10 Millionen Franken Schaden

11. Juli 2011 17:59; Akt: 12.07.2011 08:22 Print

So sahen die Leser-Reporter das Unwetter

Überschwemmte Strassen, eiergrosse Hagelkörner und Flüsse, die zu reissenden Strömen wurden: Eine Auswahl der spektakulärsten Aufnahmen der 20-Minuten-Online-User.

Wo einst eine Strasse war, bahnt sich am Sonntag ein reissender Fluss seinen Weg über den Asphalt. Leser-Reporter Kaspar Inauen filmte am Sonntag die verheerenden Folgen des Gewitters in Schönengrund im Kanton Appenzell Ausserrhoden. (Video: Leserreporter Kaspar Inauen)
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Das Unwetter, das am Sonntagnachmittag über die Ostschweiz gezogen ist, hat allein im Kanton Appenzell Ausserrhoden geschätzten Sachschaden von gegen 10 Millionen Franken angerichtet, wie der kantonale Führungsstab am Montag informierte. Zeitweise herrschte Chaos.


Das Unwetter traf Herisau am härtesten. Ein Leser-Reporter filmte, wie ein Fluss über die Ufer trat.


Bei der kantonalen Notrufzentrale gingen am Sonntag ab 15.25 Uhr über 200 Notrufe ein. Die Feuerwehr von Herisau stand im Dauereinsatz. Kommandant Roger Schläpfer sagte, er hoffe, am Montagabend die letzten 30 Mann abziehen zu können. Die Feuerwehr musste Tiefgaragen und Keller auspumpen, Strassen und Eisenbahntrassees von Bäumen befreien und Wohnquartiere evakuieren.


Auch Leser-Reporter Daniel Milanic zückte sein Handy und filmte, wie sich gleichenorts Wassermassen durch die Strassen wälzten. (Video: Leser-Reporter Daniel Milanic)


Familien in Herisau und Schwellbrunn evakuiert

In Schwellbrunn und Herisau konnten bis Montagabend noch nicht alle Familien in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren; Hangrutschungen bedrohen ihre Liegenschaften.

Ein weiterer Leser-Reporter aus Herisau berichtete am Sonntag: «Wir konnten uns noch knapp aus einem Aufenthaltsraum retten, bevor die Überschwemmung kam». (Video: Leser-Leporter)


Ernst Bischofberger, Direktor der Ausserrhoder Assekuranz (Gebäudeversicherung), rechnet mit einem Sachschaden von rund drei Millionen Franken allein an Gebäuden und Grundstücken. Hinzu kämen enorme Schäden an Fahrzeugen und technischen Geräten. Der Assekuranz-Direktor nimmt an, dass das heftige Gewitter einen Gesamtschaden von gegen zehn Millionen Franken angerichtet hat. Im Moment stehen acht Schadenschätzer im Dauereinsatz.


Die Alpsteinstrasse in der Appenzeller Gemeinde glich einem Fluss. (Video: Leser-Reporter)


Der Ausserrhoder Landammann (Regierungspräsident) Hans Diem, sagte, die Ausserrhoder Bevölkerung sei schwer getroffen worden. Es sei ein Glück, dass durch das Unwetter keine Personen verletzt oder gar getötet worden seien. Diem unterbrach wegen des Unwetters seine Ferien, genau so wie der Direktor der Assekuranz und der Leiter des kantonalen Führungsstabs Hans Saxer.

Nahe des Herisauer Sedelbachs filmte Leser-Reporter Fabian Solenthaler, wie es aus einem Kanaldeckel sprudelte. (Video: Leser-Reporter Fabian Solenthaler)


Zivilschutz und Infanterie-Rekruten im Einsatz

Der Leiter des kantonalen Führungsstabs Hans Saxer sagte, gegenwärtig seien 40 Angehörige des Zivilschutzes und 40 Infanterie-Rekruten der Schweizer Armee mit Aufräumen beschäftigt; das Aufgebot werde im Laufe dieser Woche noch massiv erhöht. Die beiden Kantone Graubünden und Appenzell Innerrhoden hätten bereits angeboten, ebenfalls Zivilschutz-Angehörige ins Ausserrhoder Hinterland zu entsenden.


Leser-Reporter Adelino Wentzel wurde im Kanton Appenzell Innerrhoden von einem Sturm überrascht. Die Naturgewalt filmte er aus einem Haus an der Gontenstrasse. (Video: Leser-Reporter Adelino Wentzel)


Mit dem Hinterland ist das Gebiet zwischen dem Hauptort Herisau und dem Säntis gemeint; diese Region wurde am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Hier hatte es am Sonntag sintflutartig geregnet. Gemäss Informationen des Führungsstabs gingen innert einer Stunde 60 Liter pro Quadratmeter nieder.

Betroffen von dem Unwetter waren auch die Kantone St. Gallen, Thurgau, Schaffhausen und Schwyz. Die Sachschäden hielten sich dort aber in Grenzen. Die Feuerwehren mussten hauptsächlich Keller auspumpen.

Bei einer Stauanlage im thurgauischen Kradolf bildeten sich reissende Ströme. Diese schwemmten haufenweise Äste und Hölzer ans Ufer. Ein Leser-Reporter nahm die Folgen des Unwetters am Sonntagnachmittag auf (Video: Leser-Reporter)

Hagelstücke in der Grösse von Ping-Pong-Bällen bombardierten regelrecht Pfäffikon im Kanton Schwyz. (Video: Leser-Reporter)



Eine weitere Leser-Reporterin aus dem Kanton Schwyz schreibt: «Hagel so gross wie Eier!» – und das war erst der Anfang. Aufgenommen hat sie dieses Video am Abend vor dem zerstörerischen Unwetter auf einer Durchfahrt zwischen Pfäffikon und Wollerau. (Video: Leser-Reporter)


Die buchstäbliche Ruhe vor dem Sturm sah und spürte Leser-Reporter Christian Huber in Schaffhausen: «Etwa zehn Minuten vor dem Gewitter färbte sich der Himmel orange und ein Regenbogen zeichnete sich ab. Es war unheimlich.» So was in der Art habe er noch nie gesehen, so Huber.


(Video: Leser-Reporter Christian Huber)

(dga/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • zeitgenosse am 11.07.2011 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    hausgemacht

    Je mehr Fläche der Mensch verbaut, desto zahlreicher und verheerender werden die Überschwemmungen in Zukunft werden. Das Regenwasser sammelt sich viel schneller in der Kanalistation. Diese vermag die Wassermassen nicht mehr weiterzuleiten, das Wasser tritt überall über. Aber wir haben ja noch viel Platz...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • zeitgenosse am 11.07.2011 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    hausgemacht

    Je mehr Fläche der Mensch verbaut, desto zahlreicher und verheerender werden die Überschwemmungen in Zukunft werden. Das Regenwasser sammelt sich viel schneller in der Kanalistation. Diese vermag die Wassermassen nicht mehr weiterzuleiten, das Wasser tritt überall über. Aber wir haben ja noch viel Platz...

    • Rudi Ratlos am 11.07.2011 22:17 Report Diesen Beitrag melden

      Beton und Klima

      Genau, am besten bettonieren wir alles zu, dann kann nichts mehr weggeschwemmt werden und brauchen uns auch nicht mehr um die Ursachen der Klimaveränderung zu kümmern.

    • kingskid am 11.07.2011 22:36 Report Diesen Beitrag melden

      die kommentare von kradolf ...

      ... sind der hammer!!! ;-)

    • Marco X. am 11.07.2011 22:39 Report Diesen Beitrag melden

      Nachhilfe in Meteorologie

      Diese Gewitter haben nichts mir der Klimaveränderung zu tun. Diese entstehen ausschliesslich durch die aktuelle Wetterlage, welche solche Gewitter begünstigt.

    • EAltherr am 11.07.2011 23:10 Report Diesen Beitrag melden

      ausufert

      und gehören einfach zum Sommer wie der Schnee zum Winter.. man könnte wirklich meinen das sei was Neues dabei gibts halt solche Gewitter wenn die Hitze zeitweise ins Unerträglich ausufert

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