle Prüfungen schon vor drei Monaten geplant, da wussten wir natürlich noch nicht, dass heute die Schweiz spielen wird.» Stücheli versteht, dass es eine ungünstige Zeit ist, doch: «Hier geht es um die berufliche Zukunft, da muss manchmal etwas in den Hintergrund rücken.»

Jene Fans, die sich nicht vor der Arbeit drücken können, wissen sich immerhin zu helfen. «Bei uns wird das Spiel in der Firma übertragen», schreibt eine Angestellte des Unternehmens Stryker in Selzach SO. «Unser Laden ist bis 18.30 Uhr geöffnet. Aber ab 18 Uhr ist mein Handy neben der Kasse, um jede Minute den Ticker zu checken», schreibt eine andere Leserin.

In manchen Betrieben haben die Mitarbeiter mehr Glück. «Wir geben dem ganzen Team früher Feierabend», schreibt die Sales Managerin von Elite Gold im Einkaufszentrum A1 in Oftringen AG. Eine Leserin nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand: «Ich schliesse meinen Laden heute etwas früher und hoffe auf das Verständnis meiner Kunden», so Ursula Schluchter, die das Thuner Geschäft Mehr als Glas betreibt. Eine Leserin, die bei Axa Winterthur arbeitet, darf offenbar nur unter gewissen Bedingungen früher Feierabend machen: «Sollte die Schweiz jedoch verlieren, muss ich die Zeit laut meinem Chef nachholen.»

Heute fällt sogar der Dresscode:

(vro/saw)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • T.C. am 01.07.2014 15:08 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitgeber

    Fussball interessiert mich nicht im geringsten, ist einfach nicht mein Ding. Meine Angestellten sind seit 15:00 weg, die zwei Stunden offeriere ich als Arbeitgeber, die Leute arbeiten sonst genug und ab und zu liegt sowas drin. Ich hüte heute das Telefon mal wieder selbst wie früher ;-)

    einklappen einklappen
  • King Nick am 01.07.2014 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Typisch....

    Finde ich toll wie hier alle "Schweizer" gegen unsere Nati schreiben... Als Richtiger Fan sollt man hinter unserer NAti stehen auch wenn sie verlieren aber vor dem Match schon sagen das wir raussfliegen aber bei einem weiterkommen dann schreiben habes doch gewusst sind immer die gleichen;)

    einklappen einklappen
  • HOPP SCHWIIZ am 01.07.2014 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    HOPP SCHWIIZ

    HOPP SCHWIIZ

Die neusten Leser-Kommentare

  • alvanodegrandes am 02.07.2014 09:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Männersport?

    Dieses ewige herumliegen, wird zeit das die Eishockey und Rugby season wiedee beginnt!

  • aargauer bär am 02.07.2014 09:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bi froh

    endlich saqiri und die anderen raus.

  • dirk am 02.07.2014 00:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    könnte

    schreiben das ich es schade finde, wäre aber gelogen.

    • ossi am 02.07.2014 10:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Usse

      Gut gebrüllt :-) . Die Schweizer wollen immer alle rauswerfen und jetzt sind sie selber raus .... Das kommt davon

    • Fusballfan am 02.07.2014 11:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      So soll es sein 

      Ich finds total geil das die Schweiz raus ist. Besser kann die WM nicht werden.

    einklappen einklappen
  • Isi am 01.07.2014 21:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Liebe Nati Vielen herzlichen Dank für den unermüdlichen Einsatz an dieser hervorragenden WM! Jeder hat seinen Teil zum Erfolg beigetragen, genau so wie es sich gehört. Sei es der Trainer, die Spieler,die Teamärzte, die Therapeuten, die Köche und... natürlich die Fans! Ohne uns alle die zum grossen und starken Team gehören wäre die WM nie zu dem geworde was es für die Schweizer Nati war! An Herr Hitzfeld: Vielen lieben Dank, dass Sie unsere Mannschaft zu dem gemacht haben was sie ist. Wir sind stolz Sie als Trainer für uns gewonnen zu haben! Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles alles Gute. Wir freuen uns alle Sie am einen oder anderen Spiel im Publikum sehen zu dürfen. Herzliches Beileid.. Dem Team gute Erholung! Bis in spätestens zwei Jahren wieder! Euer treuer Fan Isi

    • Bryan am 02.07.2014 00:56 Report Diesen Beitrag melden

      Toller Beitrag :-)

      schön geschrieben sehe ich auch so gekämpft wie Löwen!

    einklappen einklappen
  • D. Meier am 01.07.2014 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verkehrter Nationalstolz!

    Überall CH Flaggen. Und wenn ich in 2 Wochen wieder eine in den Garten stelle, werde ich schräg angeschaut... Verkehrte Schweiz!

    • Petrus am 02.07.2014 10:27 Report Diesen Beitrag melden

      Geschwätz

      Sollen doch die Leute schauen ;) Die denken sich sowieso was sie wollen, also leg keinen Wert auf das Geschwätz von anderen :)

    einklappen einklappen