Busunglück in Madeira

18. April 2019 15:28; Akt: 18.04.2019 16:15 Print

So sicher sind Reisebusse in den Ferien

Bei einem Busunglück auf Madeira sind am Mittwoch 29 Menschen ums Leben gekommen. War der Bus unsicher – und worauf muss ich als Reisender achten?

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Laut Johannes Hübner, dem Sicherheitsbeauftragten des Internationalen Bustouristikverbandes (RDA), entsprechen Reisebusse in Portugal den EU-Standards. Der verunfallte Bus war ein fünf Jahre alter Irizar-Reisebus mit neuester Sicherheitstechnik. Die Fahrer müssen nach EU-Standard alle fünf Jahre ihren Führerschein erneuern. Eine Gesundheitsuntersuchung gehört auch dazu. Die Lenk- und Ruhezeiten entsprechen ebenfalls den EU-Normen. Passagiere sollten auf intakte Spiegel, ein gutes Reifenprofil und die beiden Prüfplaketten am Heck, die mit Jahreszahl und Monatssegment leicht erkennbar sind, achten. In Frankreich, Spanien und Italien ist in der Frontscheibe auch noch der Versicherungsnachweis eingeklebt. Laut Medienberichten könnte ein mechanisches Problem der Grund für den Unfall sein: Eine Luftaufnahme des verunglückten Cars. (17. April 2019) Eine Frau wird von Rettungskräften geborgen. Am Mittwochabend hat sich ein Touristenbus auf der Insel Madeira in Portugal überschlagen. Die Rettungskräfte brachten die Verletzten in Sicherheit. Mindestens 29 Touristen sollen ums Leben gekommen sein. Die Sanitäter untersuchen die Verletzten. Im Bus sollen 55 Passagiere gereist sein. Die Verletzten liegen im Spital in Funchal. Es seien auch deutsche Touristen unter den insgesamt 29 Opfern, teilte die deutsche Botschaft in Lissabon auf AFP-Anfrage mit, ohne nähere Angaben zu machen. Der Bürgermeister sagte, dass alle Opfer aus Deutschland sind. Der Fahrer und der Reiseleiter haben verletzt überlebt. Der Bus kam aus bislang ungeklärten Gründen von der Strasse ab. Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge in der östlich von Funchal gelegenen Gemeinde Caniço Bereits am Donnerstagmorgen gegen 6 Uhr war die Unfallstelle geräumt. Hier traf der Bus das Haus. Auch wenn die Unfallstelle geräumt ist, sieht man die Verwüstung noch immer. So sah der Bus nach der Bergung aus. Die Unfallstelle ist abgesperrt. So steil ist der Abhang, den der Bus hinuntergestürzt ist.

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Ein Reisecar stürzte am Mittwoch auf der portugiesischen Insel Madeira eine Böschung hinunter und prallte auf ein Haus. 29 Menschen verloren dabei ihr Leben. Wie konnte es zu diesem schrecklichen Unfall kommen? Entsprach der Reisecar den Sicherheitsstandards – und wie kann ich als Tourist im Ausland erkennen, ob mein Reisecar sicher ist? Johannes Hübner, Sicherheitsbeauftragter des Internationalen Bustouristikverbandes (RDA), äussert sich zum Unglück.

Umfrage
Fahren Sie mit dem Reisecar in die Ferien?

Herr Hübner, laut einem Experten der «Welt» sollen die Verhältnisse in Portugal prekär sein: Busse würden nicht gewartet und es fehle an finanziellen Mitteln.
Diese Erkenntnisse haben wir nicht – im Gegenteil: Gerade auf Madeira und in anderen Tourismusdestinationen gibt es wegen der steigenden Qualitätsnachfrage der Kreuzfahrt-Reedereien überwiegend hochmoderne Reisebusse nach aktuellen europäischen Sicherheitsstandards.

Wie sieht es mit «südländischen» Reisebussen aus? Sind diese sicher oder weniger sicher als deutsche oder schweizer Reisebusse?
Reisebusse in südlichen Ländern Europas sind nach unseren Erfahrungen nicht weniger sicher als Schweizer oder deutsche Reisebusse.

Wie sieht es mit dem Unfallbus aus? Wurde dieser ordnungsgemäss gewartet?
Der verunfallte Bus war ein fünf Jahre alter Irizar-Reisebus mit neuester Sicherheitstechnik.
Die Hauptuntersuchungs-Intervalle (HU) sind gleich wie überall: jährliche Hauptuntersuchung und halbjährliche Zwischenuntersuchung. Jeder Reisebus wird im Sechs-Monats-Zyklus überprüft.
Nachzuweisen sind diese mit den HU-Aufklebern am Heck.

Werden die Fahrer auch geprüft?
Die Fahrer müssen nach EU-Standard alle fünf Jahre ihren Führerschein erneuern. Eine Gesundheitsuntersuchung gehört auch dazu. Die Lenk- und Ruhezeiten entsprechen ebenfalls den EU-Normen.

Auf was müssen Reisende achten, wenn sie in den Ferien in einen Bus steigen?
Man sollte auf einen guten, sauberen Zustand achten und darauf, dass der Bus keine Risse in Frontscheibe oder Fenstern hat. Wichtig sind zudem intakte Spiegel, ein gutes Reifenprofil und die beiden Prüfplaketten am Heck, die mit Jahreszahl und Monatssegment leicht erkennbar sind. In Frankreich, Spanien und Italien ist in der Frontscheibe auch noch der Versicherungsnachweis eingeklebt.

(maz)