Falsche Nötli

30. Dezember 2018 19:06; Akt: 30.12.2018 20:02 Print

So viel Geld wird in der Schweiz gefälscht

Die Polizei warnt, dass im Wallis vermehrt falsche 100er-Noten im Umlauf seien. Geldfälscher fliegen in der Schweiz aber fast immer auf.

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Sie sehen täuschend echt aus, sind aber nichts wert: In Bern und Thun tauchten 2016 diese falschen 100er auf. Die Noten der neuen Serie machen Fälschern das Leben aber noch schwerer. Dafür werden Euro-Scheine immer öfter nachgeahmt. Die 10er-Note ist die dritte der neuen Serie, die in Umlauf kommt. Das neue 50er-Nötli ist 2016 zum «Bankschein des Jahres» gekürt worden. Das war die Konkurrenz: Die 5-Dollar-Note aus Australien ..., ... die 100-Kronen-Note aus Schweden mit dem Konterfei von Greta Garbo, ... ... die 50-Lari-Note aus Georgien, ... ... die 50-Dollar-Note aus Neuseeland, ... ... die 5-Pfund-Note aus Schottland, ... ... die 5-Pfund-Note aus England, ... ... die 100-Rubel-Note aus Weissrussland, ... und die 1000-Rufiyaa-Note von den Malediven. Jetzt aber zum Sieger: das neue Schweizer 50er-Nötli. Im vergangenen Jahr ging der Banknoten-Award an die 5-Dollar-Note von Neuseeland. 2014 gewannen Trinidad & Tobago mit der 50-Dollar-Note. Gewinner 2013: Kasachstan, 1000 Tenge. Auch 2012 räumte Kasachstan ab (5000 Tenge), genauso wie ... ... im Jahr 2011 mit der 10'000-Tenge-Note. Der Banknoten-Award 2010 ging an Uganda (50'000 Schilling). 2009 gewann Bermuda mit der 2-Dollar-Note. Im Jahr 2008 schaffte es Samoa mit der 20-Tala-Note aufs Siegertreppchen. 2007 machte die 50-Pfund-Note aus Schottland das Rennen. Der Gewinner 2006: der 1000-Franc-Schein des afrikanischen Inselstaats Komoren. 2005 wurde die 1000-Kronur-Note der Färöer gekürt, ... ... 2004 die 20-Dollar-Note aus Kanada. Weltweit gibt es ganz viele sehenswerte Banknoten. Etwa der 50-Denar-Schein aus Mazedonien. Weitere ansehnliche Beispiele ... 5000 Ariary, Madagaskar 5 Ngultrum, Bhutan 10'000 CFP Francs, Währung in den französischen Überseegebieten 100 Kyats, Burma 500 Rufiyaa, Malediven 10 Tögrög, Mongolei 20 Tala, Samoa 1000 Kwacha, Sambia 20 Rand, Südafrika 5000 Schilling, Tansania 10'000 CFA Francs, diverse afrikanische Länder 20'000 Colones, Costa Rica

Zum Thema
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Die Blüten wurden in der Region Sitten und Conthey in Einkaufszentren, Shops und Tankstellen in Umlauf gesetzt. Die Walliser Kantonspolizei ruft darum dazu auf, genau hinzuschauen. Noch ist die Täterschaft unbekannt. Erst Ende November hatte auch die Kapo Solothurn vor Blüten gewarnt. Die Fälle werfen Fragen auf.

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Wie viel Falschgeld ist in der Schweiz im Umlauf?
Pro Jahr wird Falschgeld verschiedenster Währungen mit einem Nominalwert von insgesamt rund 4 bis 5 Millionen Franken entdeckt – bei rund einer halben Million handelt es sich um falsche Schweizer Banknoten und Münzen. Am häufigsten setzen Geldfälscher auf den Tintenstrahldrucker: 2017 wurden genau 1781 auf diese Weise hergestellte Franken-Nötli sichergestellt, wie die Falschgeldstatistik des Bundes zeigt. Die Motive der Geldfälscher sind laut dem Bundesamt für Polizei (Fedpol) vielfältig – sie reichen von Experimentierfreude bis hin zu Geldmangel.

Warum taucht Falschgeld nicht häufiger auf?
Die Summe des Falschgeldes ist klein verglichen mit den Hunderten von Millionen Banknoten, die in der Schweiz im Umlauf sind. Dass die Schweiz auch im internationalen Vergleich gut dasteht, hat laut Fedpol-Sprecher Thomas Dayer einen Grund: «Die Schweizer Banknoten sind fälschungssicher – die neuesten Noten etwa haben 16 Sicherheitsmerkmale.»

Lohnt sich das Drucken von Blüten?
Die Chance, dass in der Schweiz aktive Geldfälscher ungeschoren davonkommen, ist relativ klein: Polizei, Banken und die Post melden gefälschte Noten und Münzen dem Fedpol – in den letzten zehn Jahren waren es zwischen 150 und 400 Fällen. Die Verfahren, welche die Bundesanwaltschaft führt, führen fast immer zu den Geldfälschern.

Welche Noten werden am häufigsten gefälscht?
Am häufigsten werden falsche 100er- oder 200er-Nötli gedruckt. Betragsmässig ebenso bedeutend ist aber das 1000er-Nötli. Laut Fedpol-Sprecher Dayer sind Fälschungen von Euro oder Dollar für Kriminelle jedoch deutlich attraktiver, da die Märkte viel grösser seien: «Der Renner bei den Fälschern ist die 50-Euro-Note. Kriminelle sind überall in Europa tätig. Und die Schweiz liegt nun mal geographisch in der Mitte und man kann auch hier vielerorts mit Euros bezahlen.»

Erst im Dezember wurden in einer europaweiten Aktion 180 Häuser durchsucht – auch in der Schweiz fanden Razzien statt. Der Hintergrund: Ein Fälscher aus Österreich hatte über 10’000 gefälschte Euro-Noten via Darknet an Käufer in ganz Europa verschickt.


In Österreich flog ein Fälscher auf. (Bild: Europol)

Wie erkennt man Blüten?
Für Laien seien Falschgeldnoten schwer zu erkennen, sagt Dayer. «Bei den hohen Noten ist es von Vorteil, die Sicherheitsmerkmale zu kennen.» Das Fedpol empfiehlt, verdächtige Banknoten mit einer echten zu vergleichen. «Fälschungen sind nicht einmal annähernd perfekt: Sie erkennen sie sowohl von Auge als auch haptisch.»

Die Sicherheitsmerkmale im Video der Nationalbank:

(daw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Billerson am 30.12.2018 19:22 Report Diesen Beitrag melden

    Und was ist mit Fünflibern?

    Habe mal gelesen, dass v.a. in Norditalien Falschmünzer am Werk sind, die täuschend echte Fünfliber herstellen und in Umlauf bringen. Die Münzen seien selbst für Experten nur schwer als Fälschungen erkennbar.

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  • Don Logan am 30.12.2018 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Franken

    Der Schweizer Franken ist relativ fälschsicher, im Vergleich zu den US Dollar Noten. Die werden sogar kopiert.

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  • Anna am 30.12.2018 19:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tipp

    an alle fals ihr eine falsche Note bekommt schaut dass ihr sie so schnell wie möglich los werdet. Wer es meldet bleibt auf dem Schaden sitzen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ein Leser am 31.12.2018 16:28 Report Diesen Beitrag melden

    weitergeben

    Also mir ist es egal ob ich falsch oder richtiges Geld in der Hand habe, ich würde gefälschte Noten sowieso weitergeben. Meldet man die gefälschte Note hat man am Schluss 50 Fr. weniger.

  • Silv Ester am 31.12.2018 10:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fälschungssicherheit

    Es mag ja sein, dass das Papier der neuen Noten besonders fälschungssicher ist (neben anderen Sicherheitsmerkmalen), aber ich kann die Haptik nicht ausstehen. Für ein kleines Portemonnaie muss man sie falten - und dies ist gerade mit diesem Plastik-Sicherheitsstreifen mühsam.

  • Fritz am 31.12.2018 10:19 Report Diesen Beitrag melden

    so ist es doch

    So ist es doch, kann nicht begreifen, das die Läden keine Kontrollgeräte haben, überall im Ausland nutzen sie diese Geräte.

  • Max am 31.12.2018 09:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aufdeckung sehr problematisch

    Wer ist schon so blöd eine gefälschte Note die er unbemerkt erhalten hat nicht weiterzugeben um sie mit vollem Verlust der Polizei zu geben? Geldfälschern auf die Schliche zu kommen funktioniert wenn der Geschädigte wenigstens nicht auf dem Verlust sitzen bleibt.

  • Pat Rone am 31.12.2018 09:18 Report Diesen Beitrag melden

    Weg

    Mein drucker spukt immer nur 235 fr nötli aus, die bringt man schlecht weg.......