Vorkochen

18. Oktober 2018 17:41; Akt: 19.10.2018 23:32 Print

So viel Geld sparst oder verlierst du beim Zmittag

von B. Zanni - Selbst gekochte Mittagessen liegen im Trend. Eine Übersicht zeigt, wie gross der finanzielle Profit für Meal Prepper und der Verlust für Auswärtsesser ist.

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Sandrine Cardinale, (21), Studentin, bereitete sich Couscous mit Mango, Zitronengras, Lauch und Karotten zu. Wie viel die Zutaten gekostet haben, weiss sie nicht. Ihr Menü könnte rund 3.40 Franken kosten. Alexander Rupp, Praktikant (18), kaufte sich einen Rindfleischburger im Restaurant Holy Cow. Kostenpunkt: 9.90 Franken. Kostenpunkt als Meal Prepper: 3.60. Laura Müller (26), Einkaufsassistentin, kaufte sich bei Sprüngli einen Linsensalat. Kostenpunkt: 8.50 Franken. Kostenpunkt als Meal Prepper: 5.20 Franken. «Ich koche oft frisch in der Mikrowelle in der Firma. Mit etwas Übung hat man im Handumdrehen leckere Gargerichte zubereitet. Hier einen kleinen selbst gemachten Hackbraten mit Gemüse und Nudeln», schreibt Leser Raphael. Hier gönnt sich jemand einen «leckeren, frischen Salat für den Zmittag». Markus hat japanische Bento-Boxen vorbereitet. Margrit hat gleich mehrere Mittagessen vorgekocht. Hier hat ein Meal Prepper Ordnung auf dem Teller. Leser Sandro isst Gemüse, Süsskartoffeln, Linsen und Pasta mit Fleischbällchen an Sugo. Inge verpflegt sich mit Bami Goreng. «Call me a foodie», schreibt Renata. Lammnierstück an einer Balsamico-Bratensauce mit Kartoffeln Duchesse und gemischtem Gemüse hat sich Leserin Alexandra gekocht. «Vorbereitung ist alles», schreibt Melanie. Leserin Judith verpflegt sich unterwegs mit einer selbst gemachten Kürbissuppe. Sylwina macht gerne Zoodles (Zucchini-Nudeln). «Die lassen sich vorbereiten und sind danach in zwei Minuten ready. Ich esse sie gedünstet oder roh – man kann sie aber auch braten oder in der Mikrowelle erhitzen mit einem selbst gemachten Pesto.» Sylwina: «Das ist eine typische Lunchbowl, wie ich sie meistens esse. Gebackene Kartoffeln und Tofu mit Kale, gebackenem Kürbis, Sprossen, Avocadodressing, Blaubeeren und Feige. Die Kartoffeln, Tofu, Kürbis sowie das Dressing kann man leicht vorbereiten und mehrere Tage im Kühlschrank halten. Die anderen Zutaten sind alle roh und lassen sich leicht entweder in der Lunchbox oder im Teller anrichten – eine Sache von einer Minute. Die Kosten für eine solche Bowl würde ich grob um die acht Franken schätzen. Durch die Blueberries und Sprossen wirds etwas teurer. Sonst wären es fünf Franken.» Für die selbst gemachte Currysuppe bezahlte Sylwina ungefähr drei Franken. «Für Gemüse, Currypaste und etwas Kokosmilch.» Auf den Mittagstisch von Bloggerin und Fotografin Andrea Monica Hug kommen nur von ihrem Freund zubereitete Gerichte. «Er zaubert mir immer die tollsten veganen Menüs auf den Teller – da bediene ich mich am Mittag gern an den Resten vom Vorabend», sagt Hug. Andrea Monica Hug geniesst mittags gerne einen Salat aus farbigem Blumenkohl, Sprossen, Kapern, Baba-Salat und Granatapfelkernen. Auch dem Gericht aus Falafel, gerösteten Pinienkernen, Fleischtomaten und jungem Blattsalat kann Andrea Monica Hug nicht widerstehen. «Ein wirklich seltener Anblick: ich und Essen vom Chinesen. Gestern ist mein Plan mit Essenkochen leider nicht so wirklich aufgegangen», brachte Foodbloggerin Kitchwitch den Trend zum Vorkochen in einem Post kürzlich zum Ausdruck. Food- und Lifestylebloggerin Kitchwitch bezeichnet sich als «Vorkocherin Nummer eins». Sie stehe dafür jeden Abend in der Küche. «Muss ich mittags etwas kaufen, bekomme ich eine halbe Depression», sagt sie. Diesen Gratin mit Kürbis und Gnocchi bereitete sich Kitchwitch für rund 19 Franken zu. Das Boeuf Bourguignon kostete Kitchwitch rund 40 Franken.

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Zahlreiche Foodblogger schwören auf ein Mittagessen im Tupperware. Dabei spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. 20 bis 30 Franken für eine Poke Bowl zu bezahlen, hält Food-Bloggerin Sylwina für verrückt. «Für 30 Franken kaufe ich eine halbe Gemüseabteilung», sagte sie kürzlich. Tatsächlich fahren Meal Prepper deutlich billiger als Freunde des Restaurants oder des Take-aways.

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So viel sparen Meal Prepper:

Sandrine Cardinale (21), Studentin, bereitete sich Couscous mit Mango, Zitronengras, Lauch und Karotten zu. Wie viel die Zutaten gekostet haben, weiss sie nicht. Ihr Menü könnte rund 3.40 Franken kosten. Denn für 100 Gramm Couscous könnten ihre WG-Kollegen, die die Zutaten gekauft haben, beim Grossverteiler rund 80 Rappen bezahlt haben, für 10 Gramm Zitronengras rund 30 Rappen, für 50 Gramm Lauch rund 43 Rappen, für 50 Gramm Rüebli rund 10 Rappen und für eine halbe Mango 1.75 Franken. Ein Taboulé-Salat bei Coop kostet 4.95 Franken.

Michèle Merz (28), Praktikantin, hatte selbst zubereitete Pasta mit Pestosauce zu Mittag. Kostenpunkt: 3 Franken. Im Restaurant würde sie für einen Teller Pasta rund 20 Franken bezahlen, bei einem Take-away rund 10 Franken.

Anielle Peterhans (25) genoss einen Thunfischsalat mit Tomaten, Paprika und Avocado. Kostenpunkt: 3 Franken. Für einen gleichwertigen Fertigsalat müsste sie dafür zwischen sieben und zehn Franken bezahlen.

Eine Studentin (20) teilte mit ihrem Studienkollegen einen Randen-Rüebli-Salat. Kostenpunkt: 0 Franken. «Wir haben zu Hause einen eigenen Garten», erklärt die Studentin. Für einen Fertigsalat vom Grossverteiler müsste sie zwischen fünf und zehn Franken bezahlen. Im Laden oder im Restaurant würde ein Salat gleich viel oder gegen 20 Franken kosten.

Stefan Viliotti bereitete sich Penne mit Pesto rosso, frischen Tomaten und Crème fraîche zu. Für mehrere Portionen habe er knapp 10 Franken bezahlt. Eine Portion Fertigpasta kostet im Grossverteiler zwischen drei und fünf Franken, während klassische Restaurants rund 20 Franken verlangen.

So viel verlieren Auswärtsesser:

Laura Müller (26), Einkaufsassistentin, kaufte sich im Sprüngli einen Linsensalat. Kostenpunkt: 8.50 Franken.
Kostenpunkt als Meal Prepper: 5.20 Franken
Im Laden erhält man 38 Gramm Linsen für 1.12 Franken, 125 Gramm Zucchetti für 35 Rappen, 100 Gramm Karotten für 45 Rappen, 40 Gramm Pinienkerne für 2.76 Franken, 3,5 Milliliter Essig für 0.006 Franken, 2 Milliliter Öl für 0.02 Franken, Frühlingszwiebeln für 23 Rappen und etwas Schnittlauch für 30 Rappen.

Alexander Rupp, Praktikant (18), kaufte sich einen Rindfleischburger im Restaurant Holy Cow. Kostenpunkt: 9.90 Franken.
Kostenpunkt als Meal Prepper: 3.60
Beim Grossverteiler erhielte er die Zutaten für 2.30 Franken (1 Stück Rindsburger), 38 Rappen (1 Hamburgerbrötli), 20 Rappen (ein paar Blätter Eisbergsalat), 27 Rappen (19 Gramm Sandwichgurken) und 46 Rappen (100 Gramm Rispentomaten).

Der Student, der vom Salat seiner Kollegin profitieren konnte, kaufte sich noch ein Brötchen. Kostenpunkt: 2.95 Franken.
Kostenpunkt als Meal Prepper: 35 Rappen
Beim Grossverteiler kosten rund 50 Gramm Mehl 0.06 Franken, 1,2 Gramm Meersalz 0.003 Franken, 4,2 Gramm Hefe 30 Rappen.

Stefano Hildebrand, Lagerist (28), hat in der Pasta Station in Zürich eine Portion Spaghetti Carbonara gegessen. Kostenpunkt: 14 Franken.
Kostenpunkt als Meal Prepper: 2.30 Franken
Beim Grossverteiler hätte er sich die Zutaten für 16 Rappen (37,5 Gramm Spaghetti), 1 Rappen (37,5 Gramm Speckwürfel) ,0.001 Franken (0,25 Gramm Zwiebeln), 70 Rappen (25 Gramm Parmesan), 50 Rappen (0,75 Deziliter Rahm), 83 Rappen (1 Ei), 0.0002 Franken (0,24 Gramm Salz), 0.02 Franken (0,1 Gramm Muskat), 0.07 Franken (0,3 Gramm Pfeffer).

Die erwähnten Produktepreise stammen von Coop und Migros. Allerdings: Zu berücksichtigen ist, dass die Zutaten meist in grösseren Verpackungen angeboten werden. Bei Vorkochern, die nicht clever vorausplanen und Lebensmittel wegwerfen müssen, sieht die Bilanz weniger gut aus. Und: auch Zeit ist Geld.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • rüeblisalat am 18.10.2018 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    hunger

    leider reicht mir ein rüebli randen salat zum zmittag nicht aus um keinen hunger mehr zu haben

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  • p. meier am 18.10.2018 19:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    Naja diese Rechnungen gehen aber nicht ganz auf, vor allem bei Einpersonenhaushalten nicht. Ich kann ja im Laden nicht eine halbe Mango kaufen und auch nicht so geringe Grammmengen.

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  • René B. am 18.10.2018 19:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir geht es gut

    Wenigstens vermag ich noch das Essen im Restaurant. Während der Mittagspause will ich nicht auch noch arbeiten, sondern die Pause geniessen. Auf dem Bau arbeitet man sonst schon genug.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Lea Meier am 21.10.2018 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Blufferei

    Wieso muss für etwas alltägliches, das von vielen seit Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, praktiziert wird, wieder ein amerikanischer Begriff her, falls dieser in der englischen Sprache überhaupt diese Bedeutung hat. Es tönt eher nach Bluff und Wichtigtuerei. Vorkochen tuts auch. Man braucht auch keine Blogger und co, um zu wissen, dass selber kochen, wesentlich günstiger ist, als auswärts essen, wobei sich auch nicht alles fürs Vorkochen eignet.

  • K. Meier am 20.10.2018 06:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brötchen für 35 Rappen

    Der mit dem Brötchen aus 50g Mehl und 4,2g Hefe ist nicht schlecht. Die Zeit und der Backofen könnten den Preis in die Höhe treiben.

  • Manu-L am 19.10.2018 12:48 Report Diesen Beitrag melden

    Es war schon immer so

    Ohne jemanden auf die Füsse tretten zu wollen, aber wir wussten vor 20 Jahren schon, dass selber mitnehmen günstiger ist als kaufen... Dafür braucht es keinen Artikel noch einen Instagram-Hashtag-Whatever-Hype. Und ja, ich nehme mein Töppi noch heute mit von zu Hause und koche vor. Schmeckt sowieso immer noch am besten.

  • Kalle am 19.10.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Salatbüffe

    Ein Schnitzel mit Reis kann ich selber zubereiten. Aber ein tolles, vielfältiges Salatbüffet wie in der Migros City werde ich niemals hinkriegen - egal mit welchem Budget

  • Tedesc am 19.10.2018 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder ein unnötiger Anglizismus

    Müssen wir wirklich wieder einen Begriff auf dem Englischen übernehmen? Das deutsche Wort "Selbstkocher" täte es mindestens so gut. Oder schmeckt selbst Gekochtes besser, wenn es eine englische Bezeichnung hat?